Griechenland

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Allgemeine Informationen

Generelle Empfehlungen

Einreisebestimmungen, Dokumente

Der Personalausweis genügt. Kontrollen gibt es bei der Einreise nicht, bei der Ausreise natürlich an Flughäfen. Auch die Fährhäfen wie Patras und Igoumenitsa werden überwacht, vor dem Zugang zum Schiff werden inzwischen Personen- und Gepäckkontrollen durchgeführt, icl. Scanner, wie am Flughafen. Das Rad darf dann gnädig neben dem Scanner durchrollen.

Grenzübergänge

Bulgarien

Petric/Neo Petrisi, E79, stark befahren. Trigono/Svilengrad.

Türkei

Kastanies/Edirne Kipoi/Ipsala.

Mazedonien

Doiráni/Star Dojran, kleiner Übergang, keine Probleme. Niki/Medžitlija, keine Probleme.

Albanien

Konispol/Sayada, auf albanischer Seite miese Piste.

Klima und Reisezeit

Griechenland weist sehr unterschiedliche Klimata auf. In den Bergen Nord- bzw Nordwestgriechenlands herrschen rauhe Verhältnisse mit schneereichen Wintern und regenreichen Abschnitten im Frühjahr und Herbst. Die Sommer können auch dort sehr heiß werden. Es gibt an mehreren Stellen im Land gern besuchte Skizentren. An den Küsten, auf der Peloponnes und den Inseln herrscht dagegen normalerweise frostfreies Wetter mit teils sehr windigen und heißen Sommern. Kennzeichnend ist ganzjährig der Nordwind in der Ägäis (Meltémi), der nicht zu selten auch die Schiffahrt zum Erliegen bringt.

Generell ist auch in den milderen und südlichen Gebieten eine verläßliche Vorhersage unmöglich. Zwar sind die Winter von Oktober/November bis März die typische Regenzeit. Es kann aber im Januar sonnige Tage mit bis zu 20°C haben. Im Januar/Februar 2015 wurde das Land von Regenunwettern heimgesucht und ein winterliches Tief zog darüber hinweg mit Schnee bis nach Athen und auf die Kykladen (!). Als Reiseziel für Sonnen- und Wärmehungrige im Spätwinter und Frühjahr ist GR ungeeignet. Blühende Landschaften gibt es je nach Gebiet bis Ende Mai. Strahlende Farbflecken durchziehen die Berghänge: Oleander und Bougainvillea in jeweils mindestens 3 Farben sowie das leuchtende Gelb des Ginsters und noch grüne Macchia machen diese Zeit zum optischen highlight.

Stabiles Sommerwetter stellt sich oft erst Anfang Juni ein. Von Juni bis September können Hitzeperioden mit Temperaturen über 40°C eintreten, aber auch dazu gibt es keine Regel. In manchen Sommern werden die 30°C nur gelegentlich überschritten. Der Spätsommer ist gekennzeichnet von verdorrter Natur, nicht mehr stabilen Wetterlagen und Bademöglichkeiten bis in den Oktober. So dauert die Saison in Griechenland von den griechischen Ostern bis Anfang Oktober, außerhalb dieser Zeit werden kaum Charterflüge angeboten, auch die Anzahl der Fährverbindungen ist dann geringer.

Sicherheit und Verhaltensempfehlungen

Sprache

Neugriechisch. Eigenes Alphabet. Fast flächendeckend wird von Menschen aller Altersgruppen inzwischen zumindest etwas englisch gesprochen. Nahezu sämtliche Angaben im Straßenverkehr sind zweisprachig ausgeführt. Häufig folgt einem griechischen Vorwegweiser mit goldfarbener Schrift nach etwa zwanzig Metern ein weiterer in lateinischer, silberfarbener Schrift. Wie überall lohnt es sich auch hier, einige Redewendungen zu erlernen und die neugriechische Aussprache der Buchstaben zu kennen. Mit das Wichtigste in der griechischen Sprache ist die Betonung, gekennzeichnet durch das Apostroph. Nicht nur, dass falsche Betonungen immer etwas Peinliches haben, sie führen oft auch zu absolutem Nichtverstehen. Beispiel der Ort Ágios Nikólaos. Es gibt ihn in GR vielfach. Wer das wie gewohnt ausspricht: »Níkolaus«, wird häufig leere Gesichter ernten.

Fahrradinformationen

Allgemein ist die Rolle des Radfahrers im Wandel begriffen. Bisher galt: Radfahren ist etwas für Kinder und Spinner. Radfahrende werden nicht nur nicht für voll genommen, sie werden teilweise (außerhalb des Straßenverkehrs) nicht wahrgenommen. Es kann vorkommen, dass ein Ordnungshüter eine Zufahrt für Kraftfahrzeuge absperrt und den sich in unmittelbarer Nähe vorbeimogelnden Reiseradler schlicht nicht sieht. Allerdings hat sich in seit etwa 2010 eine stetig wachsende Rennradklientel entwickelt und an vielen Stellen wachsen Radläden aus dem Boden, die teilweise sehr ambitioniert sind und auch dem Alltagsradler das Wichtigste bereithalten, es gibt sie auch in kleineren Ortschaften, man muss einfach nachfragen. MTB ist noch etwas weniger anzutreffen, Nabenschaltungen sind allerdings unbekannt.

Im Straßenverkehr:

Die Griechen sind, wenn überhaupt eine so pauschale Aussage gemacht werden kann, allgemein und auch gerade als Autofahrer vom Hang zum Extremen geprägt. So gibt es gelegentlich ebenso halsbrecherische und vom Zeitpunkt her unsinnige (viel zu spät und an ganz unübersichtlichen Stellen) Überholmanöver, als auch übertriebene Ängstlichkeit, die dann bei vollkommen freier Straße das Überholen eines derart unheimlichen Objekts wie einen Reiseradler verhindert und diesem das Vergnügen beschert, endlos lange ein schleichendes Auto hinter sich zu haben.

Allgemein ist der Grieche aber überaus auf Sicherheit bedacht und beschert dem Radler höchst selten brenzlige Situationen.


Regeln und Vorschriften

Transport

Anreise

Schiff

Mit dem Fährschiff ab Italien.

Das Fährenangebot hat sich in den letzten Jahren erweitert. Abfahrten sind aus Italien nun möglich von:

- Trieste: bislang von Minoan Lines bedient, die Route existiert ab 2017 nicht mehr.

- Venezia: derzeit von ANEK Lines und Minoan Lines bedient. Hafen nicht in Venedig selber, sondern südlich Mestre am Festland: Fusina | Via Dell’ Elettronica 30176 Venezia (VE) Beschilderung: "Terminal FUSINA FERRIES"

- Ancona: Einchecken nicht in der Nähe des Schiffs, sondern etwa 3 km westlich außerhalb Via Luigi Einaudi Aus dem Hafengebiet rausfahren, am "Pentagon" vorbeifahren und dann rechts wieder ins Hafengebiet reinfahren.

- Bari: Eincheckgebäude unmittelbar vor den Fähren.

- Brindisi: Vorsicht: das Schiff liegt nicht im Haupthafenbecken. Dieses muß Richtung Süden umfahren werden, was 15 Minuten zusätzliche Zeit kostet.

Ravenna wurde wieder gestrichen. Alle ganzjährig, täglich allerdings nur von Ancona und Bari. Eine gute Übersicht und Buchungsmöglichkeit bieten diese Seiten:

http://www.ferries.gr/

http://www.openseas.gr/search-routes.html

Allgemein für Fähren und Unterkünfte und mehr auch hilfreich: http://www.gtp.gr/

Zielhäfen sind Korfu, Igoumenitsa und Patras. Andere griechische Ziele sind meist von Pireás, Rafina und Lavrion erreichbar. Durchführende Gesellschaften:

http://www.minoan.gr/de

http://web.anek.gr/portal/page/portal/ANEK_prod (verbunden mit: )

http://www.superfast.com/

sind die Hauptanbieter von den nördlichen Häfen. Von Bari und Brindisi verkehren auch andere Gesellschaften, dieser Markt ist aber wegen der ständigen Verfilzung der Gesellschaften und dem Austausch der Schiffe untereinander unübersichtlich.

Unterkunft auf dem Schiff:

Grundsätzlich ist "Deck" immer möglich, so gut wie alle neueren Fähren verfügen über passende Infrastruktur, wie zB Duschen und WC. Vorsicht aber bei alten Schiffen. In der Regel sollte man schnell seinen optimalen Schlafplatz finden und per Gepäck, aufgeblasenen Matten schnell markieren, bevor man von "Konkurrenten" verdrängt wird. Die Plätze an Deck und im Innenraum können eng werden. Wer salzklamme Kleidung etc nicht mag, kann oftmals auch in den Innenräumen liegen, die Besatzung duldet normalerweise auch Isomatten in den Gängen und Treppenhäusern.

