Felge: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Radreise-Wiki
(Überarbeitung)
(→‎Material: Keramikfelgen ergänzt)
Zeile 4: Zeile 4:


Felgen sind üblicherweise aus [[Aluminium]] (nur ganz selten auch aus [[Kunststoff]] oder [[Carbon]]). Stahlfelgen sind kaum noch verbreitet, da sie relativ schwer sind und bei [[Nässe]] keine optimale [[Bremswirkung]] bei Felgenbremsen aufweisen. Aluminiumfelgen sind als Hohlkammerfelge gegenüber U-förmigen einfachen Stahlfelgen verwindungssteifer.
Felgen sind üblicherweise aus [[Aluminium]] (nur ganz selten auch aus [[Kunststoff]] oder [[Carbon]]). Stahlfelgen sind kaum noch verbreitet, da sie relativ schwer sind und bei [[Nässe]] keine optimale [[Bremswirkung]] bei Felgenbremsen aufweisen. Aluminiumfelgen sind als Hohlkammerfelge gegenüber U-förmigen einfachen Stahlfelgen verwindungssteifer.
Speziell für Felgenbremsen gibt es Felgen mit beschichteten oder besonders behandelten Felgenflanken (Keramikfelgen, CSS-Felgen). Damit läßt sich eine erhebliche Verlängerung der Durchbremszeit erzielen. Man benötigt aber spezielle Bremsgummis.


== Im Querschnitt ==
== Im Querschnitt ==

Version vom 27. Januar 2010, 18:57 Uhr

Die Felge ist ein Ring, welcher auf der Ringaußenseite Reifen und Schlauch aufnimmt und auf Ringinnenseite über die Speichen mit der Nabe verbunden ist. Zusammen mit Speichen und Nabe bildet die Felge das Laufrad.

Material

Felgen sind üblicherweise aus Aluminium (nur ganz selten auch aus Kunststoff oder Carbon). Stahlfelgen sind kaum noch verbreitet, da sie relativ schwer sind und bei Nässe keine optimale Bremswirkung bei Felgenbremsen aufweisen. Aluminiumfelgen sind als Hohlkammerfelge gegenüber U-förmigen einfachen Stahlfelgen verwindungssteifer. Speziell für Felgenbremsen gibt es Felgen mit beschichteten oder besonders behandelten Felgenflanken (Keramikfelgen, CSS-Felgen). Damit läßt sich eine erhebliche Verlängerung der Durchbremszeit erzielen. Man benötigt aber spezielle Bremsgummis.

Im Querschnitt

Eine grundlegende Unterscheidung besteht zwischen Felgen für Scheibenbremsen und Felgen für Felgenbremsen, die meist deutlich unterschiedliche Querschnitte besitzen.

Gut erkennbar ist eine stabile Felge daran, dass sie im Querschnitt ein bis drei geschlossene Kammern aufweist.

Felgen für Felgenbremsen

Felgen für Felgenbremsen benötigen eine senkrechte Felgenseitenwand, die als Gegenstück der Bremsbacken dient. Je dicker diese Seitenwand ist, desto länger hält sie dem Verschleiß durch die Bremsen stand. Günstig ist dafür auch eine große Höhe der Seitenwand, da man so die Bremsbacken in unterschiedlicher Höhe ansetzen kann und sich dadurch der Verschleiß über einen größeren Bereich verteilt.

Felgen für Scheibenbremsen

Felgen für Scheibenbremsen benötigen keine Seitenwand zum Verschleißen. Die Seitenwand ist deshalb meist deutlich niedriger. Um die hohen Speichenkräfte, die beim Bremsen mit Scheibenbremsen entstehen können aufzunehmen, ist der Felgenboden verstärkt.

Gewicht

Für den schwer bepackten Radreisenden sind die stabilsten Felgen gerade mal stabil genug. Je leichter eine Felge ist, desto instabiler ist sie. Speziell für den Leichtbausektor werden oft extrem leichte Felgen gebaut, die aber in der Regel nicht so langlebig und stabil sind.

