USA: Unterschied zwischen den Versionen

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* Cycline Guide San Francisco Bay Trail, Michael Cramer  ISBN 978-3850001519
 
* Cycline Guide San Francisco Bay Trail, Michael Cramer  ISBN 978-3850001519
 
* Tom Kirkendall, Vicky Spring: Bicycling the Pacific Coast ISBN 0-89886-562-X
 
* Tom Kirkendall, Vicky Spring: Bicycling the Pacific Coast ISBN 0-89886-562-X
 
  
 
=== Reiseberichte ===
 
=== Reiseberichte ===

Aktuelle Version vom 26. November 2017, 00:06 Uhr

Allgemeine Informationen

Die Vereinigten Staaten von Amerika als Zielgebiet einer Radtour lassen sich von kaum geeignet bis traumhaft schön beschreiben. Dies hängt vor allem mit der riesigen Ausdehnung der USA, deren verschiedener Landschaftsformen und -typen und der Verteilung der Bevölkerung zusammen.

Wer bisher nur in Europa unter "gewohnten" Bedingungen Radtouren unternommen hat, aber dann doch mal Lust auf einen anderen Kontinent hat, dem bietet sich die USA (oft zusammen mit Kanada) wohl neben Neuseeland (und eingeschränkt Australien) als eines der besten, einfachsten, außereuropäischen Reiseländer an. Die Gründe sind folgende:

  • Es wird Englisch gesprochen, somit bestehen meist nur geringe Sprachprobleme.
  • Es handelt sich um ein westliches Industrieland (Medizinische Versorgung, gute Infrastruktur, Ersatzteilversorgung, etc.)
  • Viele touristische Highlights (zumindest je nach Gegend)
  • Planungsaufwand recht einfach (im Vergleich zu vielen anderen außereuropäischen Zielen)
  • Meist keine "extreme" Ausrüstung erforderlich

Auch wenn es bei Weitem nicht so viele Radfahrer wie in Europa gibt, so lässt es sich einigermaßen gut durch die USA radeln. Die Straßen sind meist in einem sehr guten Zustand, noch dazu sehr oft mit einem sehr breiten Seitenstreifen, so dass man als Radler kaum von überholenden Autos gestört wird. Allerdings sollte man darauf gefasst sein, dass man eventuell mal (ganz legal[1]) den Seitenstreifen eines Freeways als Lückenfüller benutzen muss.

Generelle Empfehlungen

Ausrüstung

Je nach Gebiet ist für die USA und Kanada unterschiedliche Ausrüstung erforderlich. Generell kann allerdings gesagt werden, dass sich diese nicht sehr von der heimischen unterscheiden muss. Je nach Gegend und Einkaufsmöglichkeiten müssen aber evtl. Essen und Getränke für mehrere Tage mitgeführt werden, auch weil es sich nach der Karte nicht immer sicher sagen lässt, ob ein Ort tatsächlich ein Ort ist, nur eine Tankstelle oder gar nur eine Farm.

Es lohnt sich allerdings, besonders im dünn besiedelten Westen eine komplette Campingausrüstung mitzuführen, da die Ortschaften und Versorgungsmöglichkeiten teilweise zu weit für eine Tagesetappe auseinander liegen, auch da so die Wahl des Schlafplatzes mehr Freiheiten bietet. Wer sich die USA als Land der unbegrenzten (Wild-Camping-)Freiheit vorstellt, wird schnell enttäuscht: Sofern es sich nicht um einen Nationalpark handelt, verläuft neben der Straße oft ein Zaun oder es finden sich in regelmäßigem Abstand so genannte "Posted"-Schilder, die das Betreten untersagen. Das Land dahinter befindet sich entweder im privaten Besitz oder ist public land, welches aber trotzdem abgezäunt ist. Die großartigen Nationalparks mit ihrer unberührten Natur bieten, wenn überhaupt, nur sehr wenig Hotels etc., dafür aber ausreichend Campingplätze (Preise unterscheiden sich je nach Park). Es lohnt sich, mehrere Tage zu bleiben.

Je nach aktuellem Wechselkurs bietet es sich u.U. an, Ausrüstung erst in den USA zu kaufen, da diese dort meist um einiges günstiger als in Europa ist. Allerdings müssen die Zollvorschriften bei der Heimreise beachtet werden. Auch kann es Probleme bereiten, einen Gegenstand im Voraus noch nicht getestet zu haben und sich dieser auf der Tour als ungeeignet erweist. Ein Umtausch ist dann meistens auch komplizierter als hierzulande. Ebenso sollte man beachten, dass von Ausnahmen abgesehen, immer nur eine sechsmonatige Garantie gewährt wird.

Elektrizitätsnetz

Die Netzspannung in den USA ist 110 V. Zusätzlich benötigt man für Euro-Stecker einen Adapter.

Postwesen

Die USA sind groß. Sehr groß. Wenn man also etwas im Versandhandel bestellt, darf man nicht die in Deutschland üblichen Laufzeiten erwarten. Ein reguläres Paket kann durchaus über eine Woche brauchen, bis es endlich ankommt. Die meisten Händler bieten einen Expressversand an (im besten Fall: heute bestellt, morgen geliefert), lassen sich dies aber auch teuer bezahlen.

