Reiseapotheke

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Alle Informationen in diesem Artikel beruhen auf Erfahrungen von Reiseradlern und sind in keiner Weise als ärztliche Therapieempfehlung zu verstehen.

Es handelt sich um Informationen von medizinischen Laien!

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Erste-Hilfe-Set

Es muss kein großer Verbandkasten aus dem Auto sein. In vielen Apotheken und Drogerien gibt es kleine Täschchen, die das Nötigste an Verbandmitteln beinhalten. Auch Outdoorhersteller wie Vaude, Tatonka und Co. bieten entsprechende Sets an.

Das Erste-Hilfe-Set bildet die Basis für schnelle Hilfe und sollte auf jeder Tour mitgenommen werden.

Beim Packen sollte man darauf achten, dass es schnell erreichbar ist, aber doch geschützt vor Wasser und Feuchtigkeit bleibt. Sonst steht es schlecht um die Sterilität der Wundverbände.

Mindestens enthalten sein sollten:

  • Wundschnellverband für kleine Wunden
  • Wundkompressen für etwas größere Verletzungen
  • Mullbinden/Verbandpäckchen für Druckverbände
  • kleine Schere
  • Heftpflaster
  • 1 Paar Schutzhandschuhe (Vinyl)
  • Wunddesinfektionsspray (siehe Medikamente) zur Wundreinigung

Zusätzlich sollte man damit ergänzen:

  • Rettungsdecke gold/silber gegen Auskühlung
  • Splitter-Pinzette
  • Zeckenzange

Reiseapotheke

Für eine länger als ein Wochenende dauernde Tour sollte man sich auch auf gesundheitliche Probleme vorbereiten, die nicht nur durch Unfälle hervorgerufen werden. Dazu empfiehlt sich eine weitere kleine Tasche, die neben dem Erste-Hilfe-Set mitgenommen werden kann.

Hier gehören hinein:

  • Fieberthermometer
  • eine Auswahl an Medikamenten zur Linderung von Beschwerden
  • ggf. persönliche Medikamente zur täglichen Einnahme
  • Insekten- und Sonnenschutzmittel
  • je nach Reiseland weitere Mittel, z.B. zur Vorbeugung gegen Malaria

Die Bestückung der Reiseapotheke ist sehr individuell und hängt natürlich auch von der eigenen Gesundheit und der Art und Dauer der geplanten Tour ab.

Klassische Mittel

Bei allen oben genannten Medikamenten gilt: 
Sollten die Beschwerden nicht innerhalb von wenigen Tagen besser werden, ist ein Arzt aufzusuchen.
Bitte Packungsbeilage beachten.

Am besten nimmt man Medikamente mit auf Reisen, deren Gebrauch man schon von zu Hause her kennt und die man gut verträgt. Bei Unsicherheiten bezüglich der Medikamente kann man sich vorher schon an seinen Hausarzt oder den Apotheker seines Vertrauens wenden. Wer regelmäßig andere Medikamente einnehmen muss, sollte in jedem Fall seinen Arzt fragen, was er noch einnehmen darf und was auf keinen Fall.

Kennt man den Wirkstoff der Medikamente und ist man über deren Anwendung informiert, kann man sich die Medikamente im Ausland beschaffen. Meist ist dasselbe Medikament im Ausland günstiger, als in Deutschland, oft auch günstiger als die Rezeptzuzahlung (Stand 2010: 5 EUR).

Homöopathische Arzneien

Homöopathische Medikamente sind in der Regel arm an Nebenwirkungen, aber nicht generell frei von Nebenwirkungen! Vor der Selbstbehandlung mit homöopathischen Mitteln bzw. vor der Reiseplanung sollte der Rat von Homöopathen oder homöopathischen Ärzten eingeholt oder sich mithilfe guter Fachliteratur über die Wirkung- und Anwendungsweise der Arzneien informiert werden. In der Homöopathie wird nicht nach Krankheit, sondern nach Art der Beschwerden eine Arznei ausgewählt, so können bei Durchfall je nach Beschwerdebild mindestens fünf verschiedene Medikamente in unterschiedlichen Potenzen (Stärken) zum Einsatz kommen.

Gute Erfahrungen wurden auf Reise mit folgende Arzneien bei folgenden Beschwerdebildern gemacht:

  • Apis C30: bei Bienen- bzw. Insektenstichen aller Art
  • Arnica C30: bei Sturz, Schreck aufgrund von Unfall, bei Muskelkater
  • Belladonna C30: bei Sonnenbrand
  • Pulsatilla C30: bei Blasenentzündung durch Verkühlung

In allen Fällen sollte nur bei leichten Beschwerdebildern selbst behandelt werden, akute Fälle gehören in ärztliche Behandlung!