Das Fahrrad:

Fahrräder kosten üblicherweise nichts. Den Anweisungen des Personals, das Rad betreffend, beim Einschiffen ist mitdenkend Folge zu leisten. Sinnlose Vorgaben sollte man aber standhaft ablehnen, zB das Rad frei auf dem Ständer stehend oder lose an eine glatte Wand lehnend abzustellen. In einer Nische der Seitenwände sollte immer ein Plätzchen zu finden sein, manchmal sogar mit Anschließmöglichkeit. Natürlich sollte keine evtl Funktion der Geräte usw beeinträchtigt werden, ggf fragen. Manchmal wollen sie einem auch nur ersparen, nach dem Festmachen lange auf das Rangieren etwaiger das Rad blockierender LKWs warten zu müssen. Wer nicht am Endhafen von Bord geht, sollte nicht gerade im hintersten Winkel parken. Das oder die Ladedecks sind während der gesamten Überfahrt nicht zugänglich! Ausnahme: kurz vor und während der Liegezeiten in Igoumenitsa und Korfu.

Einchecken:

Üblicherweise muss am Tag der Abreise formell eingecheckt werden, auch wenn ein Ticket schon vorhanden ist. Wer das Ticket erst am Tag und vor Ort kauft, erledigt das automatisch gleich mit. Wo die Schalter liegen, entnimmt man den Seiten der Gesellschaften. Vorsicht: in Ancona liegen diese Schalter recht weit abseits des Fährhafens in einem anderen Hafenbereich. Entweder selber hinfahren oder einen Shuttlebus nehmen. Aufs Schiff darf man frühestens 1,5 Stunden vor Abreise.

Zeitangaben:

Die Abfahrtszeiten werden inzwischen normalerweise sehr pünktlich eingehalten. Fahrzeitangaben sind dagegen kreativ zu verstehen. Schon allein die Unsitte, die einlaufenden Fähren meilenweit vor dem Hafen nur in ehrerbietiger Haltung im Schleichtempo fahren zu lassen, kostet mindestens eine halbe Stunde, oft mehr. Oft wird als Ankunftszeit das Passieren der Ansteuertonne angegeben. Keinesfalls eng getaktete Anschlüsse buchen.

Tips Zielhäfen:

Korfu: kleiner Hafenbereich, lohnt sich prinzipiell nur für Korfu als eigentliches Ziel. Im Süden der Insel gibt es einigemale am Tag eine Fähre nach Igoumenitsa.

Igoumenitsa: geeignet für Reisen nach Osten durch den Gebirgsbereich und für Reisen die griech. Westküste südwärts. Der Ort ist nicht groß, nördlich der Ortsmitte gibt es ein Sträßchen der Bucht entlang, wo man nach wenigen km einen schönen Badestrand erreicht. Vorsicht: Weiterreise von Igoumenitsa nach Patras mit dem Schiff nur sehr eingeschränkt möglich! Günstiges und gutes Hotel fast gegenüber dem Hafen mit deutschsprachiger Hotelierfamilie: Astoria.

Patras: gigantischer großer neuer Hafen südlich der Stadt. Wer nach Süden will, ist sofort aus dem Ballungsraum raus. Richtung Stadt und weiter nach Athen/Piräus geht es vom Hafen kommend links der sechsspurigen Straße folgend. Der alte Hafen in der Stadt dient nur noch für den innergriechischen Verkehr zu den Ionischen Inseln und als Fährenparkplatz. Die Hotels in Patras sind für eine Großstadt selbstzerstörend günstig (Stand 2014).

Tips zur Weiterreise:

Eine Bahnverbindung von/nach Patras gibt es nicht mehr! Ob und wann eine geplante Neubaustrecke in Betrieb sein wird, ist unabsehbar. Bis Kiáto bleibt nur

Busfahren:

Dazu grundsätzlich: Das Rad wird vom Fahrer im Prinzip mitgenommen, wenn nicht massenhaft Koffer der übrigen Reisenden dagegensprechen. Das Rad wird unten in die Gepäckräume gelegt, in ganz alten Fahrzeugen kann das gelegentlich eng werden.

Die Verbindungen sind aber gerade von Patras Richtung Athen/Piräus (letzteres teilw. eigene Linie) sehr eng getaktet, zur Not muss man eine Verbindung auslassen. Es gibt auch ab Schiff direkte Busse der Fährgesellschaften, an Bord nachfragen.

Das Ticket für die Busse muss normalerweise im Busbahnhof oder an dem entsprechenden Schalter gelöst werden, Fahrrad kostet extra, ggf ein zweites Personenticket kaufen, ist griechenlandweit uneinheitlich. Nur wer unterwegs an der Straße zusteigt, zahlt im Bus. Meistens fahren eigene Schaffner mit, die beim Laden helfen und für alles zuständig sind. Gelegentlich halten die Busse unterwegs an ausgesuchten Orten für Pinkelpausen, nachfragen. Die Bus-WCs sind meist geschlossen.

Das Umsteigen unterwegs ab Kiáto in die Bahn lohnt zeitlich nur bedingt. Das Bahnfahren in dieser Vorortbahn nach Athen Stadt, zum Flughafen oder nach Piräus mit Rad ist kostenlos, es gibt aber nur im Einstiegsbereich Platz, Sitzen ist für den Radler daher kaum möglich. Meist (bisher bei jedem zweiten Zug, der Richtung Flughafen weiterfährt) muss im Norden von Athen einmal umgestiegen werden. Der Vorteil ist, dass die Züge von den zähen Straßenverkehrsverhältnissen nicht betroffen sind.

Weiterreise ab Patras nach Pireás mit dem Rad:

Die Küstenstraße bis Megara hat etwa 175 km. Meist weht ein teils kräftiger Wind aus West. Radfahrgeschwindigkeiten bis über 40 km/h sind möglich. Dem Neubau der Autobahntrasse sind vor allem bis Xylokastro viele naturschöne und idyllische Abschnitte zum Opfer gefallen. Man sollte ab Megara nicht die Straße über Elefsina (Eleusis) nehmen, sie mündet in eine worst case-Stadtautobahn, zu der es keine Alternative gibt.

Daher den Weg über die Insel Salamina nehmen. Es existiert ab dem kleinen Hafen Perama südöstlich der Stadt (Ölraffinerie) eine Kleinstfährenverbindung auf die Insel, Abfahrt alle Stunde, Dauer 5 Minuten. Dann die Insel überqueren (Hauptort, dort links Richtung Paloukia halten) und die Autofähre nach Perama (heißt ebenfalls so; wieder Festland) nehmen. Dort die 4spurige Hauptstraße ("Leoforos Dimokratias)" nach Piräus fahren, ist nicht so schlimm. Bevor es nach gut 5 km längere Zeit ansteigt, nicht dem Wegweiser nach Piräus geradeaus folgen, sondern hier die Dimokratias verlassen, rechts abbiegen und auf der ebenfalls 4spurigen Straße im Küstenbereich bleiben, es taucht ein neuer Wegweiser Piräus/Port auf. Die Straße verschwindet dann ganz offiziell und für Radler erlaubt in zwei Tunnels und man ist ohne weiteren Stress nach kürzester Zeit im Hafen.

Alternativ auf Salamina nicht die Auto-, sondern die davor liegenden Personenfähren nehmen, die auch Räder mitnehmen und in etwa 50 Minuten direkt in den Hafen Piräus fahren, schöne und interessante Überfahrt.

Flugzeug

Ganzjährig Flüge nach Thessaloniki, Athen, Heraklio (Kreta). Auch Kavála im Norden und Áraxos Nähe Patras werden (wieder) bedient.

In der Saison zusätzlich günstige Flüge nach Korfu, Rhodos, Kos, Chánia (Kreta) und auf einige weitere Inseln mit EASYjet, Eurowings und etlichen anderen Gesellschaften. Innergriechische Flüge gehen auf inzwischen einen Großteil der Inseln ab Athen und Thessaloniki.

Ab dem Flughafen Athen kann man mit der S-Bahn (»Proastiakós«) in die Innenstadt und nach Pireás fahren (je einmal Umsteigen; Radmitnahme möglich und kostenlos). U- und S-Bahn-Züge verkehren auf der Flughafenstrecke gemeinsam. Mit dem Fahrrad ist eine relevante Straßenführung direkt in die Stadt schwierig, am ehesten geht noch der Umweg über die südlich verlaufende Küste.

Die Fährhäfen Rafína und Lávrio können gut vom Flughafen aus erreicht werden.

