Nabendynamo: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 10. Februar 2016, 02:16 Uhr

Der Nabendynamo ist ein Dynamo der sich in der Vorderradnabe befindet und mechanische Energie in elektrische Energie umwandelt. In erster Linie dient der Dynamo zur Versorgung der Lichtanlage des Fahrrades. (Darüber hinaus kann der Dyamo auch zur Ladung von Mobiltelefonen, Akkus und anderer Stromverbraucher genutzt werden.)

Für und Wider von Nabendynamos

Vorteile

  • Nabendynamos sind (gegenüber Seitenläuferdynamos) unanfälliger für Defekte, die durch Nässe, Schmutz oder falsche Einstellungen auftreten können. Sie gelten daher als zuverlässig und wartungsarm.
  • Der Wirkungsgrad von Nabendynamos ist meist höher als der von Seitendynamos.
  • Hochwertige Nabendynamos verursachen im Betrieb kaum bis gar keine Laufgeräusche.
  • Auch bei nicht eingeschaltetem Licht können über den Nabendynamo mittels einer externen Schaltung Verbraucher mit Strom versorgt werden (z.B. Akkuladegerät).
  • Nabendynamos ermöglichen den Einsatz von Sensorscheinwerfern, die bei Dämmerung/Dunkelheit automatisch das Licht einschalten.
  • Mechanisch abschaltbare Nabendynamos (wie z. B. der Renak Enparlite 2) setzen in abgeschaltetem Zustand dem Vortrieb keinen Induktionswiderstand entgegen; die Nabe läuft dann so leichtgängig wie eine solche ohne Dynamo.
  • Nabendynamos sind unabhängig von Anlötteilen zur Dynamobefestigung und ebenfalls von Dynamolaufflächen am Reifen (nicht bei allen Reifen vorhanden -> uneingeschränkte Reifenauswahl).

Nachteile

  • Ein Nabendynamo lässt sich nicht so ohne weiteres nachrüsten. Dazu muss das Vorderrad entweder neu eingespeicht oder komplett gewechselt werden.
  • Obwohl es einen immer größeren Markt für Nabendynamos gibt, sind Nabendynamos weiterhin meist teuerer als herkömmliche Seitendynamos.
  • Nabendynamos sind meist schwerer als eine Seitendynamo-Variante in Kombination mit einer herkömmlichen Nabe.
  • Außer bei den mechanisch abschaltbaren Modellen ist der Laufwiderstand von Nabendynamos generell größer als der einer Vorderradnabe ohne Dynamo.
  • Wenn mehrere Laufräder im Wechsel am Fahrrad genutzt werden sollen, fällt mit einem Wechsel des Laufrades die Lichtversorgung des Fahrrades aus, sofern sich nicht in jedem der Wechsellaufräder eine Dynamonabe befindet.

Auswahl des passenden Nabendynamos

Die wichtigsten Aspekte für einen Nabendynamo sind Effizienz, Gewicht, Bauqualität und natürlich Preis. Jeder hat eine andere Gewichtung für diese Kategorien und sie können nicht alle immer ermittelt werden, besonders Bauqualität und Effizienz. Hier wird versucht, die gängigsten und wichtigsten Modelle aufzulisten und zu beschreiben. Eine Grundfrage beim Kauf ist auch, ob irgendwann (oder natürlich sofort) eine Scheibenbremse geplant ist. Falls ja, nimmt man einen Nabendynamo mit Scheibenbremsaufnahme. Diesen kann man für beide Bremsenarten verwenden (Scheiben- und Felgenbremse). Einen Nabendynamo ohne Scheibenbremsaufnahme kann man für Scheibenbremsen nicht verwenden!

Übersicht Nabendynamos

Speichen Gewicht (Herstellerangaben, ohne Spannachse) Varianten Anmerkungen Preis ca.
Novatec
EDH-1 36 785 g
  • silber/schwarz
  • Rillenkugellager
  • Eingebauter Überspannungsschutz (ältere Version ohne?)
  • Vergleichsweise sehr hohes Gewicht
30 €
Renak
Enparlite 2 36 400 g
  • silber
  • komplett abschaltbar, mit Getriebe, in ausgeschaltetem Zustand keinerlei Induktionswiderstand
  • bei eingeschaltetem Dynamo vergleichsweise hohe Leistungsaufnahme und leicht summendes Laufgeräusch
150 €
Sanyo
NH-H27 28, 32, 36 567 g
  • silber
  • Rillenkugellager
35 €
Schmidts Original Nabendynamo (SON)
SON 28 klassik 32, 36, 40, 48 570 g
  • Scheibenbremse (IS 2000)
  • silber/schwarz
  • Tandemversion mit verstärkten Achsen
  • SON XS für schmale Gabeln
  • vielfach bewährt, häufig als Referenz für Nabendynamos angeführt
  • geringe Verluste bei ausgeschaltetem Licht, vergleichsweise hohes Gewicht
  • hohe Effizienz
170 €
SON 28 32, 36 440 g

