Island

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Allgemeine Informationen

Generelle Empfehlungen

Einreisebestimmungen, Dokumente

Island ist Mitglied des Schengener Abkommens. Die Einreise von einem anderen Schengen-Staat ist somit unkompliziert, es genügt ein Personalausweis.

Klima und Reisezeit

Die beste Reisezeit für Island ist Mitte Juni bis Ende August. Ab September wird das Wetter unbeständiger und unberechenbarer, das unbesiedelte Hochland ist meist von Oktober bis Mai gesperrt bzw. unpassierbar. Auch die Länge der Tage sollte so knapp am Polarkreis berücksichtigt werden. Radreisende außerhalb der kurzen Sommermonate sollten also genau wissen, was da auf sie zu kommt! Zu Bedenken ist weiters, dass das Wetter auch in den Sommermonaten sehr wechselhaft sein kann. Es kann zB mehrere Tage lang in Strömen regnen oder (mit etwas Glück) auch mal eine ganze Woche blauer Himmel und Sonnenschein sein. Man sollte auf jedenfall ausreichend warme (Isolationsjacke, Handschuhe, Haube/Stirnband, warme Socken) und regenfeste (inkl. Regenhose und Schuhüberzieher) Kleidung dabeihaben, denn es regnet auch im Sommer viel und kann in höheren Lagen auch im Sommer auf unter 5°C runter gehen. Island ist eine sehr windige Insel. Man kann Pech mit Gegenwind haben (zB auf Snaefellsnes oder auf den weiten Ebenen im Süden) und muss aufpassen, falls der Wind mal wirklich stark wird. Windverstecke sind oft schwierig zu finden, da es in Island ja kaum Bäume gibt und in abgelegenen Bereichen sonst auch nichts zu finden ist (Bushütten, Häuser etc.). Da hilft dann oft nur in den Bus zu steigen.

Sicherheit und Verhaltensempfehlungen

Island ist ein sehr sicheres Land, man muss sich diesbezüglich keine Sorgen machen. Es kann nur passieren, dass man mal von Küstenseeschwalben (Kría) attackiert wird, wenn man zu nahe an ihre Nester kommt.

Sprache

Die Landessprache Isländisch ist eng verwandt mit Norwegisch und Schwedisch. Zur Verständigung genügen Englischkenntnisse. Nicht wenige Isländer sprechen auch ein wenig Deutsch.

Fahrradinformationen

Regeln und Vorschriften

Insbesondere in den Innenstädten ist es üblich, auf den Gehwegen bzw. auf ausgewiesenen Fahrradspuren zu radeln.

Versorgungslage für Ersatzteile

Island ist ein sehr dünn besiedeltes Land, die meisten Menschen wohnen in wenigen Bereichen an der Küste. Nur um Reykjavík ist ein etwas dichter besiedeltes Zentrum zu finden. Folglich gibt es auch nur wenige Fahrrädgeschäfte über das Land verteilt. Diese Geschäfte und auch andere Reparaturmöglichkeiten (tlw. bei Privaten) sind in der sehr praktischen Karte von 'Cycling Iceland' eingezeichnet (http://cyclingiceland.is/). Hier finden sich übrigens auch noch alle möglichen anderen Informationen zum Fahrradfahren in Island. Die Karte ist in Island bei allen Touristeninformationen zu bekommen.

Transport

Anreise

Die Anreise nach Island erfolgt entweder per Flugzeug oder per Fähre.

Anreise mit der Fähre

Es gibt nur eine regelmäßige Fährverbindung ab Dänemark über die Färöer nach Island. Die Fähre fährt von Hirtshals nach Torshavn (Faröer), dann zurück nach Hirtshals um schließlich über Torshavn direkt nach Island zu fahren. Man legt bei einer Direktfahrt nach zwei Nächten an Bord in Seyðisfjörður in den isländischen Ostfjorden an. Es ist auch möglich einen dreitägigen Zwischenstopp auf den empfehlenswerten Faröern einzulegen, bevor man weiter nach Island fährt. Die Fährfahrt ist in der Nebensaison günstiger, das Fahrrad kostet generell nur ca. € 15,- pro Fahrt. Wenn man sparen möchte, kann man auch in den günstigen Gemeinschaftskabinen (6 oder 9 Personen) im untersten Deck des relativ luxuriösen Schiffes unterkommen.

Anreise mit dem Flugzeug

Der Hauptflughafen Keflavik ist ca. 40km von Reykjavik entfernt. Die meisten Fluglinien nach Island nehmen bei vorheriger Anmeldung und für ca. 20 - 50 EUR Aufpreis pro Strecke auch Fahrräder mit. Neben vielen Charterflügen im Sommer gibt es die folgenden zwei ganzjährigen Fluglinien:

Beide Airlines haben nur geringe Anforderungen bezüglich der "Verpackung" des Fahrrades.

