Pariser Bahnhöfe: Unterschied zwischen den Versionen

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Paris ist der zentrale Knotenpunkt des französischen Eisenbahnnetzes. Allerdings hat Paris keinen Hauptbahnhof, sondern vielmehr sieben verschiedene Bahnhöfe für den Fernverkehr, die verschiedene Himmelsrichtungen bedienen. Einen Überblick bietet die nebenstehende Grafik.
Paris ist der zentrale Knotenpunkt des Schienennetzes in [[Frankreich]] und natürlich auch der Region [[Île-de-France]]. Allerdings hat Paris keinen Hauptbahnhof, sondern vielmehr sieben verschiedene Bahnhöfe für den Fernverkehr, die verschiedene Himmelsrichtungen bedienen. Einen Überblick bietet die nebenstehende Grafik.


Wer zum Frankreich-Urlaub mit der Bahn anreist, muss unter Umständen in Paris umsteigen und dabei von einem Bahnhof zum anderen wechseln. Dieser Artikel stellt die Pariser Bahnhöfe kurz vor und gibt Tips zum Umsteigen, entweder mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder direkt mit dem Fahrrad.
Wer zum Frankreich-Urlaub mit der Bahn anreist, muss unter Umständen in Paris umsteigen und dabei von einem Bahnhof zum anderen wechseln. Dieser Artikel stellt die Pariser Bahnhöfe kurz vor und gibt Tips zum Umsteigen, entweder mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder direkt mit dem Fahrrad.

Version vom 1. April 2010, 18:58 Uhr

Einzugsgebiet der Pariser Bahnhöfe

Paris ist der zentrale Knotenpunkt des Schienennetzes in Frankreich und natürlich auch der Region Île-de-France. Allerdings hat Paris keinen Hauptbahnhof, sondern vielmehr sieben verschiedene Bahnhöfe für den Fernverkehr, die verschiedene Himmelsrichtungen bedienen. Einen Überblick bietet die nebenstehende Grafik.

Wer zum Frankreich-Urlaub mit der Bahn anreist, muss unter Umständen in Paris umsteigen und dabei von einem Bahnhof zum anderen wechseln. Dieser Artikel stellt die Pariser Bahnhöfe kurz vor und gibt Tips zum Umsteigen, entweder mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder direkt mit dem Fahrrad.

Die Bahnhöfe

Die Lage der Pariser Bahnhöfe ist in den beigelegten GPS-Tracks ersichtlich. Die sieben Bahnhöfe sind im Uhrzeigersinn wie folgt:

  • Gare du Nord: bedient Nordfrankreich und sowie Belgien, die Niederlande und Westdeutschland
  • Gare de l'Est: bedient den Osten Frankreichs sowie Süddeutschland und die Schweiz
  • Gare de Lyon: bedient den Südwesten Frankreichs sowie die Schweiz und Italien
  • Gare de Bercy: schnelle Regionalzüge Richtung Burgund sowie Autoverlad
  • Gare d'Austerlitz: Züge Richtung Süden (Centre, Limousin, Toulouse)
  • Gare de Montparnasse: bedient die Westküste von der Bretagne bis zu den Pyrenäen
  • Gare St-Lazare: bedient die Normandie

Für Reisende aus dem deutschsprachigen Raum sind hauptsächlich die Umsteigebeziehungen zwischen Gare du Nord/Gare de l'Est und den übrigen Bahnhöfen interessant.

Alle genannten Bahnhöfe sind Kopfbahnhöfe. Das erleichtert die Orientierung, denn sie bestehen im Wesentlichen aus einem Empfangsgebäude, das sich zur Haupthalle öffnet. Hier ist der Querbahnsteig, der zu allen Gleisen führt. Etwas komplizierter ist der Gare de Lyon, der zwei getrennte Hallen besitzt - siehe den Lageplan unter Weblinks.

Die Bahnhöfe sind ebenerdig angelegt und daher weitgehend barrierefrei zu erreichen. Nur in den Stationen Montparnasse und St-Lazare muss man ein wenig Treppe steigen (kann man aber vermeiden, indem man die Seiteneingänge nutzt). Die Gleise der abfahrenden Züge werden erst etwa 20 Minuten vor Abfahrt bekanntgegeben.

Aufgrund ihrer Bedeutung für den Fernverkehr haben alle Bahnhöfe Geschäfte, in denen man sich mit Nahrungsmitteln oder einem einfachen Imbiss versorgen kann. Details inklusive aller Öffnungszeiten sind bei den Bahnhofsinformationen unter Weblinks zu finden.

