Russland

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Allgemeine Informationen

Moskau, Roter Platz

Die Russische Föderation ist der größte Staat der Erde und weist enorme landschaftliche, kulturelle und klimatische Unterschiede auf. Von den insgesamt etwa 142 Mio. Einwohnern sind 80% Russen.

Offizielle Landeswährung ist der Rubel (1 Rubel = 100 Kopeken).

Touristische Zentren Russlands sind vor allem die Metropolen Moskau und St. Petersburg mit dem Goldenen Ring bzw. Novgorod, zunehmend aber auch Sibirien, insbesondere die Baikalregion.

Generelle Empfehlungen

Einreisebestimmungen, Dokumente

Für Reisende aus EU-Staaten besteht Visums- und Registrierungspflicht.

Ausnahme von der Visumspflicht: Man reist mit Fähre oder Kreuzfahrtschiff an (bestimmte Hafenstädte, darunter St. Petersburg und Sotschi). Dann darf man für 3 Tage einreisen, ohne ein Visum zu haben.

Die genauen Bedingungen für diese 3-Tage-Regelung sind vage. Auf der Website eines Reisebüros Alnika Reisen (Inhaberin ist eine Ukrainerin) sind Bedingungen (ohne Nennung der Informationsquelle) genannt, unter denen der Hafen in St. Petersburg verlassen werden darf:

- Begleitung durch den Reiseleiter - Voucher für ein gebuchtes Reiseprogramm (z.B. Stadtrundfahrt) - bei Übernachtung wird eine Hotelreservierungsbestätigung benötigt.

Das deutet darauf hin, dass die 3-Tage-Regelung nur für Pauschalreisende gelten soll.

Die Registrierung, welche angeblich erst bei 3 Tagen Aufenthalt an einem Ort vorgeschrieben sein soll, wird von den meisten Hotels erledigt.

Klima und Reisezeit

Sicherheit und Verhaltensempfehlungen

Es gibt in Russland keine Radfernwege. Fahrradfans fahren auf wenig befahrenen Straßen und Wald- und Feldwegen. Autofahrer rechnen nicht mit Radfahrern. Bitte möglichst nicht auf Schnellstraßen fahren, zu gefährlich. Um längere Strecken zu radeln ist es aber oft unumgänglich, Schnellstrassen zu benutzen. Je nach Ausbauzustand der Autobahnen kann dies (bei sehr schmalem Seitenstreifen) nervig bis gefährlich sein, bei breitem Randstreifen jedoch auch ein wahres Vergnügen, wobei bei Aus- und Einfahrten größte Vorsicht geboten ist.

Ab und zu sieht man in St. Petersburg und Moskau einen Fahrradfahrer. Nur wegen der häufigen Autostaus hat Radfahren in Metropolen Sinn, ist aber sehr riskant. Radwege auf oder neben der Straße gibt es nicht.

Sprache

Die Staatssprache ist Russisch. In einigen Regionen sind zusätzlich die Sprachen der jeweiligen Titularnationen als Amtssprachen anerkannt. Englisch- und Deutschkenntnisse sind in der Bevölkerung zwar keine Seltenheit, fernab der touristischen Zentren jedoch kaum anzutreffen. Die Kenntnis des kyrillischen Alphabets und einiger Worte Russisch sind für den Radreisenden empfehlenswert.

Fahrradinformationen

Regeln und Vorschriften

Versorgungslage für Ersatzteile

Radläden und -werkstätten, besonders solche mit "westlicher" Ausstattung gibt es außerhalb der Metropolen praktisch nicht. Es empfiehlt sich also, wichtige Ersatzteile selbst mitzuführen.

Transport

Anreise

Flugzeug

Das Flugzeug ist sicher die schnellste und mitunter auch die billigste Möglichkeit, nach Russland zu reisen. Vor allem ist es die einfachste Variante, wenn man das eigene Fahrrad mitnehmen möchte. Für den Fahrrad-Transport gibt es große Preisunterschiede (siehe hierzu diesen Blog).