Eine für Radreisende interessante Besonderheit des amerikanischen Postwesens sind postlagernde Sendungen (general delivery): Man kann Briefe und Pakete an ein beliebiges Postamt schicken, welches die Sendung bis zu 30 Tage lang lagert. Gegen Vorlage des Ausweises kann man die Sendung dann am Zielort abholen. Auf diese Weise kann man etwa nicht mehr benötigte Ausrüstungsgegenstände zum Abflugort vorausschicken oder sich Ersatzteile schicken lassen, wenn man in keinem Motel wohnt. Zu beachten sind: viele Versandhändler verschicken nicht an General-Delivery-Addressen und die Öffnungszeiten von Postämter sind oft sehr beschränkt. In Städten funktioniert General Delivery außerdem oft nur in einem Hauptpostamt, das oft irgendwo außerhalb liegt.

Telefon

Das Mobilfunknetz hat eine weit geringere Abdeckung als in Deutschland. Außerhalb von Städten und Hauptverkehrskorridoren verliert man schnell den Empfang. Außer dem auch in Deutschland üblichen GSM-Netz ist auch das nicht kompatible CDMA-Netz sehr verbreitet. Bei GSM werden allerdings oft andere Frequenzbereiche als in Deutschland benutzt. Man sollte sich also vor Abreise informieren, ob das eigene Mobiltelefon in den USA funktionieren wird. Münztelefone existieren, sind aber nicht sehr häufig.

Geld

Kreditkarte

Eine Kreditkarte (VisaCard/MasterCard) ist in den USA dringend zu empfehlen und auch wesentlich weiter verbreitet als in Deutschland. Selbst Kleinstbeträge lassen sich meist per Kreditkarte bezahlen. Bestellungen übers Internet (z.B. Ersatzteilversorgung) oder Mieten eines Autos sind ohne diese praktisch unmöglich.

Debitkarte

Mit MaestroCard kann zwar an vielen Bankautomaten (ATM) Bargeld abgehoben, jedoch kaum in Geschäften bezahlt werden. In Geschäften/Tankstellen zu findende ATM haben normalerweise einen Höchstbezugsbetrag, z.B. 200$.

Bargeld

Bargeld wird man meist in Form von zahlreichen Scheinen bei sich haben, da die Stückelung bei 1$ losgeht. Ein paar 25 Cent Münzen (Quarters) können auch nicht schaden, da diese zum Telefonieren oder in Waschsalons und vielen andern Gelegenheiten genutzt werden können.

Internet

Ins Internet kommt man sehr einfach in Bibliotheken (PCs und WLAN), die auch oft in kleinen Orten existieren. In der Regel ist die Benutzung kostenlos, manchmal jedoch auf eine bestimmte Zeit beschränkt. Die Mehrzahl von Hotels/Motels, gerade auch in den unteren Preislagen, bieten kostenloses WLAN an. McDonalds, Subway und Starbucks haben kostenloses WLAN in fast allen Filialen. Internetcafés sind fast völlig ausgestorben. Offene Funknetze findet man häufiger als in Deutschland, aber Verschlüsselung setzt sich mehr und mehr durch.

Einreisebestimmungen, Dokumente

Für einen Aufenthalt bis zu 90 Tagen wird für Personen mit deutscher, österreichischer und schweizer Staatsangehörigkeit kein(*) Visum verlangt. Zur Einreise wird ein gültiger Reisepass benötigt sowie eine elektronische Einreiseerlaubnis („Electronic System for Travel Authorization“ - ESTA), in der Regel auch der Nachweis eines Rückflugtickets. Es ist für gewöhnlich nicht möglich, diese 90 Tage Aufenthaltserlaubnis durch die Aus- und Wiedereinreise durch ein anderes Land (z.B. Mexiko oder Kanada) zu verlängern. (*)Ausnahmen sind Doppelbürger von oder Besucher nach dem 01.03.2011 in einem der folgenden Staaten: Iran, Irak, Syrien, Sudan, Libyen, Jemen und Somalia.

Nähere und aktuelle Informationen bieten das Auswärtige Amt und die US-Botschaft in Deutschland.

Klima und Reisezeit

Der Großteil der USA ist durch ein kontinentales Klima geprägt, dies bedeutet im Allgemeinen warme Sommer und kalte Winter. Deshalb ist der Norden der USA eher im Sommer und Herbst empfehlenswert, der Süden hingegen eher im Frühjahr oder Herbst. Im Winter sind nur Florida und Südkalifornien einigermaßen gut befahrbar.

Weiterhin ist zu beachten, dass in einigen Staaten innerhalb von kurzer Zeit große Temperaturschankungen und Wetterumbrüche auftreten können. Erwähnenswert sind hier vor allem die Staaten des Mittleren Westens, da diese ohne Gebirge geschützt, Heißfronten vom Golf von Mexiko genauso wie Kaltfronten aus dem Norden ausgesetzt sind. In den Gebirgszügen im Westen fällt im Winter sehr viel Schnee, was dazu führt, dass viele Pässe erst spät im Sommer (teilweise Juli) befahren werden können. Im mittleren Westen ist im Sommer mit schweren Gewittern und Tornados zu rechnen.

Einige Rocky-Mountain-Staaten (z.B. Colorado oder Wyoming) haben eine recht hohe Durchschnittshöhe (ca. 2000 m ü. NN) und sind außerdem teilweise von Steppen bedeckt, so dass es tagsüber sehr warm, nachts aber recht kalt werden kann. Der Südosten kann im Sommer recht schwül sein. Der Nordwesten ist die niederschlagreichste Gegend der (Festlands-)USA.

Für Durchquerungen der USA von einer Küste zur anderen ist es wichtig zu wissen, dass die vorherrschende Windrichtung ganzjährig eher westlich ist. Wer also von Ost nach West fährt, muss damit rechnen, unter Umständen tagelang mit einem oft kräftigen Gegenwind kämpfen zu müssen.

