Chile

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Vulkanschild.jpg

Allgemeine Informationen

Generelle Empfehlungen

Chile liegt in Südamerika. Es erstreckt sich sich über eine Länge von ca. 4500 km in Nord-Süd-Richtung und maximal 200 km in Ost-West-Richtung. Das Land ist ca. doppelt so groß wie Deutschland und hat 14 Millonen Einwohner, von denen die Hälfte in und um die Hauptstadt Santiago lebt.

Die Landschaft ist vielfältig und beinhaltet unter anderem Wüste, mediterranes Klima, kahle Berge, kalten Regenwald, Fjorde, Gletscher und auch sehr grüne und regenreiche Regionen. Im Westen wird Chile vom Pazifischen Ozean begrenzt, im Osten von der Hochgebirgskette der Anden. Der Ozean ist durch den antarktischen Humboldt-Strom sehr kalt. Aus diesem Gunde fällt (außer im Süden) sehr wenig Regen, und die Landschaft ist vergleichsweise trocken.

Einreisebestimmungen, Dokumente

Für EU-Bürger genügt für eine Aufenthaltsdauer von bis zu 90 Tagen der Reisepass, der noch 6 Monate gültig sein muss. Bei der Einreise muss eine Einreisekarte ausgefüllt werden, die abgestempelt wird. Diese Karte darf nicht verloren werden und muss bei der Ausreise abgegeben werden.

Die mehrmalige Ein- und Ausreise über eine Landesgrenze mit dem Fahrrad geht problemlos.

Bei der Einreise ist ebenfalls ein Zollformular auszufüllen. Für die Einfuhr von Lebensmitteln gibt es strenge Regeln. Im Zweifelsfalle kreuzt man auf der Zollkarte bei Lebensmitteln "Ja" an (auf Spanisch "Sí") und lässt anschließend die Lebensmittel kontrollieren. Diese Regeln sollten überaus ernst genommen werden. Bereits ein nicht deklarierter Apfel im Gepäck kann zu unschönen Szenen führen. Am Flughafen von Santiago wird sämtliches Gepäck bei der Einreise gescannt, bei der Einreise über Land meist von Hand kontrolliert. Folgende Sachen dürfen nicht nach Chile eingeführt werden:

  • Frisches Obst und Gemüse
  • Milch und Milchprodukte (dazu zählt auch Käse)
  • Fleisch und Wurstwaren
  • Honig und Bienenwaben
  • Körner und Samen
  • Bodenproben, das kann auch ein schlammverkrustetes Fahrrad betreffen!

Industriell verarbeitete Lebensmittel dürfen eingeführt werden (z.B. Nudeln, Konserven, eingeschweißte Nudelsoße), ebenso Brot.

Klima und Reisezeit

Aufgrund seiner großen geographischen Nord-Süd-Ausdehnung kommen in Chile alle Klimazonen vor, die in Europa vom Nordkap bis in die Sahara anzutreffen sind. Die Jahreszeiten sind gegenüber Europa um ein halbes Jahr verschoben. Hochsommer ist von Dezember bis Februar.

Sicherheit und Verhaltensempfehlungen

Chile ist im allgemeinen ein sicheres Reiseland. Es gelten die Regeln des gesunden Menschenverstandes.

Sprache

Amtssprache ist (chilenisches) Spanisch. Das lateinamerikanische Spanisch unterscheidet sich in einigen Worten und vor allem in der Aussprache vom europäischen Spanisch. Insbesondere gibt es keine gelispelten S-Laute, der Buchstabe "c" in den Kombinationen "ce" und "ci" wird wie ein deutsches "s" gesprochen. Spezifisch chilenisch ist das Weglassen von Konsonanten. Meistens geschieht dies am Wortende, z.B. "do' café" statt "dos café", manchmal am Wortanfang, z.B. "'cudo" statt "escudo". Ihre eigene Sprache bezeichnen die Chilenen nicht als "español" sondern als "castellano".

Im Kleinen Süden Chiles (speziell zwischen Concepción und Temuco) wird auch Mapudungun gesprochen. Ortsschilder und Begrüßungstafeln sind teilweise zweisprachig ausgeführt.