Am Flughafen gibt es außerdem ein "Bike Pit". Es wird gewünscht, dass man dort erst nach der Ankunft sein Fahrrad auspackt und montiert. Es steht Werkzeug zur Verfügung. Daneben gibt es ein paar Hinweise zum Thema Radreisen in Island in gut aufgemachter, bebilderter Form.

Transport im Land

Als öffentliches Verkehrsmittel stehen in Island Busse zur Verfügung, die auf allen größeren Routen verkehren. Die Mitnahme von Fahrrädern in den Bussen ist in begrenztem Umfang möglich und relativ unkompliziert. Da jedoch oft nur ein Bus am Tag verkehrt, ist bei schlechtem Wetter mit großem Andrang zu rechnen. Und es gilt: 'First come, first serve' - also besser mal eine Stunde auf den Bus warten als sich ärgern und auf den nächsten Bus warten müssen.

Straßen

Straßennetz, allgemeine Informationen

Wer asphaltierte Strecken sucht, der beschränkt sich auf einen sehr kleinen Küstenstreifen. Mittlerweile kann man die Insel sogar fast vollständig auf der Ringstraße auf guten, asphaltierten Straßen umrunden. Die Schotterpisten im restlichen Land variieren zwischen "noch recht gut befahrbar" bis "völlige Katastrophe". Die wenigen Pisten im unbesiedelten Hochland sind definitiv nichts für jemanden, der überall asphaltierte Radwege erwartet. Man sollte auf jeden Fall mit weniger Tageskilometern rechnen, da man gerade im Hochland oft nur 5/6 km pro Stunde schafft, an sandigen Stellen und durch Bäche/Flüsse schieben muss. Bei diesen Furten (die gerade im Hochland recht häufig sind) ist vorsicht geboten, da sie durch Geländewagen oft vertieft sind und schon etwas stärkere Strömungen gefährlich sein können. Deshalb: Sandalen (für sicheren Halt) anziehen, Hose hochkrämpeln und die Furt zuerst probeweise durchwaten, bevor man das Rad durchschiebt. Bei einigen wenigen tiefen Furten müssen Rad und Gepäck auch nacheinander durchgetragen werden.

Routen und Touren

Rundherum und über den Kjölur zurück

Die Ideal-Standard Route für alle, die zum ersten Mal in Island sind. Von Reykjavík aus geht es auf der Ringstraße im Süden und Osten herum einmal um die halbe Insel, zwischen Varmahlíð und Blönduós dann die Abzweigung auf die Straße 35 "Kjalvegur" durchs Kjölur-Hochland zurück nach Reykjavík. Die Strecke ist in 3 - 4 Wochen gut zu schaffen und reiht die großen Sehenswürdigkeiten Islands sehr schön aneinander.

Ruhiges, abgelegenes Island

Wer weg von Tourist_innenströmen und landwirtschaftlichen Gegenden möchte, der sollte sich Zeit für die Westfjorde nehmen. Hier gibt es zwar kaum asphaltierte Straßen und Busverbindungen, dafür aber wunderschöne (und anspruchsvolle) Pässe, Fjorde, heiße Quellen und leere Gegenden. Von Snaefellsnes aus kann man recht flott mit einer Fähre in den Norden fahren. Das Wetter ist dort zwar etwas rauher, die Landschaft und die Menschen dafür umso eindrucksvoller!

Wer herausfordernde Straßen, leere und unberührte Natur sucht, sollte sich in die Region nördlich des Mýrdalsjökull begeben. Die spannenden Hochlandstraßen (wie zB F261, F210 oder F208) führen durch diese Region und sind bei Vulkansausbrüchen als Ersatz für die südliche Ringstraße geplant. Ein Abstecher auf der F235 zum Langisjór-See und das Besteigen des Aussichtsbergs Sveinstindur (bei schönem Wetter Blick auf fünf Gletscher, zahlreiche Vulkane und das Meer) sind sehr zum empfehlen. Für alle diese abgelegenen Hochlandstraßen gilt aber: genug Zeit einplanen, ausreichend Proviant und die nötigen Ersatzteile mitnehmen!

Gut zu befahren und sehr ruhig sind auch die Regionen im Nordosten der Insel. Der Abstecher von der Ringstraße über Vopnafjörður, Þórshöfn (gesprochen thorshöp, das 'th' wie im englischen 'think', auf deutsch: Thors Hafen) und Raufarhöfn ist zu einem großen Teil sogar asphaltiert (nur die 870er ist oft ein wenig sandig, man kommt dafür an den nördlichsten Festlandpunkt Islands). Danach kommt man über den Dettifoss oder Húsavík (Whalewatching!) zurück auf die Ringstraße.

Generell sind Abstecher von der Ringstraße zu empfehlen, wenn man auf der Suche nach weniger touristischen Gegenden ist. ZB lohnt es sich auch die Trollhalbinsel nördlich von Akureyri mit den beeindruckenden Ortschaften Ólafsfjörður und Siglufjörður zu umrunden.