Löcher für Speichenaufnahme

Je mehr Speichen ein Laufrad hat, desto stabiler aber auch schwerer ist es. Werden beim Mountainbike oft Felgen mit 32 Löchern angeboten, kommen bei Reiserädern zumeist Felgen mit 36 Löchern zum Einsatz, Lastenräder und Tandemräder haben nicht selten 40 (oder mehr) Nippelbohrungen. Der Speichenabstand einer 32 Loch 26" Felge entspricht in etwa dem einer 36 Loch 28" Felge, weshalb bei 26" Felgen (die aufgrund des geringeren Durchmessers schon stabiler sind) auch im Reiseradbereich 32 Loch gewählt werden kann. Die Lochzahl der Felge muß mit der Lochzahl der Nabe übereinstimmen, wobei es nicht für jede Nabe verschiedene Lochzahlen gibt. So ist z.B. die Rohloffnabe ausschließlich mit 32-Loch erhältlich, was aber aufgrund des symmetrischen Speichenstandes und des hohen Nabenflansches trotzdem überdurchschnittlich stabile Laufräder ergeben kann.

Neben der Anzahl ist auch die Anordnung der Löcher unterschiedlich. Die Löcher können in einer Linie oder versetzt angeordnet sein. (meist nur bei breiten Felgen) Die versetzte Anordnung hat den Vorteil einer besseren Kraftverteilung, damit verringert sich die Gefahr des Felgenschadens, bei dem Risse im Felgenboden von Loch zu Loch entstehen. Speziell für das hintere Laufrad eines Kettenschaltungsrades gibt es auch eine asymmetrische Lochanordnung. Damit soll das Problem der unterschiedlichem Winkel der Speichen (und damit der unterschiedlichen Spannungen in den Speichen) verringert werden.

Felgenverschleiß

Bei der Nutzung von Felgenbremsen unterliegen die Felgen einem kontinuierlichen Verschleiß. Einige Felgen haben einen Felgenindikator, der anzeigt, ob eine Felge ausgetauscht werden muss. Dies kann beispielsweise eine Rille sein, die bei einem zunehmendem Felgenverschleiß irgendwann nicht mehr zu erkennen ist.

Einer Faustregel nach, sollte die Felgenwand mindestens 1 mm betragen, um noch genügend Stabilität zu haben. (Einige Faustregeln geben 0,9 mm minimale Felgenwandstärke an, jedoch ist zu beachten, dass ein vollbelandenes Reiserad auf holperigen Wegen aufgrund der auftretenden Kräfte sehr stabile Felgen erfordert.)

Felgenverschleiß direkt messen

Die Felgenwand kann mit Hilfe einer Messlehre direkt gemessen werden. Je nach Bremsentyp (beispielsweise unterschiedlich schnell zurückfahrende Kolben bei einigen Öldruckbremsen) und Einstellung kann eine Bremsflanke schneller verschleißen, als die gegenüberliegende; daher sollten stets beide Seiten an mehreren Stellen gemessen werden. Da die Felgewand ein Horn besitzt, mit dem der Mantel gehalten wird, muss meist zwischen Messlehre und Felge eine Distanzhülse (beispielsweise ein Speichennippel) gehalten werden. Tipp: Alternativ kann die Felgenwandstärke mit einem "Tasterzirkel" aus dem Dentalbereich gemessen werden. Hiermit kann das Problem des Felgenhorns bequem umgangen werden.

Felgenverschleiß indirekt messen

Der Verschleiß der Felge kann auch ohne Demontage des Mantels ermittelt werden:

Methode 1

Die Luft des Schlauchs ablassen und Messlehre an außen an die Felge setzen. Danach den Reifen stark aufpumpen (6 bar, auch wenn der der Hersteller nur maximal 4 Bar angegeben hat (das aber auf eigene Gefahr)) und prüfen, ob die Messlehre sich verschoben hat. Wenn die Felgenwände merklich gegenüber der Erstmessung auseinandergehen, sollte die Felge ausgetauscht werden. Nicht vergessen: Luft wieder ablassen.

Methode 2

Die Luft des Schlauchs ablassen und die Bremsbacken nachstellen bis sie kurz vorm Kontakt zur Felge stehen. Danach den Reifen stark aufpumpen (6 bar, auch wenn der der Hersteller nur maximal 4 Bar angegeben hat (das aber auf eigene Gefahr) und prüfen, ob die Bremsebacken nun schleifen; ein klein wenig darf das Horn nachgeben aber nicht wirklich spürbar. Wenn das Rad merklich schleift, sollte die Felge ausgetauscht werden. Nicht vergessen: Luft wieder ablassen.