Von den größeren deutschen Flughäfen gibt es mehrmals wöchentlich Verbindungen nach Russland. Günstigere Flugesellschaften fliegen nur Moskau und St. Petersburg direkt an. Prinzipiell sind aber alle größeren Städte Russlands zu erreichen. Das Umsteigen, zumal wenn man ein Fahrrad dabei hat, kann aber anstrengend sein. Es ist auch nicht auszuschließen, dass man für den Anschlussflug (insbesondere bei Aeroflot-Flügen oder Weiterflügen mit Tochtergesellschaften) noch mal eine extra Transportgebühr für sein Fahrrad bezahlen muss.

Bahn

Von Berlin aus bestehen täglich Direktverbindungen nach Moskau (27 Std.) und St. Petersburg (35 Std.) über Warschau und Minsk, einmal wöchentlich auch bis Novosibirsk. Es gibt einen Kurswagen von Berlin nach Irkutsk: in Planung. Eine Anreise mit der Bahn ist überaus empfehlenswert, wenn man nicht unter Zeitdruck steht. Allerdings ist Fahrradmitname offiziell nicht möglich. Zu beachten ist auch, dass für Weißrussland ein Transitvisum benötigt wird.

Bus

Etliche Busunternehmen bieten Linienfahrten nach Russland an. Fahrradmitnahme in verpacktem Zustand sollte nach Abklären möglich sein. Busfahrten können damit eine preiswerte, wenn auch langsame Alternative zur Flugreise sein.

Schiff

Derzeit gibt es keine Fähre zwischen Deutschland und Russland. Finnlines verkehrt an 6 Tagen wöchentlich zwischen Travemünde und Helsinki. Die Fahrräder werden in der Garage zusammen mit den Motorräder abgestellt und verzurrt. Gepäckräume gibt es nicht. Wer Liegesessel wählt, erhält Schließfach kostenlos dazu. Ab 1. September (Tarifwechsel) wird die Anzahl der Liegesessel verringert (nur noch im kleineren von 2 Räumen). Es gibt Frühbucherrabatt.

Zwischen Helsinki und St. Petersburg pendelt ein Fährschiff der Fährgesellschaft St. Peter Line. Auch hier Frühbucher-Rabatt möglich.

2004 und 2005 fuhr zwischen Rostock und St. Petersburg (mit Stopp in Tallinn) eine Fähre der Silja Lines. Ob und wann es eine Neuauflage gibt, ist unklar. Da Finnlines 2014 mehrere Fährschiffe für die Ostsee verkauft hat, könnte es sein, dass St. Peter Line in eine Linie zwischen Deutschland (Kiel? Rostock?) und St. Petersburg investiert. Weitere Derzeit haben sie 2 Fährschiffe. Weitere Details auf Ost Impuls - Ostseefähren (Finnlines, DFDS, St. Peter Line).

Wer über das Baltikum nach Russland will, fährt mit einem Fährschiff von DFDS von Kiel nach Klaipeda.

Fahrkarten für die drei erwähnten Fährgesellschaften sind beim fahrradfreundlichen Russlandexperten Ost Impuls (Berlin) erhältlich.

Transport im Land

Bahn

Die Bahn ist das populärste Verkehrsmittel in Russland. Sie verbindet alle größeren Städte und ist relativ zuverlässig und preisgünstig. Auf allen längeren Strecken werden купейный вагон (kupejnyi wagon = Schlafwagen) eingesetzt. Der платцкартный вагон (platzkartnyi wagon = Großraum-Liegewagen) ist dabei die billigste Kategorie. Die Abteile (купе = kupe) sind standardmäßig für vier Personen, es gibt aber auch 2er und gelegentlich sogar 1er Abteile ("ljuks").

