Iran

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Allgemeine Informationen

generelle Empfehlungen

Entgegen seinem Image ist der Grossteil des Irans ein sicheres Fahrradreiseland mit sehr freundlichen Menschen. Die Grenzregion zu Pakistan/Afghanistan sollte z.Zt. gemieden werden.

Kleidervorschriften

Die groesste Huerde fuer weibliche Radler sind die islamischen Kleidervorschriften (Hejab), besonders im Sommer. Frauen muessen in der Oeffentlichkeit immer - auch beim Radeln - ein Kopftuch sowie lange, weite Kleidung tragen.

Ta'arof

Die Iraner sind sehr aufgeschlossen gegenueber Auslaendern, viele wollen ihr Englisch ausprobieren und ihr werdet of zu Tee/Essen/Gespraech eingeladen werden. Es wird auch oft vorkommen, dass ihr beim Versuch zu bezahlen einfach abgewunken wird - dies ist in vielen Faellen der persische Sitte des Ta'arof geschuldet. Kurz gesagt, solltet Ihr Einladungen erst dreimal hoeflich ablehnen - wenn der Einladende dann immer noch darauf besteht, ist die Einladung wahrscheinlich wirklich ernst gemeint.

Einreisebestimmungen, Dokumente

Deutsche, Oesterreicher und Schweizer benoetigen ein Visum, welches vor der Einreise beantragt werden muss. Die Visumbeantragung laeuft je nach Botschaft / Konsulat unterschiedlich. Bei den meisten Botschaften/Konsulaten wird eine Referenznummer eines iranischen Reiseanbieters benoetigt und die Ausstellung dauert mehrere Tage.

Bei einigen Konsulaten in der Tuerkei geht die Visabeantragung einfacher und schneller: am besten ist z.Zt. das Konsulat in Trabzon - im Oktober 2011 dort das Visum innerhalb eines Tages ausgestellt ohne dass eine Referenznummer benoetigt wird (frueh im Konsulat Formular ausfuellen, Pass und 2 Passfotos abgeben, danach 75 Euro bei einer Bank einzahlen und am selben Nachmittag Visum abholen). In Istanbul hingegen wurde im September 2011 eine Referenznummer verlangt.

Das Visum wird fuer 30 Tage ausgestellt, wobei ihr 3 Monate Zeit bis zur Einreise habt. Die 30 Tage laufen erst ab der Einreise. Im Iran kann das Visum verlaengert werden (bis zu insgesamt 90 Tagen). Die Verlaengerung ist von Ort zu Ort unterschiedlich einfach. In Esfahan & Yazd bekam man im Dezember 2011 innerhalb eines Vormittags eine Verlaengerung von weiteren 30 Tagen (ab Auslaufen des alten Visums). In Tehran wurden nach mehreren Tagen Wartezeit jedoch nur 20 Tage gewaehrt.

Geld

Iran ist wegen des Embargos groesstenteils vom internationalen Finanzsystem abgekoppelt. D.h. vergesst Kreditkarten, EC-Karten, Reiseschecks,... - ihr muesst Euer gesamtes Reisebudget als Bargeld mitbringen! Wenn ihr Iran ueber die Landgrenzen im Westen erreicht, solltet Ihr fruehzeitig anfangen Bargeld (Euro oder Dollar) zu sammeln. An den Grenzen kann auch die Waehrung des jeweiligen Nachbarlandes (Tuerkei, Armenien) umgetauscht werden - anderswo im Land ist der Umtausch mit Euro oder Dollar wesentlich einfacher. In der Tuerkei gibt es einige Geldautomaten mit Euro oder Dollar. In Georgien koennt ihr theoretisch an fast jedem Geldautomaten Dollar oder Euro auswaehlen - die Automaten sind jedoch nicht immer mit grossen Mengen Dollar/Euro bestueckt.


Internet

Iran ist recht gut abgedeckt. Selbst in kleineren Städten finden sich Internetcaffees welche gegen wenig Geld auch Ausländern offen stehen. Zu beachten ist hier jedoch dass viele in Deutschland alltäglich Seiten wie Facebook, Twitter und GMX gesperrt sind. In Privaten Häusern ist der Zugang in den meisten Fällen durch einen Vielzahl von (illegales) VPN-Netzen dann doch möglich. Auf mitgeführte Geräten Empfiehlt es sich eine Zugang über das TOR-Netzwerk schon vor Eintritt ins Land eingerichtet zu haben. Dies geht auf PCs/Laptops per TOR-Browser oder auf dem (gerooteten) Android Smartphoe über die App Orbot.

Es ist gegen das Vorzeigen des Reispasses relativ einfach möglich, eine lokale Simkarte zu erwerben mit der man dann auch ins Internet kann. Gespräche nach Deutschland kosten damit zwischen 2 und 5 ct/min.