Transport im Land

Bahn

  • Sehr begrenztes Streckennetz, durch die Sparmaßnahmen seit 2009-11 ist das bediente Netz nochmals verkleinert und auch die Verkehrsdichte ausgedünnt worden. Es betrifft vor allem die Fernbahn und insbesondere die Meterspurstrecken auf der Peloponnes.
  • Die Athener Vorortzüge nehmen Fahrräder mit Proastiakos bei Wikipedia, die U-Bahn inzwischen auch. Auch in der Strassenbahn in Athen ist eine Radmitnahme möglich.
  • Es gibt aber auch Hoffnung. Die 2009 stillgelegte und teildemontierte Verbindung der Schmalspurbahn aus dem 19. Jhdt zwischen Kiáto (westlich von Korinth) und Patras erlebt eine Neuauflage. Trassen und Gleise wurden neu gebaut bzw schon verlegt, manche Bahnhöfe sind schon fertig incl Bänken und Mülleimern, in ´Ägio wurde der Bahnhof ins Untergeschoß verlegt und ist damit erfreulicherweise in der Ortsmitte geblieben. Man darf gespannt sein, wann diese klassische Basis-Verkehrsader wieder eröffnet wird, den Interessen der allmächtigen Buslobby zum Trotz.

Tip für Pireás – Athen: die beiden Endbahnhöfe für die Proastiakószüge und für die Metro liegen fast fast nebeneinander direkt am Hafen (Metro südlicher). Der Proastiakósbahnhof ist der ehemalige Meterspurbahnhof der Peloponniosstrecken, der frühere Regelspurbahnhof in der Nordwestecke des Hafens ist außer Betrieb. Das Fahren mit der Metro ist deutlich unkomplizierter, die Proastiakószüge fahren seltener. Ticket vorher am Automaten entwerten!

Schiff

Diverse Fährschifflinien auf die Inseln (das Fahrrad ist dabei i.d.R kostenfrei). Die Fahrpläne werden oft erst kurz vor Saisonbeginn eingestellt, so dass frühzeitige Planungen schwierig sind. Allerdings erweisen sich oft die Fahrpläne doch saisonübergreifend als stabil. Selbst wenn sich in der Zeit zwischen Oktober und den griechischen Ostern alles wie ausgestorben zeigt, tauchen danach flugs wieder die Pläne auf, rein zufällig genau wie in den Vorjahren. Veränderungen gibt es allerdings regelmäßig in den Bereichen Schnellboote und Ausflugsfahrten.

Die meisten Verbindungen beginnen im Hafen von Pireás, einige Fähren auf die Kykladen auch von Rafina aus, was relativ günstig vom Flughafen aus erreichbar ist. Kleine Anmerkung am Rande: Piräus heißt Hafen, es ist nicht die Exklusivbezeichnung des Hafens von Athen, dieser heißt Pireás. In Rafina gibt es nur ein Hotel (Avra Airport Hotel, direkt am Fährhafen).

Igoumenitsa: Hafenstadt im Nordwesten, Verbindungen nach Ancona, Bari, Brindisi, Venedig, Patras und Korfu. In der Stadt gibt es ein Fahrrad-/Sportgeschäft. Guter Ausgangspunkt für die Weiterfahrt nach Albanien.

Die größten Fährlinien mit dem umfangreichsten Streckennetz sind:

  • Hellenic Seaway ist vermutlich die Gesellschaft mit der größten Flotte. Diese besteht sowohl aus klassischen Fährschiffen, wie auch aus Tragflächenschiffen (»Flying Dolphin«) und modernen Katamaranen. Hier muss unterschieden werden, ob sie mit Autotransport sind oder nicht. Wenn nicht, ist die Fahrradmitnahme unter Umständen eingeschränkt, das Rad kommt dann draußen zu den Koffern unter eine Plane. Die großen »Highspeed« 4, 5 und 6 sind allerdings Autofähren. »Flying Dolphins« nehmen grundsätzlich keine Räder mit.

Eine sehr informative und aktuelle Seite über alles, was in Adria und Ägäis unterwegs ist, ist http://www.ferries.gr/ . Deren Hauptsitz ist in Heraklion/Kreta in der unteren Fußgängerzone und sie sind das Kompetenteste, was es diesbezüglich gibt.

Bus

Griechenland ist flächendeckend mit einem guten Bussystem ausgestattet. Die offiziellen Busgesellschaften heißen KTEL. (Kein Wunder, dass die Bahnlobby im Vergleich dazu schwach wirkt.) Die Radmitnahme im Bus ist landesweit möglich. Das Rad wird im unteren Gepäckbereich liegend transportiert. Voraussetzung ist, dass nicht so viele andere Fahrgäste mitfahren wollen, dass deren Gepäck keinen Platz fürs Rad ermöglicht. Wollen mehrere Radler mitfahren wird es allerdings schnell eng und der Fahrer/Schaffner winken ab.

Hilfreich ist es, an einem Startbusbahnhof einzusteigen. Tickets meist am Schalter, fürs Rad uneinheitlich, manchmal ist es sinnvoll, den unsicheren Beteiligten mit dem Kauf eines zweiten Personentickets die Entscheidung abzunehmen. Meist fährt ein Schaffner mit, der sich um alles kümmert. Man kann Busse auch unterwegs an einer der zahlreichen Haltestellen (Stasis) per Handzeichen anhalten. Wenn es nicht gerade Schnellbusse sind, werden sie halten.

Die WCs in den Bussen sind meist geschlossen, die Busse halten dafür in größeren Abständen an geeigneten Orten für allgemeine Pinkelpausen an, man kann dort dann auch Erfrischungen erwerben. Einfach vorher nachfragen.

Tipp: im Großraum Athen gibt es drei Haupt-Busbahnhöfe. Einer in Pireás, die anderen zwei im nördlichen Stadtgebiet: Terminal A und B. Diese haben die Abfahrtsziele nach einem undurchschaubaren System untereinander aufgeteilt. Hier steht, welche Richtungen von wo angesteuert werden.

Terminal A: Kífisou Tip: mit der Metro (Radmitnahme kein Problem) bis zur Station Elaionas und von dort erst einen Block die Ierá Odós östlich, dann links abbiegend nordöstlich die Markóni, die Antigónis und links abbiegend die Drákontos fahren.

Terminal B Liósion Tip: mit der Metro (Radmitnahme kein Problem) bis zur Station Attikís fahren und dann die fehlenden wenigen km auf der Liósion nördlich mit dem Rad fahren.

Straßen

Straßennetz, allgemeine Informationen

Das Straßennetz ist landesweit und bis hin zu den abgelegensten Inseln in sehr gutem Zustand. Es existieren nur noch wenige Schotterpisten, diese sind vor allem im Bergland anzutreffen, wo sie teilweise in recht brachialer Weise in die Berghänge gesprengt/gefräst wurden.

Routen und Touren

Gesundheit und Ernährung

Gesundheitsversorgung

Ernährung und Versorgungssituation

Die Ernährung unterscheidet sich von Mitteleuropa nicht wesentlich. In den Supermärkten gibt es alles, in den touristischen Gebieten gerne auch speziell angereichert. So kann man gelegentlich leibhaftiges Schwarzbrot in Scheiben kaufen, natürlich aus D. Das Preisniveau ist nur abgelegen auf dem Land noch etwas günstig, ansonsten lebt der Grieche eher teurer als der Deutsche. LIDL-Filialen gibt es landesweit. An Tankstellen gibt es keinerlei Esswaren zu kaufen. An den immer noch fast allgegenwärtigen und von früh bis Mitternacht geöffneten Kiosks dagegen kann man eine Notversorgung sicherstellen. Draußen stehende Getränkekühlschränke gibt es flächendeckend. Ganzjährig und meist sehr preiswert gibt es frisch gepressten Orangensaft (Chimó Portokáli Fisikó), da diese Früchte in GR weiträumig angebaut werden und dadurch, dass sie Frucht und Blüte gleichzeitig bilden können, ganzjährig zur Verfügung stehen.

Die Gastronomie ist auf von den Touristen nachgefragten Standardspeisekarten geschrumpft. Weder ist das früher übliche Topfgucken in der Küche anzutreffen, noch Großmutters Spezialgericht. Statt dessen hat die Pasta- und Pizzakultur flächendeckend ihre Kunden gefunden. Nur an wenigen Stellen gibt es ausgesuchte Restaurants mit Feinschmeckerküche. Dasselbe gilt auch für die Kaffeekultur. Zwar gibt es noch das Kafeníon, aber es hat nur noch gesellschaftliche Bedeutung, oft auch nur für die Alten. Wer einen wirklichen griechischen Kaffee will, muss das dazusagen. Allgegenwärtig ist der Nescafé, der hier Frappé heißt. Man hat das, auch außerhalb des Cafés, als notwendigen Festhaltegegenstand immer und überall dabei. Kaum ein Bus- oder Taxifahrer, der nicht einen Becher irgendwo abgestellt und längst vergessen hat. Es gibt ihn »métrio«, dh mittelstark und -süß, »glikó« dh süß und »varígliko«, dh stark und süß. Genau wie beim eigentlichen gr. Kaffee auch. Ansonsten sind aber auch hier Lavazza, Illy und Konsorten gut situiert. Der Grieche lehnt es übrigens ab, ein ›sch‹ auszusprechen, es entstehen manchmal lustige Neuschöpfungen. ZB: Kapputsíno.