Es empfiehlt sich, die Fahrkarten im Land selbst zu kaufen, da sie dort wesentlich billiger als bei ausländischen Reisebüros. Allerdings ist ad hoc ein Kauf für den nächsten Zug nicht selten nicht (mehr) möglich. Wer erst vor Ort kauft, muss mit mehreren Stunden Wartezeit rechnen, eventuell eine Übernachtung mehr einplanen. Eine Fahrradmitnahme ist offiziell nicht vorgesehen. Allerdings gibt es einige Berichte über entgegenkommende Zugbegleiter ...

Von Deutschland kann man Bahntickets für Russland bei russtravel.de und Fahrkarten der Russischen Bahn - Anfrageformular beschaffen lassen, bei Ost Impuls auch für Finnland und Belarus.

Die Strecke St. Petersburg - Helsinki ist unter Fahrradfreunden beliebt (Erfahrung des Online-Reisebüros für Russland Ost Impuls). Hier fährt der von der Finnischen Bahn (VR) betriebene Schnellzug "Allegro" mehrmals täglich (Fahrzeit 3,5 h). Außerdem fährt täglich ein Zug zwischen Moskau und Helsinki der Russischen Bahn, der "Lew Tolstoi". Dieser fährt langsamer. Beide Züge bieten (noch) keine Stellplätze für Fahrräder. VR weiß von einer Umfrage unter seinen Partner-Agenturen im Winter-Frühjahr 2015, dass eine Nachfrage nach Platz für Fahrräder besteht. Vielleicht rüsten sie Wagen entsprechend für 2016 um.

Seit der Vorbereitung zur Winterolympiade 2014 hat die Russische Bahn den Reisekomfort in den Zügen in mehrfacher Hinsicht verbessert. Es fahren in Russland ICE-Schnellzüge (Name "Sapsan") zwischen St. Petersburg und Moskau sowie Moskau und Nishni Nowgorod, auf der letzten Strecke seit 2015 neue Schnellzüge "Strich", an der Schwarzmeerküste und nach dem Winterspielort Krasnaja Poljana Züge von Siemens ("Lastotschka"), seit 2014 auch Doppelstockzüge russischer Produktion (die eventuell sogar Raum bieten könnten für Fahrräder?!)

Gut möglich ist die Fahrradmitnahme in strombetriebenen Nahverkehrszügen (Elektritschka). Problem ist hier nur das Hineinschaffen und Rausschaffen des Rades, wenn der Bahnsteig tief liegt.

Einzelheiten zu den erwähnten Zügen von und nach Helsinki hier: Züge zwischen Helsinki und St. Petersburg bzw. Moskau und Fahrkartenbestellung und Zugfahren in Russland generell ebenfalls auf der gleichen Website.

Flugzeug

Tickets innerhalb Russlands bekommt man in allen größeren Orten bei Reisebüros oder Dependancen der Aeroflot. Ansonsten gilt das für die Anreise geschriebene analog.

Bus

Für mittlere Strecken sind Busse ein übliches Verkehrsmittel. Speziell in weniger dicht besiedelten Gegenden verkehren mitunter Minibusse (8 - 20 Personen). In jeder Stadt gibt es einen Busbahnhof. In den Kleinbussen dürfte auch bei gutem Willen wenig Platz für ein Fahrrad sein.

Fähre

Von Wladiwostok gibt es die Möglichkeit mit der Fähre nach Südkorea und Japan weiterzufahren. Die Fährgesellschaft ist DBS, Tickets können beim Fährunternehmen per Email auf Englisch reserviert werden. Die Fähre legt 1x pro Woche ab.

Straßen

Straßennetz, allgemeine Informationen

Das Fahrrad dient in Russland weniger als Verkehrsmittel denn als Sportgerät. Dementsprechend sind in den Großstädten kaum Radler zu sehen. Auf dem Lande ist der Anblick etwas weniger ungewöhnlich. Damit einhergehend ist die Infrastruktur für Radfahrer (noch) sehr schwach ausgebildet, auch wenn sich dies langsam ändert. Allerdings sind viele Nebenstrecken nicht sehr stark befahren, so dass man die Radwege abseits von Großstädten nicht vermissen dürfte.