460g (6-Loch), 430 g (center lock)

  • Scheibenbremse (IS 2000)
  • Scheibenbremse (center lock)
  • silber/schwarz
  • steckerlos
  • 2011 als neuer „Standard“ vorgestellt, bisher keine Erfahrungsberichte
  • Leerlaufverluste lt. Hersteller ggü. SON 28 Klassik nochmals reduziert
200 €
SONdelux 20, 24, 28, 32, 36 390 g
  • Scheibenbremse (center lock)
  • silber/schwarz/rot
  • Nachfolger des SON 20R
  • sehr verlustarm bei an- und ausgeschaltetem Licht
  • für alle Radgrößen offiziell nur in Verbindung mit Scheinwerfer „Edelux“ zugelassen
200 €
Shimano
DH-3N80 32, 36 480 g
  • silber
  • als DH-3D80 auch mit Scheibenbremsaufnahme (center lock)
  • als DH-T708 mit E-Thru Steckachse
  • Top-Modell von Shimano
  • Aluminiumachse
  • sehr verlustarm bei ausgeschaltetem Licht
  • gute Werte bei angeschaltetem Licht
65 €
DH-T780 (XT) 32, 36 483 g

510 g (DH-T785)

  • silber/schwarz
  • als DH-T785 auch mit Scheibenbremsaufnahme (center lock)
65 €
DH-T670 (LX) 32, 36 550 g

555g (DH-T675)

  • silber/schwarz
  • als DH-T675 auch mit Scheibenbremsaufnahme (center lock)
  • Nachfolger des DH-T660, Modell 2013
55 €
DH-T660 (LX) 32, 36 546 g
  • silber
  • als DH-T665 auch mit Scheibenbremsaufnahme (center lock)
50 €
DH-S701 (Alfine) 32, 36 433 g
  • silber/schwarz
  • nur mit Scheibenbremsaufnahme (center lock)
  • 1,5 Watt-Ausführung
65 €
DH-S501 (Alfine) 32, 36 565 g
  • silber/schwarz
  • nur mit Scheibenbremsaufnahme (center lock)
  • Nachfolger des DH-S500
60 €
WH-S500-V-3D (Alfine) 20, 24  ?g
  • silber
  • als WH-S500-3D mit Scheibenbremsaufnahme (center lock)
  • nur komplett im Alfine Systemlaufrad
DH-3N72 32, 36 560 g
  • silber/schwarz
  • als DH-3D72 auch mit Scheibenbremsaufnahme (center lock)
  • Nachfolger der DH-3N70 und DH-3N71
  • Verluste vergleichbar mit 3N80
50 €
DH-3N71 32, 36 675 g
  • silber
  • als DH-3D71 auch mit Scheibenbremsaufnahme (center lock)
  • Modell 2005, Nachfolger des DH-3N70, abgelöst durch DH-3N72
50 €
DH-3N70 32, 36 667 g
  • silber
  • Modell 2004, abgelöst durch DH-3N71
50 €
DH-3N31 32, 36 685 g

(700g Vollachsversion ohne Hutmuttern)

  • silber/schwarz
  • Hohlachse
  • als DH-3D32 auch mit Scheibenbremsaufnahme (IS 2000)
  • als DH-3D37 auch mit Scheibenbremsaufnahme (Centerlock)
  • als DH-3R31-NT mit Vollachse
  • Nachfolger des DH-3N30, Modell 2014
  • mittlere Verluste
  • geschlossenes Spulengehäuse
30 €
DH-3N30 32, 36 830 g

(920g Vollachsversion inkl. Hutmuttern)