Ganz vereinzelt in den Städten existieren Bio-Läden. Das Angebot ist außer regionalen Produkten (Gemüse, Obst) fast ausschließlich importiert und man findet die gewohnten Produkte aus den hiesigen Bio-Regalen, einschließlich entsprechender Körperpflegeartikel.

Unterkunft

Neben Hotels aller Klassen und Daseinsformen gibt es sehr viele Privatvermieter. So ist es kein Problem, in einem Luxusresort 600 € die Nacht (unterste Kategorie) auszugeben, in der Nebensaison und außerhalb der Städte kann man landesweit einfache Hotelzimmer für kaum über 30 € finden. In manchen Städten hat sich ein ruinöser Preiskampf entwickelt, der dem Gast nur sehr vordergründig nutzt. Ausbleibende Investitionen, zusammengestrichenes Angebot (Frühstück, Restaurant, Ausstattung) und häufig die Schließung der Häuser sind schon allgegenwärtig.

Erreicht man eine Insel per Fähre, so warten manchmal noch immer diverse Zimmervermieter und -vermittler bei Ankunft der Schiffe auf Kunden. Allerdings gibt es da von der Hafenpolizei streng kontrollierte Bereiche und der geneigte Neuankömmling muss kaum noch diese Art der Überfälle fürchten. Ein Zimmer zu finden ist daher in der Regel kein Problem. Gelegentlich wird man als Radler auch schon mal angesprochen, ob man ein Zimmer suche. In der Hauptsaison (»Panajía« = 15.August und die Zeit drumrum) ist allerdings schonmal alles ausgebucht, zumal seit der Krise 2008 auch die Griechen, wenn sie denn überhaupt noch verreisen, günstige Unterkünfte nachfragen.

Regionen

Athen

Die Stadt hat für den Radler als solchen nichts zu bieten, für den interessierten Touristen allemal genug. Die Einfahrt mit dem Rad ist aus allen Richtungen unerfreulich, aber nicht unmöglich. Der Transport im Zug (»Proastiakós« - »der Vorörtliche«) bzw in der Metro ist dem auf alle Fälle und unter allen Umständen vorzuziehen. Von Pireás existieren beide Möglichkeiten nebeneinander (s. oben bei Transport im Land – Bahn). Allerdings ist die eigene Fahrt von Pireás ins Zentrum mit dem Rad noch die am wenigsten Schlimme. Zur Aufbewahrung des Rads können das Hotel oder in Glücksfällen auch eine der unzähligen Garagen dienen. Gepäck kann man in den größeren Bahnhöfen im Schließfach lassen.

Highlights von Athen sind:

  • Akropolis
  • Das neue Akropolis-Museum (südlich der Akropolis am Rande der Plaka)
  • Nationalmuseum
  • Lykavittóshügel (Aussicht! Hat auf der Südseite eine Standseilbahn)
  • Altstadt (Pláka) mit angrenzendem Flohmarkt
  • Zentrum Sýntagma Platz mit Parlament und angrenzendem Stadtpark
  • weitere zahlreiche hochklassige Museen und Ausgrabungsstätten

Peloponnes

Die Insel des Pelops (nissos (f) = Insel) ist eigentlich Festland. Fast durchgängig gebirgig, mit attraktiven, langen Stränden an der Westküste, mehreren bis über 2400 m hohen Bergketten und natürlich den bekannten antiken Stätten. An größeren Städten hat sie Patras im NW, Kalamata im S und Tripoli in der Mitte zu bieten. Was die Peloponnes allgemein attraktiv macht, das ist sie auch aus Reiseradlers Sicht. Hier einige Streckenvorschläge:

Patras – Pirgos – Kiparissía – Pýlos – Methoni Die Westküste südwärts. Die Hauptstraße ist verkehrsreich, dennoch gut zu befahren, Alternativen gibt es kaum. Im NW kann man als Abstecher die schönen Naturbereiche (Wälder, Seen) zwischen Lakkópetra und Várda besuchen. Südlich von Pírgos beginnt ein 50 km langer Traumstrand mit Wellen, Dünen, Kieferwäldern. Ebenfalls als Abstecher: das antike Olympia, gr. Olimbía (von Pirgos aus). Vor Pýlos unbedingt rechts abzweigend die Golden Beach Bucht besuchen (Voidokília). Ein kreisrundes, nur an einer Stelle durch Felsen hinduch zum Meer offenes Naturwunder mit Sandstrand und türkisem Wasser, etwa 400 m im Durchmesser. Anschließend gibt es die Bucht von Navarino zu bewundern, hier wurde die türkische Flotte versenkt, der Anfang vom Ende der Besatzung. Vom Städtchen Pýlos aus kann man per Boot den Felsen mit der attraktiven Lücke in der Meerenge anfahren. Schließlich Methoni, eine prachtvolle Festung im Meer.

Patras – Nordküste des Golfs von Korinth – Kanal von Korinth Derzeit ab Patras bis etwa Xylókastro eine Riesenbaustelle (Autobahn und Bahntrasse), weist die Strecke dennoch eine Reihe von sehr schönen Abschnitten und netten Ortschaften auf. Auch Baden ist immer wieder unkompliziert möglich. Wirklich langweilig nur der letzte Abschnitt zwischen Kiáto und Korinth, gr. Kórinthos. Als Abstecher bietet sich Kalávrita an (ab Diakoptó). Dieser Ort zählt zu den traumatischsten für die Griechen aus dem Weltkrieg. Das Massaker der Deutschen ist zwar vergeben, aber nicht vergessen. Wenn nicht zu viel los ist (Schulklassen etc), kann man mit Rad die spektakuläre Schmalspurbahn durch wilde Schluchten hochfahren und mit dem Rad auf der andersverlaufenden Straße wieder runter.

Kórinthos – Epídavros (Epidauros) – Mikýnes (Mykene) – Árgos – Náfplio Landschaftlich sehr schöne Strecke, die Höhepunkte der Antike abgrasend. Nafplio (dt. Nauplia) ist ein sehr attraktives Städtchen mit viel Vergangenheit, hier tagte im 19.Jhdt für kurze Zeit das erste griechische Parlament nach der Abschüttelung des türkischen Besatzungsjochs.

Kalamáta – Taýgetos – Mýstras – Spárti Berühmt-berüchtigte Passstraße mit wunderschönen Streckenabschnitten. Mýstras ist ein Kleinod byzantinischer Sakralbauten und Fresken. Sparta hat eine jahrtausendealte Vergangenheit, ist heute allerdings von gegen Null gehendem Reiz. Dennoch eine Reise wert.

Kalamáta – Mani – Gýthio Der mittlere Finger des Peloponnessüdens ist mit Abstand der reizvollste. Das Hochgebirge um den Profitis Ilia (2400 m) prägt das Gesamtbild. Die Straße verlangt einem jede Menge Höhenmeter ab, von denen sich jeder lohnt. Wer es gerne extrem hat, der fährt südlich kurz hinter Kalamata das Sträßchen nach Ano Verga hoch und dort weiter, bis er 1000 m über der Stadt am Steilhang klebend entweder genug hat oder weiter nordöstlich in den Wald kommt. Die eigentliche Straße nach Süden führt dann durch sehr nette Orte wie Kardamíli über Bergrücken und an Küstenabschnitten bis Areópoli, wieder einem attraktiven Städtchen. Der Abstecher in die Höhlen von Pirgos Dirou lohnt sich sehr, man fährt in leuchtend türkise Grotten mit dem Boot ein. Weiter südlich folgt die »innere« Mani, ein karges und wildes Gebiet, berühmt für seine Wohntürme und endet an der Südspitze in Kokkinogía auf der Höhe. Ein Fußpfad (Mosaik im Boden) führt zum Leuchtturm des Kap Tenáro - sehr lohnend. Das Städtchen Gythio auf der Ostseite des Fingers bringt einen wieder in die zivilisierte Welt zurück.

Olympia – Andrítsena – Tempel von Bassä – Karýtena – Stémnitsa – Lóusiosschlucht – Felsenklöster – Dimitsana Ebenfalls jede Menge Höhenmeter bietet diese Tour. Von Olympia geht es zunächst durchs weite Zal des Flusses Alphiós über das breite Stauwehr nach Kréstena und von dort kontinuierlich und auch terrassenförmig ansteigend über schöne Aussichtspunkte und grüne Flecken Waldes bis zu dem netten Städtchen Andrítsena (Riesenplatane in der Ortsmitte mit Wasserhahn im Stamm). Kurz davor zweigt der Stich ab zum (sich leider in Kunststoffverpackung befindlichen) Tempel des Apollon (Wásses) ab, lohnt sich dennoch. Oben hat man auf 1000 m Höhe einen tollen Blick.

Die Abfahrt nach Karýtena ist eine klasse Radstrecke mit nicht sehr viel Verkehr. Karýtena selber liegt spektakulär auf einem Einzelberg. Die Straße zweigt dann nördlich Richtung Dimitsána ab, während sich östlich die Ebene von Megalópili mit ihren charakteristischen zwei Wasserdampfsäulen aus den Kohlekraftwerken anschließt. Ab dem Dorf Stémnitsa beginnt ein Bereich, in dem die Griechen die 400 Jahre Türkenherrschaft überdauern konnten, die gut versteckten Klöster Pródromou und Philósphou sind atemberauben über den Schluchtwänden an die Felsen geklebt (Wanderung).