Sicherheit und Verhaltensempfehlungen

Sicherheit ist auch in den USA ein Thema. Zum einen sollte man wie überall auf der Welt in Ballungsgebieten und auf öffentlichen Plätzen stets ein Auge auf sein Fahrrad haben oder es jemandem für kurze Zeit anvertrauen. Im ländlichen Raum muss man sich kaum Sorgen machen. Die vom Straßenverkehr ausgehende Gefahr ist statistisch etwas höher als in Deutschland und Radfahrer sind im Straßenverkehr seltener anzutreffen.

Die allgemeine Notrufnummer ist 911. Wegen der oft schlechten Netzabdeckung sollte man sich aber nicht auf sein Mobiltelefon verlassen, vor allem in den für Radreisende attraktiven abgelegenen Gebieten oder den Nationalparks.

Der öffentliche Konsum von Alkohol ist verboten und wird streng geahndet.


Tierwelt

Eine von Europäern abgesehen von Zecken meist unterschätzte Gefahr geht von der lokalen Tierwelt aus. Neben Schlangen, Spinnen und Skorpionen in den Wüstengegenden, stellen vor allem Bären eine Gefahr dar. Es ist zwar nicht sehr wahrscheinlich, ein Exemplar dieser Spezies zu Gesicht zu bekommen, aber Bären erfordern besondere Sicherheitsmaßnahmen. Zuerst sollte man sich informieren, ob Bären in der entsprechenden Gegend leben. Bären sind vor allem am Essen interessiert und können sehr geschickt darin sein, an dieses heranzukommen. Auf Bären-gefährdeten Campingplätzen darf man auf keinen Fall Essen und andere stark riechende Gegenstände mit in sein Zelt nehmen. Viele Campingplätze bietet bärensichere Schließfächer an. Falls diese nicht vorhanden sind oder man wild zeltet, muss man seine Vorräte zwischen zwei hinreichend hohen Bäumen an einer Schnur aufhängen. Zusätzliche sollte man ein zwischen Zelt, aufgehängten Vorräten und der Kochstelle jeweils 100 Meter Abstand einhalten. Manche Nationalparks schreiben bärensichere Container zwingend vor. Die Einhaltung dieser Regeln ist nicht nur zur eigenen Sicherheit notwendig, sondern schützt auch die Bären: wenn ein Bär einmal erfolgreich Essen auf einem Campingplatz ergattert hat, kommt er mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder und muss in den meisten Fällen als "Problembär" getötet werden. Beim Wandern in bärengefährdeten Gebieten sollte man immer hinreichend Geräusche produzieren, damit Bären einen bereits von weitem hören und das Weite suchen können. Sollte man eine Begegnung mit einem Bären trotz allem nicht vermeiden können, sollte man sich möglichst groß machen (Arme hochheben), laut auf den Bären einreden und sich langsam zurückziehen. Auf keinen Fall sollte man wegrennen oder auf einen Baum klettern.

Pumas (mountain lions) und Wölfe sind zu scheu, als dass man ihnen begegnen würde. In fast allen Gebieten verbreitet sind Kojoten, die ebenfalls ungefährlich sind, aber nachts mitunter ein sehr störendes Geheul ausstoßen. Stinktiere sind ungefährlich, können aber, wenn sie bedroht werden, ein höchst unangenehm und dauerhaft riechendes Sekret auf die Ausrüstung oder den Menschen absondern. Vorsicht auch vor Waschbären (racoons), welche sehr aufdringlich werden können, wenn sie erst einmal gelernt haben, dass in der Nähe von Menschen der eine oder andere Futterbrocken abfällt. Die possierlich aussehenden Tiere plündern dann auch gern mal ohne jede Scheu Provianttaschen. Diese sollten deshalb entweder sicher weggeschlossen oder mittels einer langen Schnur von einem Baum herabgehängend aufbewahrt werden.

Im Südosten der USA geht von Krokodilen und Alligatoren Gefahr aus. Hier ist es vor allem wichtig, hinreichend Abstand zu den Tieren zu halten.

Giardiasis (Beaver Fever)

Giardiasis, auch bekannt als Beaver Fever, ist eine durch Protozoen im Wasser hervorgerufene Erkrankung. Der Erreger ist in Nordamerika weit verbreitet. Eine Infektion findet in der Regel über das Trinken von ungefiltertem Wasser aus Flüssen oder stehenden Gewässern statt. Die Symptome sind starker Durchfall. Um Giardiasis vorzubeugen, sollte Wasser immer für mindestens 5 Minuten abgekocht werden. Alternativ kann man das Wasser filtern oder chemische Zusätze wie Jodtabletten verwenden.

Sprache

  • Englisch
  • mit steigender Tendenz vor allem in der Nähe zu Mexiko auch Spanisch

Fahrradinformationen

An das Fahrrad werden keine besonderen Anforderungen gestellt. Gerade wegen des guten Straßenzustands kann problemlos mit einem eher leichten, auf Geschwindigkeit ausgelegten 28"-Rad und schmalen Reifen gefahren werden.

Regeln und Vorschriften

Es gibt keine bundeseinheitliche Straßenverkehrsordnung, jeder Staat hat seine eigene. Einen Einblick in die radfahrrelevanten Vorschriften bietet diese Übersicht. Zusätzlich können Kommunen noch Vorschriften erlassen, wie zum Beispiel eine Helmpflicht oder die Verpflichtung, sein Fahrrad zu registrieren. In der Praxis ist dies aber eher irrelevant.

Die Bußgelder bei Vergehen wie dem Überfahren eines Stop-Zeichens sind im Vergleich zu Deutschland oft sehr drastisch.

