Shimano

Aus Radreise-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Allgemeines

Die Firma Shimano wurde 1921 in Japan von Shozaburo Shimano als Shimano Iron Works gegründet und produziert heute Fahrradkomponenten sowie Golf-, Angel- und Snowboardzubehör. Bis heute befindet sich die Firma großteils in Familienbesitz.

Eigenen Angaben zufolge sind in der Firma selbst 989 Mitarbeiter beschäftigt, der Jahresumsatz betrug 2006 über 1 Mrd. € (zum Vergleich: 88 Mio. bei Campagnolo im "Rekordjahr" 2003/2004).

Kerngeschäft von Shimano ist dabei die Radbranche; hieraus stammen über 70% des Umsatzes, auf das Angelgeschäft entfällt rund ein Viertel.

Shimano ist derzeit wohl der einzige Hersteller für Fahrradkomponenten, der alle wichtigen Komponenten für die verschiedensten Fahrradtypen in allen Preis- und Qualitätsklassen anbietet. Der Marktanteil bei Fahrradartikeln beträgt bis zu 90%.

Die Firma produziert hauptsächlich in Malaysia, China und Singapur; in Europa bestehen Standorte in Italien und Tschechien.

Technik

Shimano gilt als der erste Hersteller, der das Konzept der aufeinander abgestimmten Produktgruppen im Fahrradsegment einführte. Die Firma gilt als ausgesprochen innovationsfreudig - häufig werden technische Neuerungen, die zunächst nur in den teuren Gruppen verfügbar sind, mit der Zeit nach unten "durchgereicht". Eine gute Übersicht über die Gruppen und Typenbezeichnungen der einzelnen Komponenten findest sich beim Fachausschuss Technik des ADFC: 1990 - 1999, 2000 - 2006.

Zu den wichtigsten durch Shimano entwickelten oder verbreiteten technischen Errungenschaften gehören zweifellos das indexierte Schalten bei Kettenschaltungen und die Zahnkränze mit Steighilfen ("Hyperglide").

Kritik

Insbesondere Vielfahrer und Reiseradler stehen der Produktpolitik von Shimano mitunter skeptisch gegenüber. Während die hohe Funktionalität und ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis der Shimanoprodukte weitgehend unbestritten sind, werden diese Vorteile mitunter durch einige spezifische Nachteile erkauft:

  • Höherer Verschleiß und Defektanfälligkeit z.B. durch schmaler werdende Ketten und Ritzel und immer mehr integrierte Bauteile (Kurbel-/Innenlager, Schalt-/Bremshebel).
  • Ausnutzen der Marktposition zur Etablierung technischer Neuerung von nicht immer klar ersichtlichem Nutzen (Bsp.: Einführung von Kettenblättern mit 4 Befestigungsschrauben), beides insbesondere in Verbindung mit
  • Mangelhafter Ersatzteilversorgung. Durch die hohe Wechselgeschwindigkeit sind Ersatzteile in vergleichbarer Qualität bei einigen Gruppen mitunter bereits wenige Jahre nach der Anschaffung nicht mehr neu zu bekommen. Die immer häufiger auftretenden Spezialteile erschweren auch die Ersatzteilbeschaffung in abgelegenen Gegenden.
  • Auch Arbeits- und Umweltaspekte werden gelegentlich als Kritikpunkte genannt.

Fairerweise muss man an dieser Stelle einräumen, dass einige dieser Punkte auch auf die anderen großen Komponentenhersteller zutreffen.

Weblinks