Neben den Fernverkehrsverbindungen bedient jeder Bahnhof noch einen Teil der Region Île-de-France im Nahverkehr. Die Transiliens bzw. TERs (vergleichbar mit Regionalzügen) starten in der Regel aus der Haupthalle wie die anderen Züge auch. Die RERs (vergleichbar einer S-Bahn) verlaufen jeweils unterirdisch, getrennt von den übrigen Zügen. Der Zugang ist nicht ganz unproblematisch, siehe unten.

Umsteigen mit ÖPNV

Lage der Bahnhöfe zueinander und RER-Linien

Wie steigt man nun am Besten von einem Bahnhof zum anderen um? Per ÖPNV oder per Fahrrad? Der Autor hält das Umsteigen per Fahrrad für die bessere Lösung, aus folgenden Gründen:

  • Per Fahrrad ist man genauso schnell - wenn nicht schneller - unterwegs und sieht ein bisschen was von Paris.
  • Man braucht keine Fahrkarte.
  • Es ist zuverlässiger - die Öffis streiken im Durchschnitt einmal pro Monat.
  • Umsteigemöglichkeiten per ÖPNV sind ohnehin eingeschränkt.

Letzterer Punkt erklärt sich dadurch, dass die Metro keine Fahrräder mitnimmt, ebensowenig die Busse. Es bleibt also nur der RER. Im RER ist zu beachten, dass die Fahrradmitnahme montags bis freitags 6:30-9:00 sowie 16:30-19:00 nicht möglich ist. Außerhalb dieser Zeiten, und am Wochenende und an Feiertagen ganztägig, ist die Mitnahme möglich und gratis. Als Fahrkarte kauft man einzig ein Ticket t+, der Preis beträgt 1,60 Euro (Stand März 2010).

Mit RER gibt es folgende Verbindungen zwischen den Pariser Bahnhöfen:

  • Nord–Lyon: RER D, direkte Verbindung, 8 min Fahrzeit
  • Nord–Austerlitz: RER B und RER C, umsteigen in St-Michel/Notre-Dame, 16 min Fahrzeit
  • Nord–St-Lazare: RER E, direkte Verbindung von Magenta (Nebenstation des Gare du Nord) nach Haussmann-St-Lazare, 4 min Fahrzeit
  • Lyon–St-Lazare: RER A, Aussteigen in der Station Auber (Nebenstation von St-Lazare), 5 min Fahrzeit

Angegeben sind die reinen Fahrzeiten von einem Bahnsteig zum anderen. Man muss aber mindestens 20 Minuten dazurechnen für Wege innerhalb der Bahnhöfe, Kauf der Fahrkarte etc.

Was die anderen Verbindungen betrifft: Der Gare de l'Est hat keinen eigenen RER-Anschluss, befindet sich aber in fußläufiger Entfernung vom Gare du Nord bzw. der Station Magenta. Ebenso hat der Gare de Bercy keinen RER-Anschluss, liegt jedoch in unmittelbarer Nähe des Gare de Lyon. Der Gare de Montparnasse ist überhaupt nicht ans RER-Netz angeschlossen, es gibt auch keine Stationen in unmittelbarer Nähe. Lyon und Austerlitz sind einen Steinwurf voneinander entfernt, während Austerlitz–St-Lazare zweimaliges Umsteigen erfordert.

Problematisch an den RERs können die Drehkreuze sein, an denen man seine Fahrkarte entwertet. Ein vollbepacktes Reiserad da rüber zu heben, reicht von umständlich bis unmöglich. Man halte daher Ausschau nach den breiteren, barrierefreien Durchgängen für Rollstuhlfahrer. Oder man wende sich an das Aufsichtspersonal mit der Bitte um Unterstützung.

Im Gare du Nord befinden sich die RER-Gleise beider Stationen (Gare du Nord und Magenta) auf der östlichen Seite des Bahnhofs, d.h. wenn man am Gare du Nord an den Gleisen ankommt, bis zum Querbahnsteig vorgehen und dann links halten.

Fußweg vom Gare de l'Est zum Gare du Nord: Im Gare de l'Est angekommen, hält man sich am Querbahnsteig rechts und verlässt den Bahnhof auf der Westseite. Rechts die Treppe hoch und dann durch die Rue d'Alsace und Rue de Dunkerque. Der nächstgelegene Eingang zur Station Magenta befindet sich am nördlichen Ende der Rue d'Alsace.