Rechts-vor-links existiert in den USA nicht. Stattdessen gibt es oft sogenannte 4-Way-Stops, bei denen alle Richtungen einer Kreuzung ein Stop-Schild haben. Hier gilt dann: wer zuerst an der Kreuzung ankommt, fährt auch als erster weiter.

Versorgungslage für Ersatzteile

Die Ersatzteilversorgung ist zwar besonders in den dünn besiedelten Staaten teilweise schwierig, doch notfalls kann durch Anruf bei z.B. überregionalen Händlern schnell Ersatz per Post bestellt werden. Große Supermärkte (z.B. Walmart) bieten auch eine kleine Auswahl der wichtigsten Fahrradteile an, zwar meist von minderer Qualität, aber auch damit lässt sich zumindest ein Stück weiter fahren.

Transport

Anreise

Von jedem großen deutschen Flughafen gibt es Direktflüge in die USA. Die Preise für die Fahrradbeförderung von amerikanischen Fluglinien sind im Vergleich zu den meisten europäischen Linien recht hoch. Vorsicht geboten ist bei Codeshare-Flügen, da immer die Beförderungsbedingungen der Fluglinie gelten, die den Flug tatsächlich durchführt.

Transport im Land

Zug

Amtrak transportiert auf vielen ihrer Linien Fahrräder zu günstigen Konditionen. Entweder kann man die Fahrräder unverpackt im Zug mitnehmen (dies ist allerdings nur auf wenigen Linien möglich und erfordert teilweise eine Reservierung, siehe unten) oder man gibt die Räder verpackt als "checked baggage" für 5 Dollar auf. Letzteres ist nur möglich zwischen Stationen, die "checked baggage service" anbieten (diese Informationen finden sich u.a. im Routenplaner). An den dortigen Gepäckschaltern kann man auch für 15 Dollar Pappboxen kaufen. Eine telefonische Anfrage, ob Boxen verfügbar sind, ist sinnvoll. Gebrauchte Pappboxen werden - sofern verfügbar - kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Pappboxen sind in der Regel so groß, dass man lediglich den Lenker verdrehen muss, um das Fahrrad darin unterzubringen. Zur Gepäckaufgabe sollte man in der Regel mindestens eine Stunde vor Abfahrszeit des Zuges erscheinen. Das Fahrrad kann dan am Zielbahnhof an der Gepäckstelle abgeholt werden. Den Karton kann man dort auch gleich zurücklassen - der nächste Radler wird sich freuen.

Ausführliche Informationen zum Fahrradtransport (auf Englisch) finden sich auf dieser Seite.

Allgemein muss darauf hingewiesen werden, dass die Zugverspätungen von teils mehreren Stunden im Fernverkehr eher die Regel als die Ausnahme sind. Eine zeitkritische Reiseplanung (etwa per Zug zum Abflughafen) ist also problematisch.

Flugzeug

Angesichts der Distanzen in den USA ist das Fliegen oft die sinnvollste Reisemöglichkeit. Allerdings haben sich die Transportbedingungen für Fahrräder in den letzten Jahren erheblich verschlechtert. Die meisten US-amerikanischen Fluglinien berechnen inzwischen sehr hohe Gebühren für den Fahrradtransport, was das Fliegen mit Rad oft unökonomisch macht. Die entsprechenden Regeln ändern sich leider sehr häufig. Deshalb ist es sinnvoll, im Voraus direkt mit der entsprechenden Fluggesellschaft Kontakt aufzunehmen.

Bus

Greyhound-Busse verbinden die meisten mittleren und großen Städte in den USA. Sie sind eine relativ konstengünstige Transportmöglichkeit. Die Mitnahme von Fahrrädern ist prinzipiell möglich. Die Fahrräder müssen verpackt sein, wofür Greyhound in manchen Stationen entsprechende Boxen vorhält, worauf man sich aber nicht verlassen kann. Je nach Gewicht und Größe fällt unter Umständen eine Übergepäckgebühr an. Da der Gepäckraum in Bussen begrenzt ist, sollte man rechtzeitig am Abfahrtsort erscheinen und sich in die Schlange stellen. Ansonsten muss man möglicherweise auf den nächsten Bus warten, der unter Umständen erst am nächsten Tag fährt. Eine Vorabreservierung ist nicht notwendig.

Gepäckinformationen von Greyhound

In den letzten Jahre sind verstärkt Buslinien nach dem Modell der Billigflieger auf dem Markt erschienen (MegaBus, Bolt). Das heißt, sie bedienen nur bestimmte Routen, erfordern eine Vorausbuchung, bieten aber im Gegenzug ein begrenztes Kontingent sehr billiger Plätze an (z.B. Boston–New York für 1 Dollar). Welche dieser Anbieter Fahrräder transportieren ist nicht bekannt.

Mietwagen

Mietwagen können eine Alternative sein auf Routen, die von anderen Verkehrsmitteln nur schlecht bedient werden. Einweg-Mieten sind deutlich teurer als die Miete bei Rückgabe am gleichen Ort; es gibt aber einige Staaten, in denen die Einweg-Miete zum gleichen Preis angeboten werden muss. Im Allgemeinen ist es sinnvoll, einen Mietwagen schon von Deutschland aus bei einem darauf spezialisierten Unternehmen zu buchen. Die dort angebotenen Preise sind günstiger als die bei den amerikanischen Vermietern direkt, und sie beinhalten einen guten Versicherungsschutz – etwas was bei den amerikanischen Preisen fast nie enthalten ist.