  • silber/schwarz
  • Vollachse/Hohlachse
  • als DH-3D30 auch mit Scheibenbremsaufnahme (IS 2000)
  • als DH-3D35 auch mit Scheibenbremsaufnahme (Centerlock)
  • als DH-3R30/DH-3R35 auch mit Rollenbremse
  • mittlere Verluste
  • geschlossenes Spulengehäuse
  • sehr hohes Gewicht
30 €
DH-3N20 36 830 g
  • silber/schwarz
  • Vollachse
  • mittlere Verluste
  • Innenleben weitgehend baugleich mit 3N30
  • offenes Spulengehäuse
  • sehr hohes Gewicht
20 €
HB-NX32 36 729 g
  • silber
  • Vollachse/Hohlachse
  • sehr hoher Leerlaufwiderstand
  • hohes Gewicht
  • nicht mehr in Produktion
SP-Dynamo (Shutter Precision)
PV-8 20, 24, 28, 32, 36 390 g

410 g (PD-8)
420 g (PD-8X/PL-8X)

  • als PD-8 mit Scheibenbremsaufnahme (IS 2000)
  • als PL-8 mit Scheibenbremsaufnahme (Centerlock)
  • als PD-8X mit QR15 Steckache (IS2000)
  • als PL-8X mit QR15 Steckachse (Centerlock)
  • silber/schwarz
  • bei Felgenbremsnutzung zur radialen Einspeichung freigegeben
100 €
SV-9 20, 24, 28, 32, 36 309 g
  • silber/schwarz
  • auch mit 74 mm Einbaubreite erhältlich (SV-9-F/SV-9FB)
  • Nachfolger des SV-8
  • ähnlich dem PV-8, jedoch kleinerer Durchmesser und nur mit 2,4 W (622/28"), für kleine Laufräder vorgesehen (3W bei 20")
  • bei Felgenbremsnutzung zur radialen Einspeichung freigegeben
SV-8 20, 24, 28, 32 367 g

385 g (SD-8)

  • silber/schwarz
  • als SD-8 mit Scheibenbremsaufnahme (IS 2000)
  • auch mit 74 mm Einbaubreite erhältlich
  • baugleich mit PV-8/PD-8, jedoch nur mit 2,4 W, für kleine Laufräder vorgesehen
  • bei Felgenbremsnutzung zur radialen Einspeichung freigegeben
PV-7 32, 36 680 g

690 g (PD-7)

  • schwarz/silber
  • als PD-7 mit Scheibenbremsaufnahme (IS 2000)
  • am Dynamo komplett mechanisch abschaltbar
  • bei Felgenbremsnutzung zur radialen Einspeichung freigegeben
SV-7 32, 36 640 g

650 g (SD-7)

  • schwarz/silber
  • als SD-7 mit Scheibenbremsaufnahme (IS 2000)
  • am Dynamo komplett mechanisch abschaltbar
  • Bauartgleich mit PV-7/PD-7 jedoch nur mit 2,4 W, für kleine Laufräder vorgesehen
  • bei Felgenbremsnutzung zur radialen Einspeichung freigegeben
SRAM
i-light D7 36 565 g

594g (Scheibe), 602 (i-Brake)

  • silber
  • mit Scheibenbremsaufnahme (IS 2000)
  • Rillenkugellager
  • im Vergleich leicht höhere Leistungsaufnahme bei ausgeschaltetem Licht
  • gute Werte bei eingeschaltetem Licht
60 €
i-light D3 36 565 g

602 g (Vollachse), 640 g (i-Brake)

  • silber
  • Vollachse/Hohlachse
  • als N74 mit Einbaubreite 74 mm
  • Rillenkugellager
  • im Vergleich leicht höhere Leistungsaufnahme bei ausgeschaltetem Licht
  • gute Werte bei eingeschaltetem Licht
35 €
SR Suntour
DH-CT600 32, 36  ? g
  • silber/schwarz
  • Vollachse/Hohlachse
  • Rillenkugellager
  • Eingebauter Überspannungsschutz bei 9 V
  • aktuell nicht mehr im Programm (2012)
60 €
Sturmey-Archer
X-FDD 36 1220 g
  • silber
  • Version in 2,4 W und 3 W
  • Vollachse
  • 70mm Trommelbremse
  • Rillenkugellager
60 €
XL-FDD 36 1350 g
  • silber
  • Version in 2,4 W und 3 W
  • Vollachse
  • 90 mm Trommelbremse
  • Rillenkugellager
70 €
Dynohub 32, 36 1250 g
  • GH6 - 6 V/2 W
  • GH8 - 8 V (bis 50er Jahre)
  • GH12 - 12 V (1936)
  • Erster Nabendynamo
  • Produktion bis frühe 80er Jahre
  • auch in Kombination mit 3&4-Gang-Nabenschaltung fürs Hinterrad gebaut
Supernova
Infinity 8 32 660 g
  • grau/schwarz
  • nur mit Scheibenbremsaufnahme (6loch)
  • am Dynamo komplett mechanisch abschaltbar, dadurch sehr geringe Verluste bei ausgeschaltetem Licht
  • relativ neues Produkt, Praxiserfahrungen fehlen
  • baugleich mit SP-Dynamos
200 €
Infinity S 32 400 g
  • grau/schwarz
  • nur mit Scheibenbremsaufnahme (CenterLock)
  • relativ neues Produkt, Praxiserfahrungen fehlen
  • baugleich mit SP-Dynamos
190 €