Für die Reise bieten sich sogenannte Reise- oder Hausapotheken an, Lederetuis mit 30 (50, 100) Glasröhrchen mit den wichtigsten Arzneien für unterwegs. Diese gibt es fertig gefüllt in Apotheken, oder leer zum Selbstzusammenstellen. In Kombination mit einem guten, dünnen Homöopathie-Buch (s.u.) kann man etlichen gesundheitlichen Einschränkungen auf Reise gelassen entgegen sehen.

Hilfe bei Notfällen

Bei schlimmeren Unfällen oder akuten schweren Erkrankungen benötigt man professionelle und ärztliche Hilfe. Je nach Reiseland kann es hier unterschiedliche Notrufnummern geben.

In Deutschland und in Ländern der EU ist inzwischen flächendeckend der Euronotruf 112 eingeführt.

Bei Mobiltelefonen werden international in GSM-Netzen die Nummern 112 und 911 an eine Notrufzentrale geleitet. In Deutschland ist seit März 2009 ein Notruf jedoch nicht mehr ohne eine aktive SIM-Karte möglich.

Vor der Reise

Impfungen

Generell sollte auf einen ausreichenden Impfschutz gegen Tetanus geachtet werden, besonders, wenn es in Gegenden ohne flächendeckende medizinische Hilfe geht.

Geht die Reise in ein Gebiet mit hoher Zeckengefahr, sollte man sich vorab mit seinem Arzt über eine Impfung gegen FSME unterhalten. Auch eine Impfung gegen Hepatitis A und B ist bei südlichen Ländern empfohlen.

Gerade bei Reisen in die Tropen ist eine vorherige reisemedizinische Beratung angeraten, vor allem was Malariaprophylaxe und weitere Impfungen angeht.

Informationen zu Impfungen der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin: http://www.dtg.org/uploads/media/Impfungen_2010.pdf

Malaria

Diese Tropenkrankheit wird durch Parasiten verursacht, die durch den Stich der Anophelesmücke übertragen werden. Bei der Erkrankung kommt es zu sehr hohem Fieber, das im schlimmsten Fall tödlich enden kann. Auch noch einige Wochen nach einem Stich kann die Krankheit ausbrechen. Eine Impfung gegen Malaria ist nicht möglich.

Bei der Vorbeugung dieser Krankheit unterscheidet man 3 Formen:

  • Expositionsprophylaxe, also dem Schutz vor Mückenstichen
  • Chemoprophylaxe, Tabletten die vor, während und noch nach der Reise eingenommen werden müssen
  • Notfalltherapie, Medikamente, die bei Verdacht auf Malaria einzunehmen sind

Welche Verbeugemaßnahmen getroffen werden sollten, ist von Land zu Land und Region unterschiedlich. Auch die Art der Chemoprophylaxe und der Notfallmittel ist auf die regional am häufigsten vorkommenden Malariaerreger ausgelegt.

Eine Malaria wird durch die Medikamente NICHT ausgeschlossen, sie minimieren jedoch das Risiko einer Erkrankung.

In jedem Fall sollte man sich vor Reiseantritt bei einem Arzt für Reise- und Tropenmedizin ausführlich beraten lassen. Die Medikamente sind in Deutschland nur auf Rezept erhältlich.

Expositionsprophylaxe ist möglich durch:

  • Moskitonetze
  • Tragen von langer, mückendichter Kleidung
  • Auftragen von Mückenschutzmitteln auf freie Haut und Kleidung

Weitere Informationen zu Malaria:

Versicherung

Gesetzlich Krankenversicherte können in Ländern der EU mit der Europäischen Krankenversicherungskarte medizinische Leistungen im Ausland in Anspruch nehmen. Dabei handelt es sich meistens um die Rückseite der normalen Krankenversicherungskarte, auf der alle nötigen Daten stehen. Dies gilt auch für Länder, die ein Sozialversicherungsabkommen mit Deutschland haben. Für welche Länder das gilt, kann man bei seiner Kasse erfragen.

Ein Rücktransport nach Deutschland wird von den gesetzlichen Kassen allerdings nicht übernommen.

Zu diesem Zweck empfiehlt es sich, vor der Reise eine Auslandskrankenversicherung abzuschließen. Diese erstattet beispielsweise auch die Kosten, die vom Reisenden in Vorleistung gezahlt werden mussten und nicht von der Krankenkasse übernommen werden.

Siehe auch

Literatur

Sven Sommer: Gesund mit Homöopathie. Alltagsbeschwerden selbst behandeln. GU Kompass. 2007. ISBN 978-3-7742-3223-5