Anhalter

Da allgemein der öffentliche Nahverkehr nur schwach ausgebaut bzw. überhaupt nicht vorhanden ist, muss man sich hin und wieder als Anhalter (hitchhiker) versuchen. In dünn besiedelten Regionen sind die Chancen hierfür recht gut, auch da fast jedes Auto ein Pickup ist und somit über ausreichend Stauraum verfügt. In dichter besiedelten Gegenden haftet Anhaltern allerdings teilweise ein negatives Image (aufgrund von einzelnen Verbrechen) nach. In einigen Gegenden ist das Anhalten verboten (z.B. im Umfeld von Gefängnissen). Das Fahren per Anhalter kann eine Option sein, um mit Fahrradverboten belegte Streckenabschnitte (siehe unten) zu bewältigen.

Straßen

Straßennetz, allgemeine Informationen

Ausgewiesene Radwege abseits des motorisierten Verkehrs, wie etwa die deutschen Flussradwege, existieren in den USA kaum. Die wenigen Ausnahmen verlaufen meist auf ehemaligen Bahnstrecken oder entlang von Kanälen. Radreisen finden dementsprechend zumeist auf normalen Straßen statt. Im Verhältnis zur Bevölkerungsdichte ist das Straßennetz in den USA sehr gut ausgebaut, was bedeutet, dass auf kleineren Straßen oft sehr wenig Verkehr ist und das Radfahren sehr angenehm ist. Größere Straßen außerhalb von Ortschaften haben oft eine "shoulder", was ein breiter, meist asphaltierter Seitenstreifen ist, der sich hervorragend zum Radfahren eignet. Das Vorhandensein und der Zustand der Seitenstreifen variiert allerdings von Bundestaat zu Bundesstaat. Praktisch alle Straßen haben einen eindeutigen Namen oder eine Nummer, die man an Straßenkreuzungen auf gut sichtbaren Schildern erkennen kann. Zusätzlich verlaufen viele Straßen entlang eines Rasters von Nord nach Süd oder von Ost nach West und machen dies auch auf Schildern deutlich (z.B. NY-34N = New York Highway 34 Richtung Norden) Dies vereinfacht die Navigation sehr.

Mit der Ausnahme von Interstate-Highways und explizit mit Fahrradverbot ausgewiesenen Straßen, darf man alle Straßen mit dem Fahrrad befahren. In dünn besiedelten Staaten, in denen es keine alternativen Straßen gibt, ist das Benutzen von Interstate-Highways auf manchen Abschnitten erlaubt. Für den Radreisenden problematisch können Flussüberquerungen, vor allem in der Nähe von großen Städten, sein. Tunnel und Brücken haben oft Fahrradverbote und Alternativen wie Fähren oder Umfahrungen ohne große Umwege existieren häufig nicht. In einigen Staaten ist die Benutzung von Fahrradwegen und -streifen verpflichtend. Radwege und -streifen sind allerdings noch sehr selten und nur innerhalb von Städten zu finden.

In einigen Staaten weisen größere Straßen so genannte Rumble Strips auf. Dies sind etwa 30 cm breite Ausfräsungen zwischen Fahrbahnrand und Seitenstreifen, die abdriftende Autofahrer beim Überfahren durch lautes Rumpeln aufwecken sollen. Für Radfahrer sind Rumble Strips beim Überfahren sehr unangenehm und können bei Ausweichmanövern Stürze verursachen.

Der Straßenbelag ist im Vergleich zu Deutschland allgemein gut bis sehr gut. Nicht-asphaltierte Straßen existieren und sind auf Landkarten oft nicht als solche zu erkennen. In den nördlichen Staaten werden die Straßen durch die strengen Winter sehr in Mitleidenschaft gezogen, was dann im Sommer zu oft kilometerlangen Baustellen führen kann. Für Radreisende können einspurige Baustellen manchmal zu einem Problem werden, da man mit dem Fahrrad zu langsam ist. Allerdings werden lange Baustellen in der Regel nicht mit Ampeln abgesichert, sondern von mit Funk verbundenen Bauarbeitern oder man folgt einem Führungsfahrzeug durch die Baustelle.

In den berühmten Nationalparks wie etwa dem Yellowstone-Park muss man in der Hochsaison mit engen Straßen und einem hohen Verkehrsaufkommen von oft überbreiten Wohnwagen und -mobilen rechnen. Andererseits gibt es auch Parks mit zeitlich-/räumlichen Privat-Pkw-Verboten wie etwa Zion und Grand Canyon.

Routen und Touren

Adventure Cycling Association

Die Adventure Cycling Association (ACA) hat eine Reihe von sehr schönen Radfernrouten erstellt. Eine Überblickskarte findet sich hier (pdf-Datei). Zusätzlich zu den Karten bietet die ACA auch organisierte Radtouren mit und ohne Begleitfahrzeug an.

