Andorra: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 4. April 2019, 21:47 Uhr

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Allgemeine Informationen

Der wichtigste Wirtschafstfaktor Andorras ist der Tourismus, mehr durch Wintersport als durch Sommeraktivitäten begründet. Wie in allen Bergregionen Europas, gewinnt aber auch Sommerfreizeit an Bedeutung. Obwohl eher ein Randstaat in einer Gebirgssackgasse, wird dem Radsport große Bedeutung zugemessen, für den Straßenrennsport sind sogar eigens Straßen ausgebaut worden, einige Berghänge sind fest in der Hand von Mountainbikern und in den Tälern und Städten wird zaghaft Radweginfrastruktur aufgebaut. Die engen Täler lassen nur wenig Platz zu, sodass hohe Wohnblöcke bis weit in die Steillagen der Berghänge gebaut werden. Der Radreisende wie auch Autofahrer kann Andorra nur im Osten bei Pas de Casa (von Puigcerdà in Spanien oder Ax-les-Thermes in Frankreich kommend) oder im Westen vom spanischen La Seu d'Urgell kommend auf Asphalt ansteuern und in dann wenigen Varianten durchqueren.

Bei der schnellsten Durchquerung über die hauptstädtische Agglomeration Andorra La Vella/Les Escaldes (zu einer Stadt zusammengewachsen) kommt man zwangsläufig mit viel Verkehr in Kontakt. Neben üblichem Transitaufkommen und baustelleninensiver Hauptstadt sorgen dafür von beiden Einfallstoren Schnäppcheneinkäufer für regen Betrieb, was dem zweiten wichtigen Standbein der Wirtschaft Andorras geschuldet ist, einem Steuerparadies. Neben üblichen Konsumprodukten wie Tabak, Alkohol, Textilien, Schmuck und Luxusaccessoires ist das insbesondere auch Motorkraftstoff, weswegen sich selbst im hochgebirgigen Pas de Casa oder gar auf dem Port d'Envalira gewichtige Ansammlungen von Tankstellen finden. Die Produktpalette der Verkaufscenter hat sich stets erweitert, nicht zuletzt sind auch umfangreich Sportartikel bzw. -textilien im Portfolio, aber auch regionale Nahrungsmittel erhalten neue Verkaufstempel (z.B. für Käse), nicht zuletzt, um auch den spanischen und französischen Besuchern ein vertautes Alltagssortiment zu bieten. Mit der weiteren Konsequenz von Briefkastenfirmen in Steuerparadiesen kommt man als Reiseradler allerdings weniger in Kontakt.

Die Verführung ist für viele Radreisende groß, Andorra entsprechend schnell hinter sich zu lassen, nur um den höchtsen Pyrenäenpass bewältigt zu haben. Das wird dem kleinen Bergstaat jedoch nicht gerecht. In den reizvollen Seitentälern mit Sackgassen oder Rundkursen bleibt trotz der Enge auch immer wieder Raum für die landestypische Steinhausarchitektur, für charmante Winkel, für liebenswürdig arrangierte Kinderspielplätze, für entspannte Kneipen und lauschige Verweilorte. Auch die oberflächlich betrachtet trubelige Hauptstadt bereitet eine einladende Stimmung. Neben historischen Bauten oder Ausgrabungsstätten steht kontrastreich postmoderne Architektur. Wie für ein Fürstentum üblich, wird Kunst auch im öffentlichen Raum stark gefördert. Spezielle Locations liefern nicht nur hippes Nachtleben und gesellige Open-Air-Atmosphäre an lauen Sommerabenden, sondern auch romantische Ecken und eine vielfältige Gastronomie. Wer sich einen Luxus leisten will, ist auch in Sachen Wellnes in Andorra gut aufgehoben. Das Caldea Spa ist nicht nur das weithin sichtbarste moderne Wahrzeichen von Andorra, sondern auch einer der größten Thermenkomplexe in Südeuropa.

Generelle Empfehlungen

Einreisebestimmungen, Dokumente

Andorra ist kein EU-Mitglied, ist aber durch zahlreiche Verträge sehr eng an die EU angebunden. Auch die Staatsform ist ungewöhnlich, beschreibt das offizielle, repräsentative Staatsoberhaupt die Doppelherrschaft durch den französischen Präsidenten und dem Bischof von Urgell - also beide aus EU-Ländern, wenngleich die Exekutive durch einen gewählten andorranischen Regierungschef geleitet wird. Der Euro ist offizielles Zahlungsmittel, mittlerweile auch mit eigenem Münzrecht und offizieller Vereinbarung der EU. Bei der Ausreise finden aufgrund des immensen privaten Wahrenverkehrs oft Zollkontrollen statt. Mit dem Fahrrad gibt es zwar keine Probleme, aber Taschenkontrollen können auch einen Radler treffen.

