Unterkunft mit Kindern

Aus Radreise-Wiki
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Als Unterkunftmöglichkeit bietet sich bei einer Radreise mit Kindern die gleiche Vielfalt wie jedem Radreisenden auch, abhängig von Saison und Infrastruktur: Hotels, Pensionen, Jugendherbergen, Heuhotels, B&B, Zelt... Folgende Fragen muss man für sich und die Familie klären, wenn man die geeignete Unterkunft finden will: Wieviel Gepäck wollen wir transportieren? Was soll es kosten? Wie flexibel sollen die Unterkünfte sein (hinsichtlich Etappenlänge, Vorbuchung etc.)? Welche Verpflegungswünsche haben wir?


Jugendherberge

Übernachtungen in einer Jugendherberge erfordern die Mitgliedschaft mindestens eines Familienmitglieds im DJH. Mit dem Internationalen Jugendherbergsausweis, den jedes Mitglied in Deutschland erhält, kann man alle Hostelling International angeschlossenen Jugendherbergen weltweit nutzen.

Bei einer Radreise mit ausschließlicher Übernachtung in Jugendherbergen sollte man die Etappen möglichst fest vorplanen und die Unterkunft vorher (online oder telefonisch) vorbuchen. Gerade zu Ferienzeiten sind viele Jugendherbergen früh ausgebucht. Für eine spontane Übernachtung in einer Jugendherberge sollte man möglichst früh am Tag bei der gewünschten Jugendherberge anrufen.

Das Verwenden eigener Schlafsäcke ist i.d.R. - zumindest in deutschen Jugendherbergen - unerwünscht. Bettwäsche kann gemietet werden bzw. ist zumeist im Übernachtungspreis inbegriffen. Mahlzeiten können variabel dazu gebucht werden, wer aber abends eine warme Mahlzeit wünscht (in vielen jugendherbergen möglich) sollte dies bei der Buchung mitteilen oder im Laufe des Tages telefonisch anmelden.

Jugendherbergen in Deutschland sind bei Übernachtungspreisen incl. Frühstück um 21 € für Personen bis 26 Jahre im Mehrbettzimmer nicht immer günstig, für Familien mit kleinen Kindern gibt es jedoch zahlreiche Rabattmöglichkeiten, so dass ein Aufenthalt dort bezahlbar bleiben kann.

In vielen Jugendherbergen gibt es die Möglichkeit zum Wäschewaschen, desweiteren sind zumeist zahlreiche Freizeitmöglichkeiten gegeben, so dass man hier auch meist gut einen Pausentag einlegen kann.

Heuhotel

Eine günstige und zumindest für die Kinder auch abenteuerliche Übernachtungsmöglichkeit sind die Heuhotels. Hier benötigt man aber zumindest für jedes Familienmitglied einen Schlafsack. Meist gibt es ein richtig gutes Frühstück, oftmals kann man dort auch Abendessen bekommen.

Zelten/ Campingplatz

Am dichtesten dran an der Natur ist man sicher bei einer Übernachtung im Zelt. Für das Zelt spricht auch, dass gerade kleinere Kinder auch auf Reisen eine gewisse Kontinuität in ihrem Leben brauchen, um sich wohlzufühlen. Die Übernachtung im eigenen Zelt, das aber (fast) jede Nacht an einem anderen Ort steht, wird dabei von vielen Kindern als sicherer erlebt als die Übernachtung in immer wechselnden Unterkünften.

Campingurlaub bedeutet aber, eine nicht unerhebliche Gepäckmenge mit sich zu transportieren: Zelt(e), Isomatten, Schlafsäcke, dazu nach Bedarf noch Kocher etc. Gerade mit kleineren Kindern ist der Auf- und Abbau des Zeltes u.U. richtiger Stress! Deshalb sollte der Aufbau des eigenen Zeltes geübt sein, ein übermüdetes, hungriges Kind am Ende einer längeren Etappe und strömender Regen können in Verbindung mit der ungeschickten weil ungewohnten Handhabung des Zeltaufbaus zu einer mittleren Familienkrise führen. Mit größeren Kindern, die beim Auf- und Abbau mithelfen und auch einen Teil des Gepäck transportieren können, sieht die Organisation schon wieder anders aus, ebenfalls ist die Selbstverpflegung aufgrund der Arbeitsteilung von Essenszubereitung, Abwasch etc. gut möglich.

Besonders in Skandinavien sind die Campingplätze meist sehr familienfreundlich ausgestattet, z.T. mit Familien-Waschräumen, Baby-Badewannen, Kinder-Toiletten etc., aber auch auf vielen deutschen Campingplätzen hat sich in den letzten Jahren einiges verbessert in dieser Hinsicht.

Auch Wildzelten ist mit Kindern in geeigneten Regionen grundsätzlich möglich. Wegen der geringeren Reichweite der Tagesetappen und teilweise großen Abständen zwischen den Zeltplätzen sollte man beispielsweise in Schweden, Norwegen und Finnland bei Reisen mit Kindern das Wildzelten auch einplanen.

Hotels/ Pensionen

Sicher die komfortabelste Unterkunft auf Radreisen. Je nach Standard mit eigener Dusche, mit Frühstück und vielleicht auch noch mit Restaurant für die Abendverpflegung. Kostet aber entsprechend und ist bei einer mehrköpfigen Familie je nach Preisniveau beträchtlicher Faktor. Günstigere Pensionen sind natürlich vielfach zu finden, am besten rechtzeitig Infos der Touristeninformationen der Region besorgen. Gute Info-Möglichkeit bietet auch Bett & Bike. (Vorteil der Bett & Bike-Betriebe ist die Möglichkeit zum Wäschewaschen!)

Nachteil dieser Unterkunftsvariante ist die eingeschränkte Flexibilität, gerade bei begrenztem Reisebudget: die Unterkunft für die kommende Nacht muss rechtzeitig telefonisch gebucht werden, spätestens am Mittag, sonst sind oftmals gerade die günstigeren Unterkünfte ausgebucht. So ist man schnell auf die Etappenlänge festgelegt, bei Unlust der Kinder, Reifenpanne, Schlechtwetter etc. muss dann trotzdem die geplante Etappe durchgezogen werden.

Ausführlichere Infos zu Hotels siehe auch Übernachtungen.

Übernachtungsnetzwerke

Auch bei Übernachtungsnetzwerken wie Warmshowers oder Dachgeber lohnt eine Recherche nach Gastgebern, die auch Familien aufnehmen. Gerade Familien, die selbst radreisen, freuen sich oftmals, andere Familien beherbergen zu können - positive Erfahrungswerte hierzu liegen vor.