Bretagne

Aus Radreise-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Bretagne umfasst den westlichen, in den Atlantik hinausragenden Zipfel Frankreichs. Verwaltungsmäßig gehören die Départements Côtes d'Armor, Finistère, Ille-et-Vilaine und Morbihan dazu, historisch gesehen auch noch das um Nantes gelegene Loire-Atlantique. Die Abtrennung des letzeren sorgt bei bretonischen Nationalisten regelmäßig für Unmut. Die bretonische Sprache ist in der Öffentlichkeit sehr sichtbar, u.a. auf zahlreichen Ortsschildern. Hauptort der Region ist Rennes.

Die Siedlungsstruktur der Bretagne unterscheidet sich etwas von derjenigen, die man im übrigen Frankreich vorfindet. Es gibt hier viele kleine Weiler und Straßen. Auf den kleinmaßstäbigen Regionalkarten von Michelin und dem IGN, die in anderen Gegenden Frankreichs gute Dienste leisten, sind diese längst nicht alle zu sehen. Man sollte daher genauere Karten verwenden.

Fähren

Die bretonische Küste wird von vielen, tief ins Land reichenden Meeresarmen zerschnitten, von denen längst nicht alle überbrückt sind. Einige Hinweise zu möglichen Fährverbindungen (Stand 2012):

  • Der Golf von Morbihan ist nur durch eine kleine Meerenge mit dem Atlantik verbunden. Die Meerenge wird vom "Passeur des Îles" gequert, einer Fähre zwischen Port-Navalo und Locmariaquer (Port Guilvin). Fahrzeiten April bis September zu bestimmten Uhrzeiten zwischen 8 und 19 Uhr, Kosten 5+3 Euro für Person+Fahrrad (Stand 2016, Details). Der Platz auf dem Boot ist ziemlich begrenzt, Fahrräder und anderes Sperrgepäck werden vor der Kabine des Steuermanns verstaut (Foto). Es ist möglich, die Passage per Internet vorzubuchen, siehe obige Webseite. Einzige Alternative ist die großräumige Umfahrung des Golfs via Vannes und Auray.
  • Überquerung des Ria d'Étel zwischen Étel und Le Magouer: Die Fähre verkehrt von Juni bis September, 9-13 und 15-19 Uhr. Kosten 1,40 Euro pro Person, Fahrräder gratis (nähere Infos). Alternative: Brücke 2 km weiter nördlich, aber Umfahrung von Étel erforderlich.
  • In Lorient sind Fähren Teil des öffentlichen Nahverkehrs. Auf diesen Fähren können Fahrräder gratis mitgenommen werden. Fährverbindungen existieren zwischen Lorient auf der einen und Locmiquélic, Port-Louis auf der anderen Seite, außerdem zwischen Port-Louis und Gâvres. Die Fahrkarte für 1,30 Euro gilt eine Stunde und ermöglich dadurch auch die Kombination Gâvres - Port-Louis - Lorient. Details und Pläne auf der Webseite der CTRL. Alternative: weiträumige Umfahrung der Küste via Lanester oder Hennebont.
  • Die Halbinsel von Crozon ist die mittlere der drei Landzungen im Westen der Bretagne. Die Gesellschaft Azénor betreibt eine Fähre mit Fahrradmitnahme zwischen dem kleinen Hafen Le Fret und Brest. Fahrzeit ca. 30 Minuten, Kosten 7+4 Euro pro Person+Fahrrad, verkehrt einmal morgens und einmal nachmittags (nähere Infos).
  • Die Rance-Mündung zwischen St-Malo und Dinard lässt sich mit dem "Bus de Mer" überqueren, die Preise dafür sind allerdings gesalzen (nähere Infos). Alternative ist der 3 km südlich gelegene Damm des Gezeitenkraftwerks, der freilich stark vom motorisierten Verkehr frequentiert ist.

Keine Fährverbindung, aber ebenfalls nützlich zu wissen: Die Pont de l'Iroise zwischen Brest und Plougastel-Daoulas ist Kraftfahrstraße, parallel dazu besteht weiter die alte Brücke (Pont Albert-Louppe), die dem Fuß- und Radverkehr dient.

Routen

Die Vélodyssée (Atlantikküsten-Radweg EV1) verläuft von Roscoff bis Redon in der Region Bretagne.

Es gibt in der Bretagne etliche Radwege, die entlang von Kanälen oder auf ehemaligen Eisenbahntrassen verlaufen. Angesichts der sehr hügeligen Topographie eine nicht zu unterschätzende Erleichterung!

So verläuft die o.g. EV1 von Morlaix bis Carhaix-Plouguer auf über 50 km Länge auf einer ehemaligen Eisenbahntrasse, anschließend - mit Ausnahme eines Teilstücks bei Mûr-de-Bretagne - auf 270 km Länge am Nantes-Brest-Kanal.

Von der EV1 zweigt bei Pontivy der kanalisierte Verlauf des Blavet ab, dessen Treidelweg bis Hennebont (kurz vor Lorient) als Radweg gekennzeichnet ist. Der Treidelweg weist zunächst ständig wechselnde Beläge auf, meist grober Schotter und kaputter Asphalt. Speziell die ersten Kilometer hinter Pontivy sind mühsam. Prinzipiell sollte der Weg jedoch wenigstens allwettertauglich sein, da es keine längeren Erdwege gibt. Die zweite Hälfte des Wegs von St-Adrien bis nach Hennebont ist bis auf sehr kurze Passagen durchgängig asphaltiert.

Belle-Île

Belle-Île ist mit 87 km² die größte der bretonischen Inseln und wohl die einzige, die groß genug zum Radfahren ist. Dennoch lässt sie sich an einem Tag bequem erkunden. Eine Fährverbindung besteht mit den Schiffen der Compagnie Océane ab Quiberon. Es werden zwei Schiffe eingesetzt, die beide Fahrräder mitnehmen, wobei auf der Vindilis mehr Platz dafür ist als auf der Bangor. Eine Vorreservierung für Fahrradmitnahme ist nur telefonisch möglich. Die Preise für die 45-minütige Überfahrt betragen 15 bis 17,50 Euro pro Person und 7,50 Euro pro Fahrrad (Stand 2016). Alternativ kann man sich Fahrräder auf der Insel leihen, allein am Hafen des Inselhauptorts Le Palais gibt es mindestens drei Leihstationen.

Seinen Namen "Schöne Insel" trägt das Eiland nicht zu Unrecht, das gilt insbesondere für die Hafenorte Le Palais und Sauzon sowie für die Küste. Hauptattraktionen dort sind die Nordwestspitze (Pointe des Poulains) sowie der Südwesten (Aiguilles de Port-Coton), daneben gibt es viele kleine, fast versteckte Badebuchten. Das Inselinnere ist ein ca. 40 m hohes Plateau, das zur Steilküste hin durch Bachläufe eingeschnitten ist. Eine Fahrt auf dem Plateau ist also kraftsparend, auf den Küstenstraßen hingegen schöner, aber anstrengender. Die wenig befahrenen "Hauptstraßen" verlaufen naturgemäß auf dem Plateau. Es sind Radrouten ausgeschildert. die auf Nebenwegen (teils auch unasphaltiert) um die Insel herumführen. Es gibt ein knappes Dutzend Campingplätze aller Preisklassen auf der Insel.

Weblinks