Die Mönche haben hier die griechische Sprache herübergerettet. Es gibt eine abenteuerlich zu fahrende Steilstraße runter zum Bach Lóusios -> Wegweiser zum antiken Górtys (-950 HM auf 10 km). Dort kann man links von der alten Steinbrücke an den Bach gehen, dann rechts unter der Brücke durchwaten und sich dann mit maximalem Erfrischungsgenuß in ein Tiefbecken stürzen und sich 30 m weit treiben lassen. Libellen, Schmetterlinge und Vögel begleiten einen auch im Hochsommer. Dieses Wasser mündet später in den Fluß Alphiós, der seinerseits nach atemberaubender Gebirgsdurchschneidung südlich von Pirgos als breiter, ganzjähriger (!) Strom in das Ionische Meer. Dimitana ist eines der schönsten griechischen Bergdörfer, leider auch auf etwa 1000 m Höhe.

Ägio - Kalávryta - Dimitsána - Trípoli - Spárti - Gýthio - Neápoli (Die Nord - Süd - Querung). Ägio ist ein nicht allzu attraktives Städtchen am Golf von Korinth. Wenige Kilometer ostwärts fährt ab Diakoftó die 140 Jahre alte Zahnradbahn in die Berge hoch nach Kalávrta durch wilde und spektakuläre Schluchten und Täler. Auf der Straßen gibt es re und li davon je eine schöne und anspruchsvolle Verbindung. Kalavryta Liegt auf ca 700 m. Es ist ein Synonym für die Gräuel der Naziwehrmacht, mit denen diese nicht nur Griechenland 1943 heimgesucht hat. Das Museum des Massakers und die Gedenkstätte sind unbedingt sehenswert.

Die Fahrt nach Süden geht am schönsten über einen Paß zum Ort Kleitoriá und von dort auf einsamen und schönen Sträßchen bis zur Abzweigung Karkalóu. Südlich dieser Hochebene beginnt als kleines Bächlein das bald hochdramatische Tal des Lóusios. Bald ist man in Dimitsána, einem traumhaft schön auf einem Sattel gelegenen Dorf. Es folgt die oben schon erwähnte kurze Strecke nach Stemnítsa, wonach man sich östlich hält und in absolutester Einsamkeit das immerhin asphaltierte Sträßchen Richtung Chrisovítsi bzw Trípoli nimmt. Man erreicht sanft ansteigend in wunderschöner Natur eine Höhe von 1300 m und fährt dann bis Trípoli nur noch abwärts mit kurzen ebenen Passagen. Trípoli selber ist keine Zierstadt, man versäumt nicht viel, wenn man nur durchfährt. Landschaftlich beginnt eine kurze, öde Durchhaltepassage, bevor es bei Manthiréa wieder in die Berge geht.

Nach einem welligen Höhenprofil wird die wenig befahrene Hauptstraße zur Luxusstrecke: breit ausgebaut, sehr attraktiv mit Fernblick auf das Taýgetosgebirge. Von kaum einem Auto gestört, rollt man durch einige kurze Tunnels und in weiten Kurven nach Spárti hinab. (Der Abstecher nach Mýstras worde oben schon beschrieben.) Die Straße nach Gýthio ist ab jetzt deutlich stärker befahren, aber noch einigermaßen erträglich und leider alternativlos. Gýthio ist ein sehr nettes Städtchen an der Bucht zwischen dem mittleren und dem östlichen Finger der Peloponnes. Rund um den mit endlosen Orangenplantagen bewachsenen Küstenbogen führt die Straße am Schiffswrack vorbei, dann landschaftlich immer reizvoller werdend und mit teils unangenehmen Steilstücken bis ans Ende dieser Welt: Neápoli. Eine hübsche Sommerfrische mit Fährhafen zur Insel Kýthira, die mehrmals am Tag angefahren wird.

Kýthira

Diese Insel liegt ungefähr mittig zwischen der Peloponnes und Westkreta. Sie ist eiförmig, überwiegend karg bis kahl und von wenigen Küstenorten abgesehen spielt sich das Leben auf dem Inselrücken in 250 - 320 m Höhe ab. Man landet mit der Fähre (Porfýroussa von Neápoli; die Vitsentzos Kornaros von Gýthio oder Kíssamos wurde Ende 2016 aus dem Verkehr gezogen, Ersatz gab es bis Ende 2017 nicht) im Hafen Diakoftí und fährt dann in langen Serpentinen nach oben. Die Insel ist nicht zufällig recht unbekannt, ihre touristische Attraktivität ist niedrig, die allermeisten Gäste im Sommer sind Griechen, weil es für diese kostengünstig erreichbar ist. Bei oft starkem Nordwind läßt sie sich aber ganz gut von Nord nach Süd beradeln, mit einigen ostwestlichen Querstraßen. Die Wenigen Orte sind unspektakulär, ganz im Süden kann man das verfallene Kastro über dem Ort Chóra besteigen und hat einen schönen Rundblick übers kretische Meer. An der Nordspitze kann man auf einem Schotterweg einen Leuchtturm erreichen, von wo einem die viel befahrene (Kreuzfahrtriesen und Frachter) Seestraße südlich um die Peloponnes zu Füßen liegt.

Kykladen

Die Kykladen sind eine nahezu kreisförmig (Kyklos = Kreis) angeordnete Inselgruppe im Zentrum des ägäischen Meeres. Die Anreise ist ganzjährig außer bei Sturm mit Linienschiffen möglich, in der Saison verkehren zusätzlich Hochgeschwindigkeitskatamarane. Die Fahrt von Pireás nach Naxos dauert 6 bis 7 Stunden, im Schnellboot 4,5 bis 5. Die meisten Inseln eignen sich sicherlich eher für ruhiges Dortsein und gelegentliche Wanderungen als für Langstreckenradtouren, dafür sind sie zu klein.

Paros bietet als eine der wenigen Kykladen-Inseln eine vollständige Rundtour um die Insel. Zeitaufwand ca. 1 Tag. Die Insel bietet aber kaum landschaftliche Höhepunkte und ist großenteils baumlos. Heftige Nordwinde können das Radfahren zum Erliegen bringen. Der nördlich gelegene Hauptort Paríkia ist ein einziger Schmelztiegel und Umschlagplatz der Reisenden. An keinem Hafen im ganzen östlichen Mittelmeer, vielleicht noch mit Ausnahme von Piräus, verkehren derart viele an- und ablegende Fähren.

Mykonos braucht eher nicht per Rad besucht zu werden. Mykonos-Stadt ist sehenswert. Das etwas großspurig und selbstgefällig so genannte Klein-Venedig ist schön, aber nur eine etwas morbide Reihe von 10 am Wasser stehenden Häusern. Die berühmte Windmühlenarmada dahinter ist ausschließlich touristisch zu verstehen und wird von Unmengen von Kamerabesitzenden gewürdigt. Die Insel ist ansonsten nahezu baum- und strauchlos und ein wahres Jetset-Zentrum, diesbezüglich vielleicht vergleichbar mit Sylt, quasi Edel-Ballermann.

Naxos ist die größte der Kykladen und nach wie vor nicht touristisch überrannt. Im Osten gibt es südlich der Hauptstadt längere flache Gebiete, die außer direkt am Meer intensiv landwirtschaftlich genutzt werden. Der größte Teil der Insel ist hügelig bis bergig. Naxos hat stellenweise viel Wasser und ist daher relativ grün. Der Süden ist quasi unerschlossen.

Naxos-Stadt ist sicherlich einer der attraktivsten Orte des ganzen Mittelmeers. Die Lage an der kleinen Bucht, die sich hoch bis zum Kastro erstreckende Altstadt, die man auch an mehreren Tagen kaum restlos erkunden wird und nicht zuletzt der Hafen mit dem kleinen Kirchlein auf der Miniinsel und der Dammweg zum Tempelberg, Naxos' Wahrzeichen, sind einmalig.

Eine wunderschöne Rundtour kann vom Hauptort Naxos-Stadt nach Norden und zunächst entlang der Nordküste gefahren werden. Es geht ständig bergauf und bergab. Ziel ist der Ort Apóllonas, wo man vorzüglich essen und am flachen Kleinststrand baden kann. Danach folgt eine wahre Gebirgsbesteigung Richtung Südwesten, die zu Füßen des Zeus-Bergs über Filóti wieder zurück zum Hauptort führt. Spektakulär ist der Blick auf einen Berg, der langsam im Zuge des Marmorabbaus abgetragen wird und eine strahlend weiße Fläche zeigt, die von allen Seiten zu sehen ist. Unvorstellbar große Abraumhalden und der Blick auf die ameisenhaft klein wirkenden Riesenfahrzeuge oben auf den Terrassen lassen einen staunen. Mehrere Varianten sind möglich, Tourenlänge zwischen 70 und 95 km. Etwa 2800 Höhenmeter.