  • Adirondack Park Loop: 634 km-Rundkurs im Adirondack State Park in New York
  • Alleghenny Mountains Loop: 638 km-Roundkurs in Virginia und West Virginia. Teilweise auf nicht-asphaltierten Straßen und stillgelegten Bahnlinien
  • Atlantic Coast: 4300 km entlang der Atlantikküste von Bar Harbor in Maine bis nach Key West in Florida
  • Florida Connector: zwei Rundkurse im Süden Floridas, die sich gut für die Wintermonate eignen. 858 km
  • Grand Canyon: Verbindung zwischen der Western Express- und der Southern Tier-Route, die zu den beiden Nationalparks Zion und Grand Canyon führt. 923 km
  • Great Divide: Die "längste nicht-asphaltierte Fahrradroute der Welt" von Antelope Wells in New Mexico bis nach Roosville in Montana (4012 km) bzw. nach Banff in Alberta (4358 km). 60.000 Höhenmeter.
  • Great Parks
    • Great Parks North: Von Jasper in Alberta nach Pueblo in Colorado (ca. 3000 km)
    • Great Parks South: Über 11 Pässe von Steamboat Springs nach Durango in Colorado. Führt über die höchste asphaltierte Straße der USA (3713 m). 1118 km
  • Great Rivers: Nord-Süd-Route im mittleren Westen, von Muscatine in Iowa nach St. Francisville in Louisiana, die viele der Mississippi-Zuflüsse kreuzt, aber selten an Flüssen entlang führt. 2130 km
  • Green Mountains Loop: 605 km-Rundkurs in den Green Mountains von Vermont
  • Lake Erie: Abkürzung für die Verbindung zwischen der Northern Lakes- und der Northern Tier-Route
  • Lewis & Clark: Vom mittleren Westen in Illinois bis zur Pazifik-Küste in Oregon in den Fußstapfen der Lewis-und-Clark-Expedition, 5670 km
  • North Lakes: Flache Route durch Michigan, Indiana und Wisconsin. Kann als nördliche Alternative auf der Northern Tier-Route verwendet werden.
  • Northern Tier: Die nördlichste der drei Routen von Ost- zu Westküste. Parallel zur kanadischen Grenze von Bar Harbor in Maine nach Anacortes in Washingtom. 6945 km
  • Pacific Coast Route: Eine der schönsten und bekannesten Radtouren innerhalb der USA, entlang der Pazifikküste auf den Highways 101 und California 1 durch die Bundesstaaten Washington (bzw. Start in Vancouver, British Columbia, Kanada) über Oregon und Kalifornien bis Los Angeles oder San Diego kurz vor der mexikanischen Grenze.
  • Sierra Cascades Route: Nord-Süd-Route von der kanadischen Grenze durch die Cascades und die Sierra Nevada zur Grenze zu Mexiko. 3847 km. Überblickskarte
  • Southern Tier: Die kürzeste und südlichste Verbindung zwischen Ost- und Westküste, die sich am besten zwischen Herbst und Frühjahr fährt. Verbindet auf 4976 Kilometern San Diego in Kalifornien mit St. Augustine in Florida
  • Tidewater Potomac: In Washington DC beginnender 600 km-Rundkurs durch Virginia und Maryland
  • Transamerica: Die älteste und längste der Fahrradrouten zwischen Ost- und Westküste. 6859 Kilometer von Yorktown in Virginia nach Astoria in Oregon.
  • Utah Cliffs Loop: 462 km-Rundkurs in Utah
  • Underground Railroad: Nord-Süd-Route von Owen Sound in Ontario zur Golfküste in Alabama. 3231 km
  • Washington Parks: doppelter Rundkurs im Staat Washington, 1400 km.
  • Western Express: südliche kürzere, aber schwierigere Variante für die Transamerica-Route. Von Pueblo in Colorado nach San Francisco in Kalifornien, 2557 km.

Andere Routen

Gesundheit und Ernährung

Gesundheitsversorgung

Ernährung und Versorgungssituation

In Supermärkten lässt sich oft etwas Geld sparen, indem man vor dem Einkauf eine Kundenkarte (ähnlich wie bei uns die PayBack-Karten) an der Info erwirbt. Die anzugebende Adresse ist ohne Bedeutung. Damit sammelt man keine Punkte, sondern erhält viele Produkte billiger.

Viele Restaurants und Supermärkte haben strenge Richtlinien für den Alkoholverkauf: egal wie alt man ist, man muss beim Bestellen bzw. Bezahlen den Ausweis vorzeigen. Teilweise wird dabei sogar der Reisepass verlangt. Viele Staaten haben auch zeitliche Beschränkungen für den Alkoholverkauf.

Unterkunft

Hotels, Motels

Motels sind aus verschiedenen Gründen zweckmäßige Unterkünfte für Radler:

  • Verbreitung: Motels gibts teilweise in kleinsten Ortschaften und manchmal gar an Strassenkreuzungen mitten in der Wüste. In der höchsten Dichte treten sie allerdings an den Anschlussstellen der Interstate-Highways auf.
  • Lage: Meist an den Ausfallstraßen der Ortschaften gelegen sind sie bequem erreichbar und leicht zu finden.
  • Bauweise: meist ebenerdig oder mit maximal einem Stockwerk und vom Parkplatz her direkt zugängig. So lässt sich das Fahrrad bequem abstellen oder ins Zimmer nehmen. Zimmer haben eigene Badezimmer, meist mit Bad. Da lässt es sich auch bequem Wäsche waschen.
  • Ausstattung: sehr viele Motel haben Münzwaschmaschinen und -trockner. Kostenloses Internet ist meist im Preis inbegriffen.
  • Preis: erschwinglich, besonders wenn man zu zweit reist, denn im Motel bezahlt man pro Zimmer.
  • Verfügbarkeit: Eine Vorausbuchung ist in den meisten Fällen nicht notwendig.

