Ventil: Unterschied zwischen den Versionen

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('''Bauarten und Handhabung''')
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'''Blitzventil oder auch Dunlopventil genannt'''
 
'''Blitzventil oder auch Dunlopventil genannt'''
  
Das Blitzventil ist eine Weiterentwicklung des Dunlopventils. Das Dunlopventil war sehr einfach aufgebaut, hatte aber den Nachteil, dass man es mit einer Handpumpe nur sehr schwer aufpumpen konnte. Das Blitzventil ist vollkommen anders aufgebaut, läßt sich einfacher aufpumpen und  es passt  in den gleichen Ventilsitz. Lange Zeit war diese Bauart die verbreiteste in Deutschland. Das Ventil wird in den Ventilsitz (für Felgenlochdurchmesser 8,3mm) gesteckt und mit einer Rändelüberwurfmutter gesichert. Daher ist es sehr leicht durch abschrauben der Überwurfmutter und lockern des Ventils die Luft aus dem Schlauch abzulassen oder gar das Ventil zu entwenden. Beim Aufpumpen öffnet der Überdruck der Pumpe das Ventil selbsttätig. Es verschließt sich ebenfalls selbsttätig. Für Laien ist dieses Ventil sehr einfach zu handhaben.
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Das Blitzventil ist eine Weiterentwicklung des Dunlopventils. Das Dunlopventil war sehr einfach aufgebaut, hatte aber den Nachteil, dass man es mit einer Handpumpe nur sehr schwer aufpumpen konnte. Das Blitzventil ist vollkommen anders aufgebaut, lässt sich einfacher aufpumpen und  es passt  in den gleichen Ventilsitz. Lange Zeit war diese Bauart die verbreiteste in Deutschland. Das Ventil wird in den Ventilsitz (für Felgenlochdurchmesser 8,3mm) gesteckt und mit einer Rändelüberwurfmutter gesichert. Daher ist es sehr leicht durch Abschrauben der Überwurfmutter und Lockern des Ventils die Luft aus dem Schlauch abzulassen oder gar das Ventil zu entwenden. Beim Aufpumpen öffnet der Überdruck der Pumpe das Ventil selbsttätig. Es verschließt sich ebenfalls selbsttätig. Für Laien ist dieses Ventil sehr einfach zu handhaben.
  
  
'''Sclaverandventil oder Rennradventil bzw. französiches Ventil genannt'''
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'''Sclaverandventil oder Rennradventil bzw. französisches Ventil genannt'''
  
Das Sclaverandventil ist sehr einfach aufgebaut, es sitzt in einem schmalerem Ventilsitz (für Felgenlochdurchmesser 6,5 mm) und ist deshalb die leichteste Ventilbauart. Es kann mit einer speziellen Überwurfmutter für den Ventilsitz auch in Felgen eingebaut werden, deren Ventilsitzloch 8,3 mm Durchmesser aufweist. Zum ein- und ausschrauben des Sclaverandventils in den Ventilsitz wird ein Gabelschlüssel benötigt. Es gibt aber auch Sclaverandventile die nicht herausgeschraubt werden können. Da das Ventil durch eine Rändelmutter gesichert wird, wird es von Laien oft fehlbedient. Bei dieser Bauart muss zum Ablassen der Luft das Ventil nicht ausgebaut werden. Einfach die Rändelmutter losschrauben und den Stift herein drücken und schon strömt die Luft heraus. Vor dem Aufpumpen ist es oft hilfreich, das Ventil durch hereindrücken des Stiftes kurz zu öffnen. Meistens passiert das von ganz alleine beim Aufsetzen der Pumpe an das Ventil. Wird eine Handpumpe zu weit über das Ventil geschoben, kann es sich nicht mehr selbsttätig verschließen. Dann strömt die hereingepumpte Luft wieder in die Pumpe zurück. Die Beinamen verraten, dass diese Bauart früher nur an Rennrädern oder Importfahrrädern (Frankreich war Jahrzehnte lang der größte Importeur hierzulande) Verwendung fand. Mittlerweile hat es sich bei den hochwertigeren Fahrrädern zum Standard entwickelt (Ausnahme MTB). Weitere Namen für diese Bauart sind Prestaventil, Reginaventil oder Schlauchreifenventil.
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Das Sclaverandventil ist sehr einfach aufgebaut, es sitzt in einem schmalerem Ventilsitz (für Felgenlochdurchmesser 6,5 mm) und ist deshalb die leichteste Ventilbauart. Es kann mit einer speziellen Überwurfmutter für den Ventilsitz auch in Felgen eingebaut werden, deren Ventilsitzloch 8,3 mm Durchmesser aufweist. Zum Ein- und Ausschrauben des Sclaverandventils in den Ventilsitz wird ein Gabelschlüssel benötigt. Es gibt aber auch Sclaverandventile die nicht herausgeschraubt werden können. Da das Ventil durch eine Rändelmutter gesichert wird, wird es von Laien oft fehlbedient. Bei dieser Bauart muss zum Ablassen der Luft das Ventil nicht ausgebaut werden. Einfach die Rändelmutter losschrauben und den Stift herein drücken und schon strömt die Luft heraus. Vor dem Aufpumpen ist es oft hilfreich, das Ventil durch hereindrücken des Stiftes kurz zu öffnen. Meistens passiert das von ganz alleine beim Aufsetzen der Pumpe an das Ventil. Wird eine Handpumpe zu weit über das Ventil geschoben, kann es sich nicht mehr selbsttätig verschließen. Dann strömt die hereingepumpte Luft wieder in die Pumpe zurück. Die Beinamen verraten, dass diese Bauart früher nur an Rennrädern oder Importfahrrädern (Frankreich war Jahrzehnte lang der größte Importeur hierzulande) Verwendung fand. Mittlerweile hat es sich bei den hochwertigeren Fahrrädern zum Standard entwickelt (Ausnahme MTB). Weitere Namen für diese Bauart sind Prestaventil, Reginaventil oder Schlauchreifenventil.
  