In diesem Zusammenhang sollte vielleicht noch auf die russische Besonderheit der "Wegelosigkeit" hingewiesen werden, durch die im Frühjahr (bei der Schneeschmelze) und Herbst (bei Regenfällen) einige noch nicht befestigte Nebenstraßen schwer befahrbar werden können.

Routen und Touren

Ausgeschilderte Radwege sucht man durchweg vergeblich. Auch der Europa-Radweg R1, der an zwei Stellen durch Russland führt, ist nicht ausgewiesen.

Wer auf der Seidenstraße fährt, nimmt warscheinlich die südrussische Route nördlich vom Schwarzen zum Kaspischen Meer (in Russland Kasnodar - Elista - Astrachan). GPS-Daten für Garmin und Google-Earth (Tracks und Waypoints) zu dieser Strecke gibt es bei Ernst Christen.

Gesundheit und Ernährung

Gesundheitsversorgung

Ernährung und Versorgungssituation

Unterkunft

Hotels

Hotels und weitere Übernachtungsmöglichkeiten gibt es in Russland in allen größeren Städten und Touristenzentren. Insbesondere in Moskau und St. Petersburg steht dabei die gebotene Leistung nicht immer in einem vernünftigen Verhältnis zum geforderten Preis.

Hotels in der Provinz sind mitunter eindrückliche Beispiele sowjetischer Baukunst und Servicementalität, abseits von klassischen Reisezentren sind sie jedoch meist sehr erschwinglich. Ein Netz von Jugendherbergen existiert in Russland nicht.

Als Alternative bieten sich günstige Hotels, unabhängige Hostels (bisher nur in den Großstädten) oder auch die Ruheräume in Bahnhöfen an. Auch die Zimmervermittlung über private Agenten (in der Regel ältere Frauen) an den Bahnhöfen ist weit verbreitet, einige vermieten jedoch nicht gerne für Kurzaufenthalte. In jedem Fall sollte man Preis und Konditionen vorher so genau wie möglich aushandeln. In Kurorten vermieten außerdem Sanatorien mitunter Plätze an Reisende, einige jedoch nicht an Ausländer.

Campingplätze

Campingplätze sind in Russland äußerst selten. Wildcampen ist jedoch bei russischen Zeltern sehr verbreitet und allgemein akzeptiert (ob es nach den Buschstaben des Gesetzes legal ist, spielt wie öfters in Russland, keine so große Rolle). In touristischen Zentren abseits der großen Städte gibt es häufig Touristenlager ("turbaza"), deren Spannbreite von Biwakplätzen bis zu voll ausgestatteten Erholungskomplexen reicht. Hier gibt es Baracken oder Stellplätze für ein Zelt. Ähnliches gilt für einige (ehemalige) Pionierlager.

Regionen

Literatur

Karten

Reiseführer

  • Christine Hamel. DuMont Kunst Reiseführer Russland DuMont Reiseverlag, 2005, 4. Aufl. ISBN 978-3770143009. Wenig Praktisches, dafür viel und gut präsentierte kunstgeschichtliche Information, die so schnell nicht veraltet. Behandelt nur den europäischen Teil.
  • Heike Mall und Roger Just. Baikalregion Reisehandbuch. Reise Know-How-Verlag Rump, 2005, 1. Aufl.
  • I.P. Nalimov (Hg.). Veloturizm. Podmoskov'e. Vokrug Sveta, 2007. ISBN 978-5-98652-113-8. Erster Radreiseführer in Russland (nur auf Russisch) über die Gegend um Moskau und den Goldenen Ring.
  • Simon Richmond et al. Lonely Planet Russia and Belarus. LP Publications, 2006, 4. Aufl. ISBN 978-1741042917. Standardwerk auf Englisch mit Schwerpunkt auf praktischer Information.

Weblinks

Karten

Weblinks

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