Masse

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Auswirkung von Mehrgewicht auf FahrerIn

Hier findet sich eine Tabelle in der anhand des Körpergewichts abgeschätzt werden kann, wie viel ein Kilo Mehrgewicht (z.B. Gepäck) bei Touren auf asphaltierten Wegen ausmacht.

Steigung in %
0 2.5 5 10
Fahrer-
gewicht
in kg
50 0.32% 1.00% 1.50% 2.00%
60 0.25% 0.90% 1.35% 1.65%
70 0.22% 0.87% 1.25% 1.40%
80 0.21% 0.85% 1.15% 1.25%
90 0.20% 0.80% 1.00% 1.10%
100 0.18% 0.75% 0.90% 1.00%
110 0.17% 0.73% 0.85% 0.90%
120 0.16% 0.70% 0.80% 0.85%

2 % Mehraufwand pro Kilo Mehrgewicht bedeuten entweder pro Kilo 2% mehr Anstrengung oder pro Kilo 2% länger fahren. Länger fahren wird bei steileren Bergen so aber oft nicht möglich sein. Wenn längere Zeit der Ausdauerbereich überschritten werden muss, lassen sich kaum noch zuverlässige Prognosen über die Auswirkung des Gewichts machen.

Die Vergleiche beziehen sich grundsätzlich auf ein theoretisches masseloses (also 0 Kilogramm schweres) Fahrrad ohne Gepäck. Wer wissen möchte, wie sich nur das Gepäck auswirkt braucht nur das Gewicht des Fahrrads zu seinem Körpergewicht hinzurechnen. Dann erhält man den Vergleich zu einer Fahrt ohne Gepäck. Faktisch ändert sich trotz etwas geringerer Prozentangaben nichts, da sich ja der Basiswert, also z.B. die Fahrtzeit auch ändert. Wenn ein Kilo Gepäck 5 Minuten länger fahren auf einer Tagesetappe bedeutet, macht jedes Kilo Gepäck etwa 5 Minuten aus, relativ unabhängig davon, wie viel Gepäck mitgenommen wird.

Anmerkung

Die Angaben beziehen sich auf ein MTB mit Tourenbereifung bei Windstille und wurden bei Kreuzotter de ansonsten in der Standardeinstellung ermittelt. Bei Rückenwind z.B. macht sich das Gewicht auch bei weniger steilen Steigungen genauso wie bei steilen Steigungen bemerkbar.

Kurzformeln

Bei Vernachlässigung des Windwiderstands und des Rollwiderstands liefern die Formeln für steile und steilere Berge recht genaue Ergebnisse:

(100 x c) : (a + b) = Mehraufwand in Prozent
a = Körpergewicht
b = Gewicht des Rads (oder als Referenz z.B. 10 Kilo Rad)
c = Mehrgewicht (z.B. 10 Kilo Gepäck)

Wenn mit gleicher Anstrengung gefahren wird:

(Mehraufwand in Prozent + 100) : 100 x t1 = t2
t1 = Fahrzeit mit Gewicht b
t2 = Fahrzeit mit Gewicht b + Mehrgewicht c

Auswirkung von Gewicht auf das Fahrrad

Der Unterschied zwischen zwei Gängen bei einer MTB Übersetzung, die auch die meisten Reiseräder haben, beträgt ca. 10 - 15%. 10 Kilo Mehrgewicht machen also grob etwa einen Gang Unterschied aus.

Ein sehr niedriges Gewicht von Gepäck und Rad ("ultralight") lohnt sich i.d.R. vor allem (erst) dann, wenn Strecken gefahren werden, auf denen das Rad getragen oder geschoben werden muss. Es ist aber praktisch, wenn sich das Fahrrad mit Gepäck noch ein Stück tragen lässt, etwa eine Treppe hinauf oder über ein Hindernis hinweg.

Insbesondere im Stand macht sich ein hohes Gewicht negativ bemerkbar, da das Fahrrad schneller zum umkippen neigt und deutlich schlechter "gebändigt" werden kann; vor allem, wenn das Gewicht schlecht verteilt ist und daher der Schwerpunkt hoch liegt.

Je höher der Schwerpunkt, desto deutlicher auch die Auswirkungen auf das Fahrverhalten. Manche Fahrer finden es sehr ungewohnt mit viel Gewicht zu fahren.

Während sich der Fahrer durch Training an verschiedenen Belastungen anpassen kann, ist das beim gewählten Material des Rades nicht der Fall. Für die verschiedenen Bauteile gibt es unterschiedliche, zulässige Gesamtgewichte. Z.B. (je nach Model schwankend) für Gepäckträger 15-40kg, für manche Gabeln oder Rahmen 130kg, für manche Leichtbaufelgen 90kg etc. . Generell kann man sagen:

  • je höher die Masse, desto größer der Verschleiß des Materials (z.B. Reifen) und desto eher tritt Materialermüdung ein
  • die jeweiligen zulässigen Gesamtgewichte sollten keinesfalls überschritten werden auch wenn die Belastung evtl. nicht sofort zum Zusammenbruch führt.
  • je höher die Masse, desto stabiler sollte das gewählte Material sein, wer Masse spart, kann weitere Masse durch leichtere Bauteile sparen
  • im Grenzbereich der zulässigen Masse verschlechtert sich meist das Fahrverhalten

Im Gegensatz zur Betrachtung von Masse und FahrerIn, bei der sich die Zusatzbelastung prozentual bei höherem Fahrergewicht relativiert, ist die Betrachtung bezogen auf das Material eher umgekehrt: je leichter der Fahrer, desto mehr Gepäck kann er mitnehmen, ohne die Materialbelastungsgrenzen zu erreichen. Ein sehr schwerer Fahrer kann die zulässigen Grenzen bereits ohne Gepäck erreichen! Das Material sollte passend zur vorgesehenen Masse gewählt werden.

Auf längeren Reisen kann es sinnvoll sein einen Spielraum für zusätzliches Gepäck (z.B. Trinkwasser und Lebensmittel auf abgelegenen Streckenabschnitten) zu berücksichtigen.

Auf Flugreisen ist die Masse des Gepäcks beschränkt. Übergepäck kann sehr teuer werden.

Grobe Gewichtsempfehlung für Rad und Gepäck

Anders als beim Wandern muss bei normalen Radreisen nicht auf jedes Gramm geachtet werden (siehe Tabelle oben). Dennoch sollte das Gewicht von Rad und Gepäck nicht zu schwer werden.

Grob lassen sich für eine Radreise auf guten Wegverhältnissen im mitteleuropäischem Raum im Sommer empfehlen

  • um die 15 Kilo Gepäck inklusive Taschen ohne Nahrungsmittel und Wasser
  • Rad von 15 – 20 Kilo

Siehe auch