Santorini (eigentlich Thíra) ist eine Extreminsel, dennoch kann auch hier einiges mit dem Rad gefahren werden, die Ausblicke vom Kraterrand und über die extrem an diesen hingebauten Häuser sind einmalig. Santorini zählt ohne Übertreibung zum Spektakulärsten, was man auf dieser Welt besichtigen kann.

Kykladen - Artikel der Zeitschrift Trekkingbike

Kreta

Neben der Anreise per Flugzeug (Heráklion oder Chánia) wird die Insel mit dem Fährschiff erreicht. Folgende Möglichkeiten gibt es:

ab Pireás täglich nach Iráklio (»Heraklio« ist im deutschsprachigen Raum eingerissen, aber falsch, die Wegweiser sind mit »Iráklio« beschriftet) mit Minoan und ANEK/Superfast, letztere fahren auch Chánia (Hafen Sóuda) an. Die Fahrten finden grundsätzlich über Nacht statt. Im Sommer gibt es außerdem Verbindungen nach Réthymno. In der Hochsaison werden die Hauptlinien zusätzlich auch über Tag bedient.

Verbindungen von/nach Kissamos Westkreta: nach Kýthira (Insel südlich der Peloponnes) und von dort nach Neápoli auf der Peloponnes, nach Piräus, attraktiv ist die Samstag/Sonntagverbindung nach und von Kalamáta auf der Peloponnes in der Hauptsaison. Diese Verbindung wurde ersatzlos gestrichen. Die Fähre V. Kornaros wurde aus dem Verkehr gezogen. Im Osten ist Kreta ab Heráklio und Sitía an die Verbindung über Kárpathos nach Rhódos angeschlossen. Im Sommer existieren Hochgeschwindigkeitsverbindungen Heraklio – Kykladen über Santorini und Naxos/Paros bis Mykonos. Auch hier: http://www.ferries.gr/ macht schlauer.

Kreta als die größte griechische Insel liegt am Südrand des ägäischen Meeres, südlich davon liegt das lybische Meer, sie bildet den südlichsten Abschluss Europas. Ihre Topografie ist vielfältig, neben den allgegenwärtigen Bergen gibt es auch größere eher flache Abschnitte. Vier Gebirgszüge gliedern die westöstlich-längliche Insel. Von Westen nach Osten: die Lévka Óri, die Weißen Berge, in der Mitte das Ída Gebirge mit dem Psiloritís, dann das Díkti Gebirge und im Osten die Thrípti Berge. Der Norden der Insel ist touristisch voll erschlossen, hier verläuft auch die Hauptverkehrsader. Der Süden ist eher etwas hinterwäldlerisch und ruhiger. Es gibt im Süden keine durchgehende Küstenstraße.

Hauptstadt ist Heraklion, Iráklio. Sie ist, vielleicht mit Ausnahme des ganz neu gemachten Museums, die am wenigsten interessante Stadt, die Kolleginnen Réthymno und Chánia weiter westlich bestechen durch attraktive Altstädte und urtümliche Strukturen. Ganz im Westen gibt es noch Kissamos, im Osten das Städtchen Sitía an der Nordseite, im Süden die für uns schwer richtig auszusprechende Stadt Ierápetra. Alle nicht unbedingt wunderschön. Das attraktive Städtchen Agios Nikólaos (Betonung auf dem ersten O !) liegt an einem kleinen Süßwassersee zwischen Iráklio und Sitía an der Nordküste.

Kreta ist außerdem das Land der Schluchten. Wie mit riesigen Axthieben ist die Landschaft an manchen Stellen gespalten, die Schluchten sind meist aber sehr steil und eher kurz, oft nicht begehbar. Die berühmsteste und fast Hauptattraktion der Insel ist die Samariá-Schlucht in den Levka Òri. Sie kann nur zu Fuß begangen werden. Das aber im ganz großen Stil. In der Saison, wenn das Schmelzwasser abgeflossen ist, werden täglich die Abenteuerwilligen in bis zu 100 Bussen an den Ausgangspunkt gefahren, die Omalós Hochebene, der Schluchteingang liegt dann auf 1200 m Höhe. Abgeholt wird man an der Südküste mit dem Schiff und zu den wartenden Bussen gebracht. Auch für Radreisende uU eine lohnende Exkursion.

Auf Kreta kommen immer, egal mit welchem Verkehrsmittel, viele Kilometer zusammen. Inzwischen sind fast alle Wege asphaltiert, auch berüchtigte Strecken, wie etwa die Südküstenstraße westlich von Mírtos, ist mittlerweile schwarz. Die Fahrt an der Nordküste kann auf der der Autobahn parallelen Landstraße erfolgen, im Bereich Iraklio – Mália ist sie allerdings eher hässlich. Danach in Richtung Osten landschaftlich wieder sehr schön, Höhenmeter fallen allerdings zuverlässig an. Selbst östlich von Sitía bis zum Palmenstrand von Vai kann die Strecke mit herben Naturschönheiten aufwarten.

Westlich von Iráklio (weiterhin die Nordküste betreffend) gibt es zur Hauptstraße nur eine Alternative, sie ist aber bei zweispuriger Bauart breit und das Radeln ist erträglich, wenn einen nicht die Hitze in den Bergen fertig macht und wenn man den ersten Anstieg ab Iráklio überwunden hat. Alternativ kann man aber mit sehr schönen Ausblicken küstenfern durchs Gebirge fahren. Man nimmt ab Gázi die von der Hauptstraße südlich abzweigende Landstraße und fährt bis auf den Pass (700 m) Richtung Márathos. Von dort geht es über Damásta und Pérama nur noch sanft abwärts immer gerade nach Westen bis an die Küste vor Réthymno. (Gerade auch in Gegenrichtung interessant, wenn ab der finalen Paßhöhe phantastische Ausblicke auf das in der fernen Tiefe liegende Iráklio geboten werden.) Ab Réthymno ist die Gegend dann bis Georgióupoli wieder eher langweilig, bis Chánia durchwachsen bei starkem Verkehr. Ausweichstraßen gibt es nur begrenzt. Zwischen Chánia und Kissamos ist dann wieder Durchhalten angesagt.

Alle nordsüdlichen Inselquerungen sind landschaftlich interessant und attraktiv. Hervorzuheben ist die spektakuläre, leider auch vielbefahrene Imbros-Paßstraße. Tip: den nachmittäglichen und abendlichen Samariá-Busverkehr zeitlich meiden, dann geht es prima. Lohnend sind auch die Verbindungen von Réthymno nach Süden, vor allem die Straße durch den Kótsifou Canyon nach Selliá und weiter auf spektakulärer Panoramastraße nach Westen bis Chóra Sfakión. Achtung: kann extrem stürmisch sein. Auch die Verbindung von Kíssamos nach Süden, entweder durch den Gebirgstunnel von Topólia oder an der Westküste entlang, ist sehr lohnend.

Reizvoll sind auch die Hochebenen, derer die Insel mehrere bietet. Einsam und staubig liegt die Katharó Ebene im Osten, von Agios Nikólaos erreichbar auf 1200 m Höhe. Im Winter liegt hier dick Schnee. Ein kleines und im Abstieg haarsträubendes Schottersträßchen führt westlich zur 200 m tiefer gelegenen Lassíthi Hochebene.

Diese ist rings umgeben von Bergen und ausgefüllt von Landwirtschaft. Eine berühmte Höhle lockt Touristen aus Iráklio an, ansonsten ist die Ebene eher langweilig. (Hier werden, wie auch andernorts, gern und viel genutzte Jeep-Korso-Fahrten angeboten, es fahren dann bis zu 30 Suzuki Jimmies mit begeisterten Touris in der Gegend herum, angeführt von einem extrem wichtigen, filmenden Anführer im Leitwagen. Diesen Horrorzügen sollte man mit dem Rad möglichst ausweichen.)

Aus der Lassíthi Ebene kommt man nach Norden über zwei hochattraktive Straßen heraus, die nach kurzem Anstieg auf den Kraterrand 900 Höhenmeter in Schußfahrt vernichten und in Mália bzw Stalída enden. Nach Süden gibt es neuerdings eine asphaltierte kleine Straße ab dem Ort Kamináki. Es handelt sich um eine der beeindruckendsten Gebirgsstrecken auf Kreta überhaupt. Man beginnt in Kamináki an der Kirche und arbeitet sich in vielen Serpentinen auf teilweise maroder Straße den Kragen der Ebene empor. Bei etwa 1100 m nimmt man an der Abzweigung den linken, weiter leicht ansteigenden Weg nach Katofígi/Émbares. Man ist hier einsam und wird nur ganz gelegentlich von Pickups der Schaf- und Ziegenhirten an das Bestehen der Zivilisation erinnert.