Gesundheit und Ernährung

Gesundheitsversorgung

Ernährung und Versorgungssituation

In den größeren Siedlungen an der Küste gibt es oft einen Supermarkt mit allem was man braucht. Diese größeren Siedlungen liegen jedoch oft 50km und mehr auseinander. Im unbesiedelten Hochland gibt es keine Einkaufsmöglichkeiten, auch nicht an den vereinzelten Hochlandhütten. Eine sorgfältige Vorratsplanung ist angebracht. Die Trinkwasserversorgung ist in der Regel unkritisch, da man das Wasser aus fast allen Bächen bedenkenlos trinken kann. Auch hier gibt es wieder Ausnahmen in den Wüstenregionen des Hochlandes und in den südlichen Regionen, wo so gut wie alle Bäche/Flüsse von Gletschern stammen.

Unterkunft

In jedem Jahr gibt es eine kostenlose Broschüre "Rund um Island", in der die aktuellen Unterkünfte mit Telefonnummern verzeichnet sind. Eine Online-Version ist unten bei den Links zu finden.

Zeltplätze

Ein typischer, isländischer Campingplatz besteht aus einer Wiese und einem Klohäuschen mit kaltem Wasser. Je nach Lage gibt es manchmal Duschen. Oft kommt morgens oder abends ein Platzwart vom Wohnhaus nebenan, um das Geld zu kassieren. Platz ist immer, Reservierungen werden nicht angenommen. Diese einfachen Plätze sind auch meist verhältnismäßig günstig (10 - 15 Euro).

Wildzelten ist offiziell nur in einem 15 m breiten Streifen an Flüssen für bis zu 3 Zelte und maximal eine Nacht gestattet. Meist schadet es nicht, einfach am nächsten Hof zu fragen. Wenn kein Hof da ist, wird niemand etwas einwenden. Eine gute Faustregel ist auch, dass man überall problemlos zelten kann, solange kein Privathaus sichtbar ist. Das Wasser der isländischen Bäche und Flüsse ist ohne Aufbereitung trinkbar.

Ein Verzeichnis von offiziellen Campingplätzen findet man hier (pdf!).

Pensionen, Gasthäuser, Hotels

Pensionen, Gästehäuser und Hotels sind in der Regel gut ausgeschildert und leicht zu finden. In der Hauptsaison sind sie jedoch oft ausgebucht und ziemlich teuer.

Hochlandhütten

Im unbesiedelten Hochland werden im Sommer einige Hütten mit Schlafsackunterkünften betrieben, meist mit einem Zeltplatz nebenan. Es findet sich fast immer ein Hüttenwärter, jedoch sonst keinerlei Service wie Bewirtung oder Verkauf von Lebensmitteln.

Regionen

Literatur

Karten

  • Ferðakort-Verlag: Sehr gute Karten des gesamten Landes im Maßstab 1:250.000, 3 Kartenblätter. Die detaillierteren Aðalkort-Karten im Maßstab 1:100.000 sind veraltet, Staðfræðikort 1:50.000 nicht flächendeckend erhältlich, beide Serien sind aber auch eher für Wandertouren sinnvoll.
  • Mál og Menning Verlag: Flächendeckende Karten im Maßstab 1:300.000, 4 Kartenblätter. Die Spezialkarten mit feinerem Maßstab für Wandertouren enthalten mitunter grobe Fehler.
  • Cycling Iceland - Karte von cyclingiceland.is, kommt jedes Jahr neu raus und enthält zahlreiche für Radler_innen nütliche Infos (Straßenqualität, Furten, Steigungen, Tunnel, Baustellen, windreiche Regionen, Radreparatur, Geschäfte, heiße Quellen, Toiletten, ...), in allen Touristeninformationen und hier [1] zu finden.
  • Reise Know-How: Gute, wasserfeste Karte im Maßstab 1:425.000, 1 Kartenblatt. Ein genauerer Maßstab ist in Island gar nicht nötig, 2016 neu herausgegeben (ISBN 978-3-8317-7302-2). Gut in Kombination mit der Cycling Iceland - Karte!

Reiseführer

  • Ulf Hoffmann: Island per Rad. Verlag Wolfgang Kettler: Neuenhagen 2001, 2. Aufl., ISBN 978-3932546174 (Beschreibung von insgesamt 110 Einzeletappen, die beliebig kombiniert werden können - inkl. Hochland)
  • Christian E. Hannig: Island Vulkane, Eis und Einsamkeit. Verlag Frederking und Thaler: 2003, 6. Aufl., ISBN 978-3-89405-049-8 (Seine Island-Biketour liegt zwar schon ein paar Jahre zurück, aber die Geschichte ist legendär...)

Weblinks

Radreise-Forum