Motels haben gelegentlich aber auch ihre Schattenseiten:

  • Bauweise: Die Zimmer sind häufig schlecht gedämmt (Wärme und Schall). Lärmebelästigungen durch Verkehrslärm, laute Klimaanlagen, lärmende bzw. nachtaktive Zimmernachbarn.
  • Lage: Außer Fast-Food-Restaurants, Tankstellen und manchmal einer Mall, findet sich in der Umgebung der meisten Motels nichts Interessantes. Um das Motel zu erreichen, ist manchmal das Bewältigen von vielspurigen, stark befahrenen Straßen notwendig.
  • Sauberkeit: Bei den großen Ketten in der Regel sehr sauber. Lässt die Sauberkeit zu wünschen übrig: prüfen, ob ein anderes Zimmer verfügbar ist oder Nachreinigung verlangen (oder einfach weiter zum nächsten Motel radeln, falls Option vorhanden).
  • Service: Man darf nicht viel erwarten. Motels sind oft "understaffed". Außer einem mehr oder weniger guten Frühstück sind Mahlzeiten im Motel selber nicht erhältlich (aber oft im Fast Food oder der Tankstelle nebenan).

Häufig lassen sich beim Zimmerpreis mit Coupons ein paar Dollar sparen. Die Coupons findet man in einem Heft namens "Roomsaver", das oft an Tankstellen, Raststätten oder Touristeninformationen ausliegt. Oft haben die Coupons Einschränkungen hinsichtlich des Wochentags oder sie sind abhängig von der Zimmer-Verfügbarkeit. Inzwischen gibt es denn Roomsaver [2] auch online – was dem Radreisenden aber nur bedingt hilft, da man die Coupons ausdrucken muss. Wenn man vorhat, sehr viel in Motels zu übernachten, kann es sich unter Umständen auch lohnen, im AAA, dem amerikanischen Pendant zum ADAC, Mitglied zu werden. Die Mitgliedschaft kostet 54 Dollar und bietet einen Rabatt in vielen Hotel- und Motelketten (z.B. 10% bei Best Western).

Camping

Private Campings und Camping-Ketten

Es existieren zahlreiche private Campings und Camping-Ketten, wie z.B. KOA, welche leider mehr auf die Bedürfnisse von RVs (Campervans) ausgerichtet sind als auf jene für Radler mit Zelten. Entsprechend gibt es zwar Anschlüsse für Strom, Wasser bis hin zu Kabelfernsehen, aber oft nur Hartplätze, ohne Möglichkeit, Heringe einzuschlagen. Außerdem bezahlt man fast immer pro Stellplatz, also genauso viel, ob man nun ein 1-Mann Zelt oder einen Airstream hinstellt.

National- und State-Parks

Meist billiger und näher an der Natur sind die Campingplätze in den National- und State-Parks. Es lohnt sich, dazu detaillierte Karten anzuschauen, in der Umgebung Erkundigungen einzuholen und auch mal einen Umweg in eine 15 Meilen Sackgasse in Kauf zu nehmen. Wer sich darauf einlässt, wird mit nicht alltäglichen Campingerlebnissen fernab der Touristenstöme am Busen der Natur belohnt. Während der Hauptsaison können diese Parks in beliebten Parks allerdings oft ausgebucht sein. In diesem Fall sollte man auf dem Platz herumfragen, ob jemand seinen (meist großzügig dimensionierten) Stellplatz mit einem teilen will.

Durch die immer schlechtere Haushaltssituation der Bundesstaaten hat in den Jahren nach der Finanzkrise von 2008 auch das Budget der State-Parks gelitten. Für den Radreisenden macht sich dies in verringertem Service, schlechterem Zustand, höheren Gebühren und im schlimmsten Fall der Schließung von kompletten Parks bemerkbar. Man sollte sich also auf jeden Fall vorab nach dem aktuellen Status der Parks im Internet oder per Telefon erkundigen. Dies ist auch sinnvoll, da oft Teile von Parks und Campingplätze wegen Sturm-, Hochwasserschäden oder Erdrutschen für längere Zeit gesperrt bleiben.

"Bike & Hike Sites"

Empfehlenswert für Radler sind besonders die "Bike & Hike Sites" in manchen National- und State-Parks (designierte Bereiche für Wanderer und Radler). Dort trifft sich seinesgleichen, die Lage ist oft wunderschön und die Preise sind moderat. Allerdings wird in der Regel pro Person abgerechnet und Hiker/Biker Sites existieren nur in Washington, Oregon und Kalifornien. Die Nutzungsbedingungen unterscheiden sich von Park zu Park. Die Aufenthaltsdauer ist meist auf maximal drei aufeinanderfolgende Nächte limitiert - bei einigen Plätzen aber auch auf nur eine einzige Nacht.

Wildzelten

Wildzelten lässt sich am besten und ruhigsten in den National und State Forests, wo das Wildzelten meist erlaubt ist. Dabei sind allerdings einige Regeln einzuhalten (keine Spuren hinterlassen, kein Feuer, Mindestabstand zu Flussläufen und Wegen etc.) Dafür auch detaillierte Karten konsultieren. In ländlichen Gebieten lässt sich nach Rücksprache mit den Besitzern auch meist problemlos auf Privatgrund zelten. Wildzelten in städtischem Gebiet ist aus verschiedenen Gründen (Lärm, Sicherheit, Unverständnis und Misstrauen der Anwohner) nicht empfehlenswert.

Jugendherbergen, Backpackers

Couchsurfing

Weit verbreitet ist in den USA auch Couchsurfing – nach der Anmeldung bei dieser Homepage kann man den gewünschten Ort suchen und schauen ob dort ein anderer Couchsurfer wohnt – empfiehlt sich allerdings schon ein paar Tage im voraus anzufragen. Diese Möglichkeit bietet nicht nur Vorteile nach mehreren Nächten im Zelt und trotzdem einem geringen Reisebudget, sondern vielmehr auch, mal echte Amerikaner kennen zu lernen und mit diesen evt. mal etwas mehr und intensiver über das ein oder andere Thema zu reden – auf der Straße wirst du zwar oft angesprochen werden, allerdings bleibt es eben meist bei diesem Smalltalk. Generell wirst du aber in den USA schneller nicht nur zu einer Dose Bier oder Essen sondern eben auch hin und wieder mal spontan zum Übernachten eingeladen.