Die Paßhöhe ist dann schnell erreicht und bietet neben den phantastischen Bergen ringsum tolle Ausblicke nach Süden. Bis zum Weiler Katofígi geht es mehr oder weniger nur noch bergab, die Straße führt um einen Berg herum und bietet alle 200 m neue Aussichten. Ab Katofígi befindet man sich in einer weiten Olivenbaumlandschaft, durch die man weiter bis zum Dorf Mártha fährt, wo man auf die Hauptstraße stößt. Ihr kann man östlich, wiederum in mittlerer Höhe und bei nicht zu wenigen Anstiegen, über Ano Viannós bis Mýrtos bzw Ierápetra folgen.

Traumhaft schön ist folgende Route: beginnend von der Omalós Hochebene auf 1100 m (ggf mit dem Bus ab Chánia hochbringen lassen) westwärts zu einer Art Klippenpaß, der Nord- und Südseite schroff trennt (klick) und dann südwärts über Kampanós und Rodováni (nicht Richtung Sóugia abfahren!) nach Paläóchora.

Ebenfalls wunderschön ist eine Rundfahrt in den Bergen, ausgehend im Osten von Ágios Nikólaos. Man nimmt die Straße nach Kritsá, besucht kurz davor die uralte Kirche Panajía Kéra und arbeitet sich im schmucken Dorf nach oben. Rechts ab geht es hoch zur beschriebenen Katharó-Hochebene (von hier aus noch 950 HM). Man nimmt aber die Abzweigung nach links, nach Króustos. Von dort geht die asphaltierte Straße ab- und ansteigend Richtung Prína: eine wunderschöne Passage mit tollen Ausblicken auf die Mirabellobucht und die Nordostküste durch Kiefernwälder. Eine nur knapp 1 km kurze Schotterpassage an alpinen Felshängen unterstreicht den wildromantischen Charakter der Strecke. Man erreicht das Dorf Prína und fährt weiter südlich, stetig ansteigend Richtung Kalamáfka. Das Kirchlein erst von unten, dann weit von oben bewundernd erreicht man eine Paßhöhe, die von einer eigens eingerichteten Plattform atemberaubende Blicke gleichzeitig auf beide Meere im Norden und Süden der Insel bietet.

Die Straße führt zwischen spektakulären Bergformationen und Kieferngruppen hindurch über Kalamáfka nach Süden. Dort kann man eine rasante Abfahrt nach Ierápetra anschließen und den flachen Übergang an die Nordküste zurück zum Ausgangspunkt nehmen, oder oben bleiben und, bei womöglich noch gesteigerter Attraktivität, in weitem Bogen um den Bergrücken die Panoramastraße weiter bis Máles und hinab bis Mírtos nehmen. Man fährt ohne viele Höhenmeter in Panoramalage und hat die tollsten Ausblicke auf Berge und Meer. Von Máles aus kann noch der Wald von Selekáno besucht werden, der leider von Feuer in den letzten Jahren ziemlich beschädigt wurde. Die Abfahrt nach Mýrtos ist wiederum traumhaft schön auf kleinster Straße mitten in der grünen Natur.

Lohnende Ziele für sehr rustikal ausgelegte Reiseräder auf derbem Schotter sind im äußersten Nordwesten der Südsee-Strand von Bálos (ab Kíssamos nördlich). Dieser echte Traumstrand wird auch von diversen Ausflugsbooten über Tag von Kissamos angefahren. Mit dem Jeep kann man bis zu einem Parkplatz auf dem Bergrücken fahren, mit einem geeigneten MTB auf der anderen Seite, nahezu weglos auch bis runter an den Strand. Weiter südlich an der Westküstet bietet sich ufernah eine ähnliche Passage an: der Weg vom Traumbadegebiet Elafónisi nach Paläóchora. Alternativ auf normaler Schotterstraße auch durch die Berge.

Dodekanes

Die zwölf Inseln (Dodeka Nisia), die den südöstlichen Teil der Ägäis bilden, sind im wesentlichen Samos, Kos und Rhodos. Die übrigen sind klein und für den Radler eher weniger interessant.

Rhodos bietet die Möglichkeit, die Insel ringsrum zu umfahren, Gesamtlänge etwa 250 km. Vor allem der Süden ist traumhaft schön, aber auch teilweise extrem stürmisch, sodaß Radfahren manchmal unmöglich ist. Auch das Inselinnere, durchweg bergig, bietet schöne Touren, wenn auch weniger abwechslungsreich als auf Kreta. Den Bereich im Nordosten Faliraki – Rhodos-Stadt sollte man meiden, er ist potthäßlich und der Ballermann der Ägäis. Die Hauptstadt selber ist dagegen hübsch und auch in der Saison attraktiv. Anreise von Piräus mit Blue Star Ferries oder von Kreta über Karpathos.

Kos ist zu zwei Dritteln flach und mit Ausnahme der bergigeren Gegenden langweilig. Auch wenn die Insel unter Touristen als Fahrradinsel gilt, ist sie für den Reiseradler unergiebig.

Limnos

Limnos liegt weit im Norden der Ägäis, nördlicher liegen nur noch Thássos und Samothráki. Limnos hat nur wenig Gebirge zu bieten, das meiste sind Hügel und Ebenen. Wovon Limnos in Überfülle hat, ist Nordwind, der kann das Radfahren schonmal ganz unterbinden. Die Insel ist nicht dicht besiedelt, geprägt von landwirtschaftlicher Nutzung und ziemlich untouristisch. Wenn, dann tummeln sich ein paar griechische Urlauber dort, es gibt weder landschaftliche noch kulturelle highlights noch atemberaubende Strände. Die Insel ist sehr spärlich bewaldet, es überwiegt der Eindruck von Kargheit. Wenn man Tage mit nur mäßigem Wind erwischt, ist das Radfahren dennoch reizvoll, der Verkehr ist sehr gering und man kann für Inselverhältnisse schön Strecke machen.

Die Hauptstadt Mýrina ist ein nettes Großdorf mit sehr überschaubarem Ortskern (eine langezogene Einkaufsstraße) und einem größeren Wohngebiets-Speckgürtel. Die typische Kleinindustrie bzw Handwerkervorstadtbereiche liegen im Norden.

Anreise kann per Flugzeug erfolgen, ansonsten klassisch mit der Linienfähre. In 2017 bestanden zwei Linien: eine von Lávrio (östlich von Athen) über einige Kleininseln und eben Limnos nach Kavála, die andere von Piräus über Chios, Lésvos (Mytilíni) und eben auch Limnos ebenfalls nach Kavála. Im Sommer gibt es noch eine dritte, die den Bogen weiter südlich auf Samos, Mykonos und Paros ausdehnt. Die Reisedauer von Kavála und bis Lésvos beträgt je ungefähr 2,5 Stunden. Im Sommer muß mit teils dramatischen Verspätungen gerechnet werden.

Lesbos

Lésbos (Aussprache griechisch: Léswos) ist in jedem Fall eine Reise wert. Die Insel ist zu drei Vierteln auch im Sommer beeindruckend grün und von großer landschaftlicher Schönheit. Ungeahnte Weiten in Wäldern und an Lagunen lassen einen immer wieder ungläubig dreinschauen. Der Hauptort Mytilíni (so auch der griechische Name der Insel) ist nicht gerade Venedig, aber dennoch sehenswert. Das allgemeine Niveau auf der Insel liegt unter dem der übrigen Gegenden Griechenlands: alles ist einfacher und schlichter. Durch ihre Abgelegenheit direkt vor der türkischen Küste ist sie touristisch weniger intensiv erschlossen. Dem Radler bietet sie eine Menge wunderbarer Touren und preiswerter Unterkünfte. Der höchste Berg der Insel ist auf neuer Asphaltstraße befahrbar und bietet Aussicht über das ganze Eiland, die Türkei und den wunderschönen Ort Agiássos, der auf halber Höhe in einem kleinen Kessel liegt. Viele Kleinkunstläden.

Die Insel ist ein Zentrum der Ouzo Produktion, von der einstigen Fülle der Produzenten sind aber nur wenige noch erhalten. Im Ouzo-Ort Plomári riecht es buchstäblich nach dem Getränk. Allerdings ist er von deutlichen Verfallserscheinungen geprägt. Das Städtchen Kalloní in der Inselmitte hat ein hübsches Zentrum mit kleiner Grünanlage. Nur wenig nördlich des Hauptortes liegt das Flüchtlingsauffanglager Mória. Besichtigungstouren sind hierher nicht angebracht. Auf der Insel ist die Gegenwart der Flüchtlinge immer zu erleben, nachts werden bei Streifenfahrten der internationalen Küstenwache nach wie vor Bootsflüchtlinge aufgesammelt. Dennoch geht es friedlich zu, Anspannungen oder gar Kriminalität sind die große Ausnahme. Die Bevölkerung der Insel wurde mit Preisen und Anerkennungen für ihre Hilfsbereitschaft geehrt. Leider sind die Lager selber nicht gerade ein Vorzeigeobjekt europäischen Humanismus und christlicher Nächstenliebe und wie fast überall die Trägheit der Behörden der Sargnagel der Hoffnungen.

