Pedal

Aus Radreise-Wiki
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Pedale sind Auflageflächen an der Tretkurbel mit denen der Radfahrer seine Körperkräfte zum Antrieb auf das Rad überträgt.

Pedalarten

Normalpedal

Normalpedale sind alle Pedale, die den Schuh nicht fixieren, so dass sich keine Zugkräfte übertragen lassen. Die Kraftübertragungsmöglichkeit bei verschiedenen Kurbelstellungen ist von der Profilierung des Pedals und des Schuhs abhängig. Normalpedale lassen sich durch ihre breite Auflagefläche mit jedem Schuh fahren. Beispiele: Gummiklotzpedal, "Bärentatze".

Systempedal

Shimano PDM 540

Systempedal, auch als Klickpedale bekannt, besitzen eine Bindung, in die man mit den Haken auf der Unterseite zugehöriger Schuhe einrastet und so eine feste Verbindung eingeht. Man unterscheidet zwischen Systempedalen für Rennräder und solchen für Mountainbikes. Da bei den Rennradsystemen die Schuhplatten aus der Sohle herausragen und die Schuhe sehr steif sind, kann man mit diesen Schuhen sehr schlecht laufen und sie sind bei Radreisenden wenig verbreitet. Bei den für Mountainbikes vorgesehenen Pedalsystemen ist die Schuhplatte hingegen in der Sohle versenkt, und es gibt auch Schuhe, deren Sohle sich besser zum Laufen eignen. Das am weitesten verbreitete System ist Shimano SPD (Rennradversion: SPD-SL).

Klickpedale können sehr klein und leicht konstruiert werden, da sie nicht die breite Auflagefläche wie Normalpedale bieten müssen. Mit einer Einstellschraube kann man die Auslösehärte der Pedale einstellen. Durch verschiedene Typen von Schuhplatten lässt sich bei Shimanos SPD-System auf die seitliche Bewegungsfreiheit und die Auslöserichtungen beeinflussen. Durch die offene Bauweise ist die Bindung schmutzunempfindlich. Bei Kälte haben Klickpedale den Nachteil, dass über die Bindung und die Metallplatte im Schuh dem Fuß Wärme entzogen wird.

Hakenpedal/Riemenpedal

Hakenpedale sind Pedale, die aus einem Kunstoff- oder Metallhaken oder -käfig bestehen und bei dem der Fuß zusätzlich mit einem Leder- oder Geweberiemen festgezurrt werden kann. Bei Rennhakenpedalen gibt es auf dem Pedal Strukturen, die mit entsprechend geformten Sohlen eine noch festere Verbindung erlauben.

Die Vorteile des Hakenpedals sind, dass man mit jeder Art Schuh fahren kann.

Die Eigenart ist, dass man sich entscheiden muss zwischen einer

  • eng angezogenen Bindung die auch mal ein ziehen am Pedal ermöglicht, bei der man den Fuß ohne vorheriges Lockern des Riemens aber nur sehr schwer vom Pedal bekommt,
  • und einer weiten Bindung, wo das Herausziehen zwar unproblematisch, aber das Hochziehen nur schwer möglich ist, und die nur als Fixierung bei hohen Trittfrequenzen dient.

Üblicherweise fährt man auf Landstraßen eine engere Bindung und im stopp-reichen Stadtverkehr eine weite.

Ein spezieller Nachteil soll nicht ungenannt bleiben: bei abwechselnder Nutzung von Klickpedalen und Hakenpedalen kann Unsicherheit wegen der unterschiedlichen Lösebewegung (beim Hakenpedal den Fuß nach hinten rausziehen, beim Klickpedal mit der Ferse rotieren) entstehen. Ein weiterer Nachteil kann beim Fahren auf schlechten Pisten oder Pfaden (Geröll, LKW-Spuren, Wurzeln) auftreten: Wenn man dort aus Sicherheitsgründen ohne Riemen fährt (also auf der Pedalunterseite) können die Riemen am Boden hängenbleiben.

Kombipedal

Shimano Kombipedal(*)

Kombipedale bestehen aus zwei unterschiedlichen Seiten. Die eine Seite ist mit einer Bindung für Pedalplatten versehen, die andere Seite bietet eine breite Auflagefläche für normale Schuhe. Diese Pedale eignen sich besonders dann, wenn man teilweise mit und teilweise ohne spezielle Schuhe unterwegs ist. Auch bei Stadtdurchfahrten mit vielen Stops ist es vorteilhaft, daß man eingerastet fahren kann, aber nicht muß. Auf langen Reisen hat man zusätzlich die Sicherheit, das Pedal auch bei Verlust oder Zerstörung der Systemschuhe weiter bedienen zu können. Nachteilig ist beim Anfahren nur, das man das Pedal mit dem Fuß auf die richtige Seite drehen muss, bevor man voll durchstarten kann, andererseits ist so eine gewisse Sicherheit gegen unbeabsichtigtes Einrasten, z.B. in der Stadt oder in schwierigem Gelände, gegeben.

(*)Bildbeschreibung: Die Bindung ist hier durch die geschlossene Fläche unter der Bindung etwas empfindlicher gegenüber Schmutz und Schnee. Man kann jedoch stets die bindungsfreie Seite benutzen.

Tipps

Für die Straßenzulassung in Deutschland sind auf Vorder- und Rückseite der Pedale Reflektoren nötig. In Österreich können diese durch "gleichwertige Einrichtungen", also Reflektoren am Schuh ersetzt werden.

Pedale lösen

  • Das rechte Pedal hat ein Rechtsgewinde (also genauso, wie eine "normale" Schraube festdrehen bzw lösen - wenn Du von rechts außen in Richtung Tretlagerwelle schaust, dann das Pedal im Uhrzeigersinn festdrehen, entgegen dem Uhrzeigersinn lösen.
  • Das linke Pedal hat ein Linksgewinde (also genau andersherum). Wenn Du von der linken Seite in Richtung Tretlagerwelle schaust, dann das Pedal entgegen dem Uhrzeigersinn festdrehen und im Uhrzeigersinn lösen.

Die unterschiedlichen Gewinde haben den Sinn, daß sich die Pedale beim Treten in Fahrtrichtung nicht losdrehen. Am besten merkt man sich also: Für beide Pedale gilt, in Fahrtrichtung ist fest! Wichtig: Bei der Montage der Pedale unbedingt ein gutes Montagefett verwenden - ansonsten kann die Demontage ziemlich schwierig werden.