Umsteigen per Fahrrad

Wie schon angedeutet, ist der Transfer per Fahrrad oft die bessere Lösung. Gründe dagegen wären allenfalls sehr schlechtes Wetter oder mangelnder Orientierungssinn. Aus diesem Grunde wurde bei den untenstehenden Routen Wert auf Einfachheit gelegt. Wer trotzdem glaubt, nicht klarzukommen, kann StefanS Bescheid geben - wenn ich es zeitlich einrichten kann, zeige ich gerne den Weg.

In Paris ist zwar viel motorisierter Verkehr unterwegs, aber aufgrund der permanenten Staus eher gemächlich. In den Nebenstraßen ist es sehr ruhig. Teilweise kann man Busspuren benutzen, die für Fahrräder freigegeben sind. In den Busspuren ist auch mit Taxis und Motorrollern zu rechnen.

Eine Anmerkung zu den Zeitangaben: Diese beziehen sich auf die reine Fahrzeit, d.h. vom Zeitpunkt, wo man den Bahnhof verlässt bis zur Ankunft am Zielbahnhof, empirisch ermittelt bei mäßiger Geschwindigkeit und natürlich Einhaltung sämtlicher Verkehrsregeln. Mindestens 10 Minuten kommen für die Lauferei in beiden Bahnhöfen hinzu, und ein gewisses Sicherheitspolster, falls man sich mal verfährt, sollte auch drin sein. Und noch gar nicht zu reden von einer möglichen Verspätung des in Paris ankommenden Zuges. Also auf gar keinen Fall die Umsteigezeit zu knapp kalkulieren!

Alle unten beschriebenen Routen sind auch als GPS-Tracks vorhanden. Die noch fehlenden Routen werden mit der Zeit erarbeitet.

Vom Gare du Nord zum Gare St-Lazare

Fahrzeit: 10 min

Geradeaus die Eingangshalle durchqueren, so dass man auf der Südseite des Bahnhofs rauskommt. Der Straße nach rechts folgen. An der ersten Ampelkreuzung halblinks weiter in die Rue de Maubeuge (Wegweisung Opéra).

Die Rue de Maubeuge hat einen freigegebenen Busstreifen und verläuft leicht bergab. Nach 900 m kommt rechts eine Pharmacie, dahinter biegt man in eine schmale Straße ab (Rue Lamartine). An der nächsten Ampelkreuzung geradeaus, hart an der Kirche vorbei.

Der Straße folgen, bis man an einem größeren Platz mit Kirche rauskommt, wo sich die Straße verbreitert. Den Platz queren und halbrechts weiter (Wegweisung St-Lazare, Rue de Londres).

Die Straße geht etwas bergauf, die Busspur hier ist nicht freigegeben. An der nächsten Ampelkreuzung links, nach 100 m ist zur Rechten ein Seiteneingang zum Gare St-Lazare.

Vom Gare St-Lazare zum Gare du Nord

Fahrzeit: 10 min

Am Querbahnsteig links gehen und den Bahnhof durch einen Seiteneingang nach Osten verlassen. Die Straße rechts runterrollen. An der Ampelkreuzung links.

Der Straße (teilweise mit freigegebener Busspur) folgen, bis sie nach 1.2 km halblinks abknickt. Die Straße beginnt zu steigen, nach einer Weile sieht man links eine Kirche mit griechischen Säulen am Eingang. An der nächsten Ampelkreuzung zeigt einen Wegweiser "Gare du Nord - Dépose Minute" nach links. Schneller geht es aber, wenn man halblinks in die freigegebene Fußgängerzone abbiegt, wo man den Gare du Nord schon vor sich sieht.

Vom Gare St-Lazare zum Gare de l'Est

Fahrzeit: 12 min

Am Querbahnsteig links gehen und den Bahnhof durch einen Seiteneingang nach Osten verlassen. Die Straße rechts runterrollen. An der Ampelkreuzung links.

Der Straße (teilweise mit freigegebener Busspur) folgen, bis sie nach 1.2 km halblinks abknickt. 500 m danach rechts in die Rue du Chabrol - aufgepasst, diese Straße hat ein rotes Einbahnstraßenschild, ist aber in Wirklichkeit für Fahrräder, Busse und Taxis freigegeben.

Man kommt an eine Kreuzung mit einem großen Boulevard. Diesen geradeaus queren (kleiner Schlenker nach rechts). Nach 200 m sieht man zur Linken den Gare de l'Est.

GPS-Tracks

Hier kann man sich die Lage der Bahnhöfe und die oben beschriebenen Routen anschauen: Disclaimer: Die Tracks im Wiki unterscheiden sich bisweilen von der offiziellen Variante. Das kann sowohl an einer veralteten Version liegen, oder es ist eine bewusste Abweichung, weil es so besser zu fahren ist.

Weblinks