Ausländische SIM-Karten funktionieren, allerdings sind die Gebühren sehr hoch (3-4 EUR/min), auch für Inlandsgespräche.

Fahrradinformationen

Versorgungslage für Ersatzteile

Hochwertige Ersatzteile sind nur in sehr wenigen Laeden erhaeltlich. Diese Laeden versorgen meist die iranischen Rennradler. D.h. mit etwas Glueck habt ihr Chancen Ersatz fuer Bremsen, Tretlager, etc. zu finden. Reiseradlerspezifische Ersatzteile (z.B. Lowrider) gibt es nicht.

Gute Adressen sind zum Beispiel (gute Teile, guter Mechaniker, englischsprachiger Chef):

Yazd: bicyclecity ca. 1 km stadtauswaerts vom Feuertempel, auf der selben Strassenseite wie der Feuertempel.

Isfahan: Kermanibike Farshadi St., Ecke Ostandary Str.

Straßen

Straßennetz, allgemeine Informationen

Die Entfernungen im Land sind beträchtlich. Versorgungsmöglichkeiten auch entlang von Hauptstrecken sind oft dünn gesät. Hotels bzw. Gasthäuser findet man nur in größeren Städten und in den wenigen touristisch erschlossenen Regionen. Zelten ist einfach, da es auch von Einheimischen gerne gemacht wird. Campingplätze im eigentlichen Sinne gibt es nicht.

Das Straßennetz ist gut ausgebaut. Die Hauptstrecken zwischen den Städten sind in der Regel mehrspurige Schnellstraßen, häufig mit Randstreifen, auf dem es sich gut radeln lässt. Auch kleine entlegene Dörfer sind meist auf asphaltierten Straßen erreichbar. Der Straßenzustand ist sehr unterschiedlich, von glattem Asphalt über sehr unebene geflickte Decken bis zu Schlaglochstrecken findet man alles im Land. In abgelegenen Regionen kann man auch endlose Pisten unterschiedlichster Qualität befahren.

Gesperrte Strecken

In manchen Landesteilen sind große Bereiche nicht öffentlich zugänglich (Naturschutz, Bergbau, Ölförderung, Militär etc.) und die dort hindurchführenden Straßen gesperrt oder nur mit vorher(!) eingeholter Bewilligung zu befahren. Wo und unter welchen Bedingungen diese ggf. erteilt wird ist weitgehend unklar; für den Besuch von Nationalparks und Naturschutzgebieten ist das Department of Environment zuständig.

Betroffene Straße sind häufig nicht durch Schilder oder andere Markierungen erkennbar. Die Reaktionen wenn man als Ausländer in den Betroffenen Gebieten angetroffen wird, reichen von klaren Ansagen dass Gebiet zu verlassen bis hin zu Verhaftungen und sich über Tage hin wegziehenden Verhören. Hinweise über die Lage von Atomanlagen, finden sich unter anderem in den Reisehinweisen des Auswärtigen Amtes.

Hier eine unvollständige und nach Möglichkeit zu ergänzende Liste mit Erfahrungen zu problematischen Strecken in den jeweiligen Provinzen:

  • Teheran: Bozorgrah-e Tehran-Parchin nur bis zum Nordeingang des Militärlagers Parchin befahrbar, keine Durchfahrt Richtung Pakdasht und Varamin möglich. Damit fällt leider die Ostumgehung der Stadt aus.
  • Markazi: Ca. 35 km westl. Arak führt eine Straße über Javasian nach Khondab und weiter Richtung Hamedan. Hier wurden wir zu zweit im Februar 2014 noch vor Khondab von der Polizei angehalten und zum Zurückfahren aufgefordert. Wir nahmen dann die Nebenstrecke nach Kishan und Mehr Abad und wollten an dieser Straße zelten, wurden jedoch dann von der Polizei zurück Richtung Hamedan in ein Hotel gebracht (gut bewirtet) und am nächsten Tag freundlich aber bestimmt befragt. Als Alternativstrecke bietet sich die Straße Farmahin und Komijan an, wobei in der Nähe von Komijan im März 2015 eine unangenehme Kontrolle/Befragung durch die Polizei erfolgte. Kann aber auch Zufall gewesen sein.
  • Loristan: Zufahrt von Dorud zum Bergsee Gahar nur im Frühjahr und Sommer. Während der Herbst- und Wintermonate ist eine Bewilligung erforderlich.
  • Semnan: Die Pisten im Dasht-e Kavir Nationalpark sind nur mit Bewilligung zugänglich.
  • Chaharmahall va Bakhtiari: Viele gesperrte Straßen in den Ölfördergebieten um Dogonbadan (Gachsaran).

Routen und Touren