Fremdsprachenkenntnisse sind nicht sehr weit verbreitet, aber durchaus vorhanden. In größeren Städten wie Santiago oder Concepción oder in touristischen Regionen wird gelegentlich Englisch verstanden, im Süden Chiles auch Deutsch.

Währung

Währung in Chile ist der chilenische Peso CLP. Kurs: 1 € = 720 CLP. Kurzzeichen für den Peso ist das Dollarzeichen "$". Manchmal sind Preise in US-Dollar angegeben, dann steht "US$".

Im Gegensatz zu vielen anderen lateinamerikanischen Währungen unterliegt der chilenische Peso keinem rapiden Preisverfall, sondern steigt sogar gegenüber Dollar und Euro. Die Währung ist voll konvertierbar und kann in beliebiger Menge umgetauscht werden. Deshalb ist der US-Doller in Chile keine Schattenwährung. Gerade in touristischen Gebieten wird er jedoch auch angenommen und zum Tageskurs umgerechnen (ca. 550 CLP), das Wechselgeld wird in Pesos herausgegeben.

Kartenzahlung ist oft möglich, jedoch nicht in sehr kleinen Läden und Imbissbuden. Geldautomaten können auf dem Land rar sein, in Städten sind sie häufiger anzutreffen.

Fahrradinformationen

Radspur auf einer chilenischen Landstraße.

Regeln und Vorschriften

Gefahren wird am rechten Straßenrand. Gelegentlich gibt es markierte Radspuren, in größeren Städten auch Radwege.

Versorgungslage für Ersatzteile

Die Versorgung mit Ersatzteilen ist in Chile besser als in den meisten lateinamerikanischen Ländern. Kleinere Fahrradläden gibt es recht oft. In größeren Städten und in Touristengebieten gibt es auch größere Fahrradläden mit einem umfangreichen Angebot an Ersatzteilen. Hochwertige Teile sind jedoch deutlich teurer als in Europa. Viele Chilenen sind mit billigen Mountainbikes unterwegs, gelegentlich aber auch mit höherwertigen. Rennradfahren ist auch recht verbreitet, aber nur in den Regionen, in denen es auch asphaltierte Straßen gibt.

Die Welle der 29er MTBs hat auch Chile erfasst. Ersatzteile für 28-Zoll-Räder (622mm) sind zu bekommen. Die Versorgung für 26-Zoll-Räder (559mm) ist jedoch deutlich besser.

Fahrrad-Wörterbuch

Transport

Anreise

Flüge von Europa direkt nach Chile sind selten. Aktuell (Feb 2014) fliegen nur Air France von Paris und Iberia von Madrid. Ansonsten muss in Nord- oder Südamerika umgestiegen werden (oft Buenos Aires, Lima oder Miami). Nahezu alle Flüge vom Ausland nach Chile landen in Santiago.

Die Anreise mit dem Fahrrad über eine der Landesgrenzen zu Argentinien, Bolivien oder Peru läuft relativ problemlos. An vielbefahrenen Straßen ist mit längeren Wartezeiten zu rechnen. Die meisten Straßen über die Landesgrenzen sind Passstraßen über das Gebirge, die oftmals geschottert sind.

Aus den touristischen Regionen Argentiniens in den Anden gibt es Busse, die in die näheren chilenischen Städte fahren.

An allen Grenzen sind strengen Regeln zur Einfuhr von Lebensmitteln zu beachten (siehe Einreisebestimmungen)!

Transport im Land

Bus

Das Land wird von einem dichten System von Fernbussen durchzogen. Offiziell werden keine Fahrräder transportiert. Inoffziell wird das Fahrrad vorher auseinangernommen (zumindest die Laufräder raus) und verschnürt oder verpackt, dann gilt es als großes Gepäckstück. Wieviel Gebühr für Übergepäck zu entrichten ist, wird dann mit dem Busfahrer ausgehandelt.

Eisenbahn

Das chilenische Eisenbahnnetz wurde zunehmend ausgedünnt und stillgelegt. Die einzige noch befahrene Strecke führt von Santiago in Richtung Süden nach Puerto Montt. Sie wird aber nicht ganzjährig bedient.