Wartung und Reparatur von Nabendynamos

Grundsätzlich läßt sich sagen, daß, mit Ausnahme von Shimano, alle Hersteller ihre Modelle mit eingepreßten Rillenkugellagern ausstatten. Diese sind im Betrieb wartungsfrei und werden im Reparaturfall komplett ausgetauscht. Ein Reparaturservice des Herstellers ist bislang von den Firmen Renak, Schmidt und Shutter Precission bekannt; hier kann der Nabendynamo zu Reparatur und Wartung eingeschickt werden. Dabei ist zu beachten, daß der Renak Enparlite 2 wie auch Schmidts SON 28 Klassik den Vorteil bieten, im Reparaturfall das komplette Laufrad als Einheit belassen zu können, da das Nabengehäuse von der Seite her geöffnet wird, während die meisten anderen Nabendynamos zum Öffnen ausgespeicht werden müssen. Auch Shutter Precission bietet auf seiner Homepage einen Kugellageraustauschservice an. Dazu ist die ausgespeichte Nabe nach Taiwan zu schicken.

Die Nabendynamos von Shimano sind mit herkömmlichen Konuslagern ausgestattet, welche im Gegensatz zu sonstigen Shimano-Naben nur bedingt zu Demontage und Wartung geeignet sind. So ist auf den technischen Explosionszeichnungen von Shimano die rechte Seite immer als unzerlegbare Einheit von Achse und Rotor dargestellt. Für technisch Versierte besteht dennoch die Möglichkeit, die Lagerseite zu öffnen, ggf. muß je nach Modell das Kontaktblech des Anschlußkabels abgelötet werden, um den Konus von der Achse zu lösen. Dabei sollte darauf geachtet werden, den dünnen, isolierten Draht, welcher den Pluspol des elektrischen Anschlusses mit Strom versorgt, nicht zu zerbrechen, bzw. die Isolierung zu beschädigen. Verschlissene Lagerteile und Ersatzrotoren können im Shimano-Service-Center nachbestellt werden.

Eine bebilderte Anleitung zur Wartung des älteren Shimano HB-NX30 findet sich hier (deutsch), für den DH-3N71 bei Trinity Bicycles (englisch).

Erfahrungen mit der Wartung eines DH-3N80

BigDevil: Der Aufbau eines DH-3N80 ähnelt sehr stark dem eines DH-3N71, daher ist die Anleitung von Trinity Bicycles sehr empfehlenswert. Löten ist nicht erforderlich, aber wie in der Anleitung beschrieben muss darauf geachtet werden, beim Lösen der Konterung auf der Steckerseite ein Verdrehen des Steckeranschlusses zu verhindern, um das Kabel nicht zu beschädigen. In der Anleitung wird der (IMO verwirrende) Begriff "Drive side" verwendet - damit ist die Seite mit dem Anschluss für den Stecker gemeint. Theoretisch etwas einfacher als die in der Anleitung empfohlene, komplette Zerlegung des Dynamos sollte es sein, zunächst das Lager auf der Steckerseite zu öffnen, zu fetten und die Seite vollständig wieder zusammenzubauen. Anschließend kann auf der Nicht-Steckerseite das Lager geöffnet, gefettet und eingestellt werden. Dann wird auch kein 32mm Schlüssel benötigt. Etwas Vorsicht ist beim Kontern geboten, da die Aluachse etwas empfindlicher ist. Für die Reihenfolge und die richtige Seite der Teile (und der Dichtungen) ist es sinnvoll, diese auf Kabelbindern zu sammeln.

Für die Wartung wird ein 17mm Konusschlüssel und ein 17mm Schraubenschlüssel benötigt (alternativ zwei 17mm Konusschlüssel). Für die Lagereinstellung ist ein Schraubstock hilfreich, um die Achse zu fixieren, da das Lagerspiel ansonsten nur im eingebauten Zustand des Laufrades geprüft werden kann. Es geht aber auch ohne.

Hersteller

Weblinks