Klima und Reisezeit

Gebirgsklima etwas wärmer wie in den Alpen.

Sicherheit und Verhaltensempfehlungen

Andorra ist ein sehr sicheres Reiseland.

Sprache

Die Straßenschilder sind auf Katalanisch beschriftet. Am besten kommt man mit Spanisch zurecht, auf Französisch wird meist verstanden. Andorra ist ein Einwanderungsland, die Mehrheit der Bevölkerung hat Wurzeln im Ausland, sodass sehr viele Sprachen nützlich sein können.

Fahrradinformationen

Regeln und Vorschriften

Versorgungslage für Ersatzteile

Transport

Anreise

Bahnverkehr besteht von Barcelona und Toulouse nach Latour de Carol-Enveitg, wo beide Züge aufgrund unterschiedlicher Spurweiten enden. In beiden Zügen (TER in Frankreich, Cercania in Spanien) können Räder mitgenommen werden. Von Paris verkehrt nicht täglich ein Nachtzug mit Radmitnahme an diesen Bahnhof, ein letztes Überbleibsel der französischen Nachtzüge. Vom Tal der Ariège verkehren Busse mit Fahrradmitnahme nach Andorra la Vella. Die o.g. Züge halten auch hier.

Mit dem Fahrrad bietet sich die Anreise von Barcelona/Lleida an, sodass nur einem Tal gefolgt werden muss. Bei allen anderen Routen müssen Pässe überquert werden.

Transport im Land

Ausschließlich Busse.

Straßen

Straßennetz, allgemeine Informationen

Das Straßennetz ist perfekt ausgebaut. Am Steigungen gibt es oft eine dritte Spur. Straßenschäden sind selten. Pässe sind wie in den französischen Alpen mit Kilometersteinen speziell für Fahrradfahrer versehen.

Es gibt eine asphaltierte Hauptstrecke, die über den Pyrenäenkamm führt. Im Westen und von Süden, also aus Spanien (La Seu d'Urgell) kommend, gibt es eine Durchfahrt nach Osten, die nach Puigcerdà führt. Diese Hauptstrecke durch Andorra ist viel befahren. Mit dem Fahrrad gibt es teilweise Radspuren. Von Andorra la Vella steigt die Straße über 20 km bis zum Port d'Envalira, dem höchsten Pyrenäenpass (rund 2400 m). Unter dem Pass gibt es einen mautpflichtigen Tunnel für Autos, der aber nur bedingt entlastet. Die Strecke von Frankreich her auf der Europastraße 9 ist sehr voll bis zu den Tankstellen hinter der Grenze, gleiches gilt für Spanien.

Routen und Touren

Für eine Querung von Andorra von Frankreich nach Spanien bietet sich folgende Variante: Einreise über den Port d'Envalira, der landschaftlich nicht besonders überzeugt. In Canillo auf die kleinere Straße auf den Coll d'Ordino, nochmals etwa 500 Höhenmeter. Hier weniger los und landschaftlich sehenswert. Abfahrt, dann über Ordino nach La Massana. Von dort weiter auf der CG 4 über Erts nach Pal, etwa 1000 Höhenmeter Gesamtsteigung zum Port de Cabus. Bis zum Pass ist die Straße geteert, gegen Ende aber schmal. Es bietet sich eine herrliche Aussicht über die Pyrenäen abseits des Trubels. Unterkünfte und Einkaufsmöglichkeiten in den Tälern (letzter Camping in Xixerella). Mit dieser Variante umgeht man Andorra la Vella und sieht mehr von der Berglandschaft. Die Weiterreise nach Spanien erfolgt erst auf einem schlechten Schotterweg, der bergab für Tourenräder bedingt geeignet ist (nicht bei starker Nässe, weil mindestens ein Bergfluss gefurtet werden muss). Ab Tor, dem ersten Weiler in Spanien, wird die Straße besser bzw. ist asphaltiert. Man folgt dem Valle de Noguera del Tor (in Alins Camping, Hotel und erste Versorgungsmöglichkeit) bis nach Llavorsi, wo man auf die Bonaigua-Passstraße stößt mit Anschlussmöglichkeiten ins Val d'Aran, Frankreich, den Nationalpark Aigüestortes, die Schluchten der Noguera-Täler nach Süden oder Aragon im Westen.