Flugzeug

Die schnellste Möglichkeit, in Chile größere Entfernungen zurückzulegen, ist das Flugzeug. Das Land wird von einem dichten Netz von Inlandsfluglinien durchzogen. Die beiden großen Anbieter sind LAN Chile und Sky Airways. Sky ist preiswerter als LAN. Die Fahrradmitnahme muss bei beiden Fluggesellschaften nicht angemeldet werden, ist an sich kostenlos und und recht unkompliziert. Das Fahrrad gilt als normales Gepäckstück, eventuelles Übergewicht muss beim Check-In bezahlt werden. Gegebenenfalls müssen die Laufräder zum Check-In ausgebaut werden, damit das Fahrrad durch den Scanner passt. Ein Fahrradkarton ist hilfreich (unbedingt vor Ort erkundigen, ob er vorgeschrieben ist!).

Schiff

In den Anden müssen gelegentlich Seen per Fähre überquert werden, in der Fjordlandschaft im Süden Fjordarme oder die Magellanstraße. Eine regelmäßige längere Fährverbindung besteht zwischen Puerto Montt und Puerto Natales.

Straßen

Kennzeichnung von Einbahnstraßen in chilenischen Ortschaften.

Straßennetz, allgemeine Informationen

Das Straßennetz in Chile ist deutlich dünner als in Europa (Ausnahme: Großraum Santiago). Die Hauptstrecken sind asphaltiert, Nebenstraßen können asphaltiert oder unbefestigt sein (ripio genannt). Asphaltstraßen sind meistens in einem sehr guten Zustand. Am Straßenrand befinden sich alle 50 bis 100 m Reflektoren, die das Radfahren erschweren. Die Qualität der Schotterstrecken kann sehr unterschiedlich sein und von einer problemlos zu fahrenden festgefahrenen Decke bis hin zu rutschigem Baustellenschotter reichen.

Auf der Autobahn darf mit dem Fahrrad gefahren werden, sofern es nicht explizit durch ein Schild verboten wird (im Großraum Santiago). In manchen Gegenden des Landes gibt es keine andere Verbindung zwischen den Orten. Maut muss mit dem Fahrrad nicht entrichtet werden.

Die meisten Städte sind schachbrettartig angelegt mit Einbahnstraßen in abwechselnden Richtungen. Die erlaubte Fahrtrichtung wird durch Pfeile an den Straßenschildern angezeigt.

Der Verkehr hält sich meist in Grenzen. An Wochenenden in touristisch beliebten Gebieten kann es aber auch sehr voll werden.

Routen und Touren

Gesundheit und Ernährung

Gesundheitsversorgung

Ernährung und Versorgungssituation

Die Ernährungssituation vor Ort ist problemlos. Lebensmittelläden gibt es in nahezu jedem Ort, Supermärkte in größeren Orten. Aufgrund der dünnen Besiedelung des Landes sollte man nicht völlig ohne Vorräte losfahren.

Das Leitungswasser ist oft chlorhaltig.

Unterkunft

Regionen

Chile wird von Norden nach Süden in fünf größere Gebiete gegliedert:

  • Großer Norden
  • Kleiner Norden
  • Zentralregion
  • Kleiner Süden
  • Großer Süden

Literatur

Karten

Alle Landkarten, auf denen Chile komplett abgebildet ist, haben einen relativ kleinen Maßstab (1:1.000.000 bis 1:3.000.000). Trotzdem sind sie zur Übersicht recht brauchbar. Zum anderen ist die Dichte der Straßen abseits der Ballungsräume oft ziemlich gering, so dass selbst auf Karten besserer Maßstäbe auch nicht mehr Straßen vorhanden sind.

  • Lagos del Sur - Araucania, Zagier&Urruty Publications, ISBN: 9781879568952.
    • Kleiner Süden von Chile zwischen Temuco und Puerto Montt sowie die angrenzenden argentinischen Provinzen in den Anden.
    • Straßenbelag (fest oder uneben) ist markiert, aber mittlerweile recht veraltet.

Reiseführer

Weblinks

Radreise-Forum

Externe Links