  
 
'''Schraderventil oder auch Autoventil genannt'''
 
'''Schraderventil oder auch Autoventil genannt'''
  
Da das Schraderventil nicht selbsttätig öffnet und schließt, ist es für Laien komplizierter zu handhaben. Zum ein- und ausschrauben des Schraderventils in den Ventilsitz wird ein spezieller geschlitzter Schraubendreher benötigt. Zum Aufpumpen wird ein Adapter benötigt, der den Stift im Ventil herunter drückt. Durch hereindrücken dieses Stiftes kann die Luft auch ohne Demontage des Ventils abgelassen werden. Da beim Schraderventil der Sift beim Befüllen immer heruntergedrückt sein muss, benötigen Handpumpen ein eigenes Rückschlagventil. Mit dem Mountainbike fand auch das Schraderventil weite Verbreitung. Da die MTB´s sehr großvolumige Reifen besitzen, ist es sehr mühsam dieses Volumen durch ein Blitz- oder Sclaverandventil in den Schlauch zu pumpen. An jeder Tankstelle sind Kompressoren verfügbar, mit denen man auf sehr einfache Weise den Schlauch mit dem großen Luftvolumen befüllen kann. Mittlerweile ist diese Bauart für alle Reifengrößen verfügbar, da der Ventilsitz den gleichen Durchmesser (für 8,3 mm Felgenlöcher) wie beim Blitzventil hat.
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Da das Schraderventil nicht selbsttätig öffnet, ist es für Laien ohne Erfahrungen mit Kraftfahrzeugen komplizierter zu handhaben. Zum Ein- und Ausbauen des Schraderventils in den Ventilsitz wird ein spezieller geschlitzter Schraubendreher oder eine ''Schlüsselventilkappe'', die auf der Oberseite das entsprechende Profil trägt, verwendet. Schlüsselventilkappen sind am Tankstellen oder bei Reifenhändlern erhältlich. Zum Aufpumpen wird ein dafür ausgelegter Pumpenkopf (den es bei jeder Kfz-Luftpumpe gibt) oder ein Adapter benötigt, der den Stift im Ventil herunter drückt. Durch Hereindrücken dieses Stiftes kann die Luft auch ohne Demontage des Ventils abgelassen werden. Da beim Schraderventil der Sift beim Befüllen immer heruntergedrückt sein muss, benötigen Luftpumpen ein eigenes Rückschlagventil. Damit ist es einfach möglich, mit Hilfe eines Manometers (an der Luftpumpe) den Reifendruck zu messen. Mit dem Mountainbike fand auch das Schraderventil weite Verbreitung. Da die MTBs sehr großvolumige Reifen besitzen, ist es sehr mühsam dieses Volumen durch ein Blitz- oder Sclaverandventil in den Schlauch zu pumpen. An jeder Tankstelle sind Kompressoren verfügbar, mit denen man auf sehr einfache Weise den Schlauch mit dem großen Luftvolumen befüllen kann. Mittlerweile ist diese Bauart für alle Reifengrößen verfügbar, da der Ventilsitz den gleichen Durchmesser (für 8,3 mm Felgenbohrungen) wie beim Blitzventil hat.

Version vom 12. Mai 2010, 01:56 Uhr

(auch Fahrradventil oder Schlauchventil)


Aufgabe und Funktion

Das Ventil hat die Aufgabe, hereingepumpte Luft im Schlauch zu halten. Das klassiche Fahrradventil ist ein Rückschlagventil. Ist der Druck von außen höher (von der Pumpe oder vom Kompressor), öffnet es und läßt Luft hereinströmen. Es verschließt sich selbsttätig. Das Ventil läßt sich, je nach Bauart, öffnen oder herausschrauben um die Luft auch wieder aus dem Schlauch abzulassen.