Regionen

Viele Radtouristen bevorzugen den Westen der USA gegenüber dem Osten. Der Westen ist im Durchschnitt dünner besiedelt, damit verbunden recht wenig Verkehr. Ebenso liegen hier die meisten großen Naturparadiese, egal ob kühle Rocky Mountains, weite Prärien, Halbwüsten, Sandwüsten, Wälder und die grandiose Pazifikküste. Auch beherbergt die Westküste interessante Städte wie San Francisco, Portland und -- kurz hinter der Grenze in Kanada -- Vancouver. Ein weiterer Vorteil des Westens ist der Anteil an staatlichem Landbesitz. Relevant ist dies vor allem beim Campen. Auf Land im Staatsbesitz ist oft entweder das wilde Campen erlaubt, oder es gibt Campingplätze.

Im Osten locken hingegen die Neuenglandstaaten (vor allem im bekannten Indian Summer), die Atlantikküste, die Appalachen mit dem Blue Ridge Parkway, die großen Seen, Florida oder Städte wie Boston, New York City und Washington DC. Auch bieten sich diese bei weniger Zeit ein, dauert ein Flug von Deutschland in den Osten der USA doch teilweise nur die Hälfte und kostet weniger.

Literatur

Karten

Oft befinden sich an den Grenzen der einzelnen Staaten sogenannte "Welcome-Center", die neben touristischen Informationen auch kostenlose, je nach Gegend ausreichend brauchbare Karten ausgeben. Kostenlose regionale Karten findet man oft "Visitor Centers", die es teilweise auch in kleineren Städten gibt. Im Internet finden sich auf den Seiten der Verkehrbehörden (DOT, Department of Transportation) der einzelnen Staaten ebenfalls oft kostenlose Karten, entweder als PDF oder zur kostenlosen Bestellung (Lieferung in der Regel aber nur in die USA). Diese Karten sind aber in der Regel für Autofahrer und damit nur zur groben Orientierung brauchbar.

Manche Bundesstaaten haben einige wenige Radfernrouten ausgeschildert und bieten meist kostenlose Karten für diese an. Auch diese finden sich in der Regel auf den Seiten der DOTs des jeweiligen Staates (siehe auch Links unten). Ob eine Lieferung ins Ausland möglich ist, ist unklar.

Speziell auf Radfahrer abgestimmte Karten für bestimmte Regionen (analog zu den ADFC-Regionalkarten in Deutschland) gibt es nicht oder nur sehr selten.

Wenn man einer der vielen Routen der Adventure Cycling Association (ACA) folgt, sind deren Karten ideal, da sie sehr detailliert sind und sämtliche für Radreisende relevanten Informationen enthalten. Der Nachteil der Karten ist, dass Sie jeweils nur das direkte Umfeld der Route abbilden. Weicht man von dieser an, benötigt man anderes Kartenmaterial. Die ACA-Karten kann man nur online gedruckt bestellen, ein kostenloser und eingeschränkter Download der Routen im gpx-Format ist möglich.

GPS

Im Gegensatz zu Deutschland sind von der öffentlichen Hand erstellte Geodaten in den USA gemeinfrei. Eine Konsequenz daraus ist, dass OpenStreetMap für das gesamte Gebiet der USA herunterladbares Kartenmaterial anbietet. Gleichzeitig ist die OpenStreetMap-Community in den USA aber verhältnismäßig klein und die Qualität der Geodaten beschränkt. Zur reinen Navigation auf Straßen ist OpenStreetMap brauchbar, aber darüber hinaus gehende Informationen (etwa Campingplätze, Off-Road-Wege) fehlen für große Teile der USA. Garmin verkauft topografische Karten in den Maßstäben 1:24.000 und 1:100.000, entweder für die gesamten USA oder für einzelne Regionen. Wer allerdings nicht vorhat, das Straßennetz zu verlassen, ist vermutlich mit dem routingfähigen City Navigator NT besser bedient, da dieser auch eine große Anzahl hilfreicher Points of Interest enthält.

Als Quelle für kostenlose GPS-Tracks bieten sich z. B. GPSies (weniger populär als in Deutschland), MapMyRide oder RidewithGPS.com an. Die Adventure Cycling Association stellt GPS-Routen ihrer Streckenvorschläge für den privaten Gebrauch kostenlos zur Verfügung.

Google Maps bietet für das komplette Gebiet der USA ein Fahrradrouting an. Die Qualität der erstellten Strecken ist aber, wie bei den meisten automatischen Routern, schwankend. Das Herunterladen der so erstellten Route als Track ist nur auf Umwegen möglich.

Reiseführer

  • Voelker, Stefan; Wiegers, Raphaela; Carle, Clemens: BikeBuch USA/ Canada. Reise Know-How Verlag 2004. ISBN 3896623893
  • zur ersten Orientierung: USA-Kapitel (ca. 50 Seiten) im Fahrrad-Weltführer von Helmut Herrmann, Reise Know-How 2002, ISBN 3-89662-304-4
  • Cycline Guide San Francisco Bay Trail, Michael Cramer ISBN 978-3850001519
  • Tom Kirkendall, Vicky Spring: Bicycling the Pacific Coast ISBN 0-89886-562-X

Reiseberichte

Roland Schmellenkamp: Southern Tier – über 5000 Kilometer mit dem Fahrrad durch die USA (2011)

Weblinks