Auch die kargen Gebiete im Nordwesten sind attraktiv, wenn man denn auch in der schieren Mondlandschaft Reiz empfinden kann. Die Küsten-Panoramastraße an der Nord- und dann Westküste ist schon klasse. Anzusehen lohnen sich alle die Orte an der Nordküste: von Ost nach West: Mýthimna, Pétra, Skoutáros, Skalochóri, ´Andissa, Gavvatas unten am Meer zum Baden und natürlich Sígri. Von letzterem muß man allerdings schmerzvoll wieder den ganzen Weg bis kurz vor Ándissa zurückfahren, jede Menge Höhenmeter inclusive. Man passiert dabei das hoch und eindrucksvoll auf einem steilen Kegel gelegene Kloster Ipsílou, eine wunderschöne Anlage mit liebevoll angelegtem Inneren und toller Aussicht.

Den Weg zum "Versteinerten Wald" sollte man sich hingegen nicht antun, er hat zwar nicht viele zusätzliche Höhenmeter, entbehrt aber jeglichen Reizes. In einer (2017) geschlossenen Anlage am Hang befinden sich einige schwarze Rundkörper mit max 1 m Höhe, die versteinerte Baumstümpfe darstellen sollen. Im Westen ist Éresos dann weniger reizvoll, Mesótopos liegt schön mit jeder Menge Aussicht oben am Berg, tolle Straßenführung dazwischen und auf dem ganzen Abschnitt. Bemerkenswert ist die größere der zwei Lagunen. Die wird durch ein Nadelöhr zum Meer hin fast verschlossen und bietet in den Flachwassergebieten im Norden Heimat für viele Großvögel, auch eine beständig dort wohnende Flamingopopulation kann aus eigens dafür errichteten Tarnhütten und tunlichst mit Fernglas bestaunt werden.

Anreise ab Piräus mit der Fähre über Chios mehrmals täglich. Reisezeit etwa 12 Stunden. In der offenen Ägäis kann auch im Sommer erheblicher Seegang auftreten.

Samos

Samos ist ebenfalls gut mit dem Rad befahrbar. Die Insel ist deutlich gebirgiger als Limnos und das südöstliche Lesvos. Sie ist im Prinzip staunenswert weit mit Wald bedeckt, allerdings haben verheerende Brände in den letzten 10 Jahren doch traurig viele Verwüstungen hinterlassen. Solange die kleinen Straßen noch nicht mit EU-Hilfe verautobahnisiert wurden, bieten sich wunderschöne Aussichten und ein das Auge erfreuendes Farbengemisch von grünen Kiefern, Meeresblau und weißen Häusern.

Die Hauptstadt Vathý ist schon ein bißchen städtisch, der typische Dorfcharakter anderer Inselhauptorte fehlt, Samos war früher recht wohlhabend. Unweit der Sommerfrische Pythagório im Südosten befindet sich der Flugplatz. Westlich der zweiten größeren Ansiedlung Karlóvassi begänne eigentlich der wildromantische Teil der Umrundung, es hören dort aber die Straßen auf und ein ausgedehntes Wandergebiet schließt sich an mit grünen Schluchten, Wasserfällen und Panoramen aus der Höhe. Schiffsverbindungen gibt es in verschiedenen Linien nach Vathý und Karlóvassi.

Ionische Inseln

Die bekannteste der westlich von GR noch fast in der Adria gelegenen und mit deutlicher Orientierung an das nahe Italien ausgestatteten Ionischen Inseln ist sicherlich Korfu (dieses ist der italienische Name, griechisch »Kerkyra«). Korfu ist topografisch für den Radler recht anspruchsvoll aber auch landschaftlich sehr attraktiv. Die Inselhauptstadt ist sehr sehenswert. richtig flach ist auf Korfu eigentlich nichts. Im Norden befinden sich wunderbare Strände, im Westen abgelegene Buchten, im Süden läuft sie in Anspruchslosigkeit aus. Die Küstenstraße an der Ostküste ist eine nette Tagesetappe in den Süden. Alles ist ruhig und unaufgeregt, die Landschaft und das Meer dennoch sehr schön. Der höchste Berg, nördlich des Hauptorts, der Pantokrátoras (Allbeherrscher) ist etwa 1000 m hoch, oben befindet sich eine Sendestation und ein Kloster mit beeindruckenden Fresken. Man kann bis hoch fahren. Ausblicke bis weit nach Albanien und aufs Festland sind bei guter Sicht möglich. Anreise von Brindisi/Italien oder von Igoumenitsa. Im Süden (Lefkími) einige Fährverbindungen täglich nach Igoumenitsa.

Inselhopping von Nord nach Süd:

Beginnend von Korfu kann man bis auf die Peloponnes den Inselweg nehmen. (Als Verbindung von Korfu zu den nächsten Inseln muß allerdings die griechischen Festlandküste über Igoumenitsa und Préveza herhalten).

Lefkáda ist eine bescheidene kleinere Insel, auf der sich vor allem Sommertouristen aus GR selber aufhalten. Sie wird vom Festland aus über eine schmale Landzunge erreicht. Radfahren auf der Ostküstenstraße gut möglich, in den Bergen oben wunderschön, aber auch anstrengend. Von Vasilikí im Süden kann man mit einem kleineren Schiff nach Kefaloniá übersetzen, eine sehr bergige und landschaftlich überaus reizvolle Insel. Wiederum im Süden, vom namenlosen "Hafen" bei Pesáda aus geht es morgens weiter südlich nach Zákynthos. Auch hier warten reichlich Höhenmeter mit wunderschönen Ausblicken auf Buchten und die Nachbarinseln auf den unerschrockenen Radler. Der Hauptort im Südosten ist dann etwas flacher und von einem interessanten Sandstein-Hausberg beschützt, der von dichtem Wald bedeckt ist und den zu besteigen sich lohnt. Das berühmteste Wahrzeichen der Insel ist das Schiffswrack an der Shipwreckbay. Die Straße hoch zum Aussichtspunkt ist wunderschön in Bergen und Wäldern gelegen und lohnt sich sogar ohne den Zielpunkt.

Mehrfach täglich bieten sich Überfahrten nach Killíni auf der Peloponnes an.

Literatur

Karten

Das Landkartenangebot für GR hat sich in den letzten Jahren stark erweitert. Zu den gängigen Karten aus dem Verlag Freytag&Berndt sind vor 20 Jahren die ambitionierten Karten aus dem Verlag Road Editions gekommen, die aber seit über 10 Jahren nicht mehr aktualisiert wurden. Darüberhinaus gibt es aber Karten aud dem Verlag Panorama Editions sowie hervorragende Karten aus dem Anavasi Verlag.

Am besten ist es, mehrere Karten zu verwenden. Jede hat Stärken und Schwächen. Insbesondere die Höhenangaben und die Schummerung sind sehr verschieden. Leider haben sie alle auch Fehler, die Freytag&Berndt Karten sind da vorn mitspielend. Auch Googlemaps ist eine nette Ergänzung.

Reiseführer

  • Mittelgriechenland per Rad, Verlag Wolfgang Kettler, 1. Aufl. 1997, ISBN 3-921939-97-6
  • Ostägäische Inseln per Rad, Verlag Wolfgang Kettler, 1. Aufl. 1998, ISBN 3-932546-04-0
  • Rodos & Dodekanes per Rad, Verlag Wolfgang Kettler, 1. Auflage 1998, ISBN 3-932546-03-2, obwohl von 1998 ist dieses Buch zur Planung durchaus noch brauchbar, gut sind die Höhenprofile!
  • Kreta per Rad, Verlag Wolfgang Kettler, 3. Aufl. (erweitert) August 2006, ISBN 3-932546-36-5
  • Kykladen, Michael Müller Verlag, 8. Auflage 2009, ISBN 978-3-89953-455-9
  • Kreta, Michael Müller Verlag, 12. Auflage 2012, eine neuere dürfte in Arbeit sein. Die Kretabibel schlechthin. Umfassender und gewissenhafter geht nicht.
  • Alle Griechenlandführer aus dem Michael Müller Verlag sind hervorragend zur Streckenplanung und Ortskenntnis sowie bezüglich Hintergrundwissens geeignet und bieten auch vielfältige Wandervorschläge.
  • Die oben erwähnten "...per Rad" Radreiseführer aus dem Cyclos-Verlag sind leider vergriffen, evtl antiquarisch erhältlich und sehr lohnend, wenn auch teils veraltet. Sie umfassen ganz Griechenland einschließlich der Inseln, von verschiedenen Autoren erstellt. In jedem Band werden diverse kleinere und größere Touren mit ausführlichen Beschreibungen und Höhenprofilen dargestellt.

Weblinks

Radreise-Forum

Externe Links

Kykladen - Artikel der Zeitschrift Trekkingbike