Bauarten und Handhabung

Es gibt drei Bauarten die untereinander nicht kompatibel sind:


Blitzventil oder auch Dunlopventil genannt

Das Blitzventil ist eine Weiterentwicklung des Dunlopventils. Das Dunlopventil war sehr einfach aufgebaut, hatte aber den Nachteil, dass man es mit einer Handpumpe nur sehr schwer aufpumpen konnte. Das Blitzventil ist vollkommen anders aufgebaut, lässt sich einfacher aufpumpen und es passt in den gleichen Ventilsitz. Lange Zeit war diese Bauart die verbreiteste in Deutschland. Das Ventil wird in den Ventilsitz (für Felgenlochdurchmesser 8,3mm) gesteckt und mit einer Rändelüberwurfmutter gesichert. Daher ist es sehr leicht durch Abschrauben der Überwurfmutter und Lockern des Ventils die Luft aus dem Schlauch abzulassen oder gar das Ventil zu entwenden. Beim Aufpumpen öffnet der Überdruck der Pumpe das Ventil selbsttätig. Es verschließt sich ebenfalls selbsttätig. Für Laien ist dieses Ventil sehr einfach zu handhaben.


Sclaverandventil oder Rennradventil bzw. französisches Ventil genannt

Das Sclaverandventil ist sehr einfach aufgebaut, es sitzt in einem schmalerem Ventilsitz (für Felgenlochdurchmesser 6,5 mm) und ist deshalb die leichteste Ventilbauart. Es kann mit einer speziellen Überwurfmutter für den Ventilsitz auch in Felgen eingebaut werden, deren Ventilsitzloch 8,3 mm Durchmesser aufweist. Zum Ein- und Ausschrauben des Sclaverandventils in den Ventilsitz wird ein Gabelschlüssel benötigt. Es gibt aber auch Sclaverandventile die nicht herausgeschraubt werden können. Da das Ventil durch eine Rändelmutter gesichert wird, wird es von Laien oft fehlbedient. Bei dieser Bauart muss zum Ablassen der Luft das Ventil nicht ausgebaut werden. Einfach die Rändelmutter losschrauben und den Stift herein drücken und schon strömt die Luft heraus. Vor dem Aufpumpen ist es oft hilfreich, das Ventil durch hereindrücken des Stiftes kurz zu öffnen. Meistens passiert das von ganz alleine beim Aufsetzen der Pumpe an das Ventil. Wird eine Handpumpe zu weit über das Ventil geschoben, kann es sich nicht mehr selbsttätig verschließen. Dann strömt die hereingepumpte Luft wieder in die Pumpe zurück. Die Beinamen verraten, dass diese Bauart früher nur an Rennrädern oder Importfahrrädern (Frankreich war Jahrzehnte lang der größte Importeur hierzulande) Verwendung fand. Mittlerweile hat es sich bei den hochwertigeren Fahrrädern zum Standard entwickelt (Ausnahme MTB). Weitere Namen für diese Bauart sind Prestaventil, Reginaventil oder Schlauchreifenventil.


Schraderventil oder auch Autoventil genannt

Da das Schraderventil nicht selbsttätig öffnet, ist es für Laien ohne Erfahrungen mit Kraftfahrzeugen komplizierter zu handhaben. Zum Ein- und Ausbauen des Schraderventils in den Ventilsitz wird ein spezieller geschlitzter Schraubendreher oder eine Schlüsselventilkappe, die auf der Oberseite das entsprechende Profil trägt, verwendet. Schlüsselventilkappen sind am Tankstellen oder bei Reifenhändlern erhältlich. Zum Aufpumpen wird ein dafür ausgelegter Pumpenkopf (den es bei jeder Kfz-Luftpumpe gibt) oder ein Adapter benötigt, der den Stift im Ventil herunter drückt. Durch Hereindrücken dieses Stiftes kann die Luft auch ohne Demontage des Ventils abgelassen werden. Da beim Schraderventil der Sift beim Befüllen immer heruntergedrückt sein muss, benötigen Luftpumpen ein eigenes Rückschlagventil. Damit ist es einfach möglich, mit Hilfe eines Manometers (an der Luftpumpe) den Reifendruck zu messen. Mit dem Mountainbike fand auch das Schraderventil weite Verbreitung. Da die MTBs sehr großvolumige Reifen besitzen, ist es sehr mühsam dieses Volumen durch ein Blitz- oder Sclaverandventil in den Schlauch zu pumpen. An jeder Tankstelle sind Kompressoren verfügbar, mit denen man auf sehr einfache Weise den Schlauch mit dem großen Luftvolumen befüllen kann. Mittlerweile ist diese Bauart für alle Reifengrößen verfügbar, da der Ventilsitz den gleichen Durchmesser (für 8,3 mm Felgenbohrungen) wie beim Blitzventil hat.