Wer über den Ordina-Pass, alternativ auch über den parallelen Beixalís-Pass, und über La Massana bzw. Anyós von Norden nach Andorra la Vella einfahren möchte, trifft auf eine Engstelle, die man per Rad und Auto nur per Tunnel überwinden kann. Es gibt gleich mehrere Tunnelvarianten, idealerweise nimmt man die kürzeste, auf der man auch nahe am Caldea Spa in Les Escaldes vorbeikommt. In umgekehrter Richtung sollte man berücksichtigen, dass es im Tunnel bergauf geht. Ein teils beleuchter Weg ohne Tunnel am Schluchtrand ist zum Radeln nicht geeignet, enthält u.a. enge Treppenstiege.

Es gibt im Land ungefähr eine handvoll Pässe, mit Port d'Envalira, Port de Cabus, Coll d'Ordino, Collada de Beixalís und Collada de la Gallina sind die wichtigsten genannt, zugleich alle asphaltiert, nur ausgenommen der Port de Cabus zur spanischen Seite. Gallina und Beixalís waren schon länger teilasphaltiert, in jüngerer Zeit wurden aber auch die Lücken für Radrundfahrten geschlossen. Zusätzlich kommen einige Bergstraßen als Rundkurse oder Stichstraßen (meist erschlossen für den Skisport) zum Portfolio innerhalb Andorras hinzu. Wer wie am Cabus auch Pistenalternativen akzeptiert, erhält noch einige weitere brauchbare Übergänge nach Spanien im Westen bzw. Südwesten. Ins spanische Os de Civís kommt man dabei sogar auf Asphalt, jedoch ist die Straße in Spanien nicht fortgesetzt (wohl eine Piste), also kurioserweise nur von Andorra aus erschlossen. Der asphaltierte Ausbau am Cabus-Pass auf spanischer Seite war schon mehrfach geplant, kam aber immer wieder ins Stocken, nicht zuletzt aufgrund der recht geheimnisvollen, morbiden jüngeren Geschichte des Weilers Tor. Nach bzw. aus Frankreich wurden weitere Übergänge bereits vor langer Zeit aus Naturschutzgründen auf französischer Seite abgelehnt, während Andorra durchaus auch daran Interesse geäußert hatte.

Gesundheit und Ernährung

Westeuropäischer Standard.

Gesundheitsversorgung

Ernährung und Versorgungssituation

In Andorra kann man zollvergünstigt einkaufen. Supermärkte sind bis hoch in die Berge verbreitet, wenn es entsprechende Besiedlung oder Schnäppchentourismus hat. Viele Bergstrecken sind jedoch weitgehend einsam und es gibt dann auch keine Einkehrmöglichkeiten auf längerer Strecke (das gilt eigentlich für alle genannten Pässe außer dem Envalira-Pass). Insbesondere in der Südwesteinfahrt wird das Tal von zahlreichen Einkaufszentren wie am Band beherrscht, teils auch spezialisiert auf spezielle Produkte (Weinhaus, Käsehaus) oder Marken. Billig sind gewiss die Tankstellen, die sich an der Hauptverbindung durch Andorra direkt aneinanderreihen. Für Fahrradteile oder Werkstätten orientiert man sich aber besser auf die Städte als die auswärtigen Center. Ein gute Adresse ist "Jormabike Experience" im Einkaufsviertel des unteren Andorra la Vella.

Unterkunft

Es gibt in den Tälern einige Campingplätze. Hotels sind auch in ländlichen Orten zu finden, in den gehobenen Berglagen können aber Skiresorts im Sommer durchaus geschlossen haben. In La Vella/Les Escaldes ist das Angebot opulent. Die Preise können günstiger sein als vielleicht zu erwarten ist, es gibt auch recht kleine Stadthotels. Casa rurales finden sich gleichwohl wie im anliegenden Spanien.

Regionen

Literatur

Karten

Im Frankreich-Atlas von Michelin (1:200 000) ist Andorra in völlig ausreichender Größe enthalten.

Reiseführer

Weblinks